Referenten

Dieter Mersch, Philosoph

Dieter MerschDieter Mersch

„... obliger à dire“ : „Zum Sagen gezwungen“, heißt es bei Roland Barthes mit Bezug auf die Performativität der sprachlichen Rede. Ein ähnlicher Befund lässt sich mit Blick auf die „sozialen Medien“ digitaler Netze geltend machen: Einerseits zwingen sie im Register des Digitalen zu einer bestimmten, nämlich entscheidungslogisch vorentschiedenen Form von Kommunikation, zweitens zwingen sie überhaupt zur Kommunikation, zur Notwendigkeit des „Sichanschließens-müssens“ an die technisch verfügbaren Systeme.

Dieter Mersch studierte Mathematik und Philosophie in Köln und Bochum. 1992 promovierte er in Philosophie zu Semiotik, Rationalität und Rationalitätskritik bei Umberto Eco. Seine Habilitation mit dem Titel Materialität, Präsenz, Ereignis. Untersuchungen zu den Grenzen des Symbolischen legte er 2000 ebenfalls in Philosophie ab.

Mersch begleitete zahlreiche Gastprofessuren und doziert seit 2004 hauptamtlich am Lehrstuhl für Medientheorie und Medien-
wissenschaften an der Universität Potsdam. Seine Arbeits-
schwerpunkte sind Medienphilosophie, Sprachphilosophie, Philosophische Ästhetik, Kunstphilosophie, Semiotik, Hermeneutik und Poststrukturalismus sowie die Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts. Im weitesten Sinne kreist seine Arbeit um ein Denken der Kunst und um Kunst als ein Denken – dabei spielen vor allem Begriffe der Präsenz und der Ereignishaftigkeit eine tragende Rolle.

Publikationen

(mit Joachim Paech): Programme. Berlin 2013

Ordo ab Chao / Order from Noise. Berlin 2013

Posthermeneutik. Berlin 2010

(mit Martina Heßler): Logik des Bildlichen. Zur Kritik ikonischer Vernunft. Bielefeld 2009

Ereignis und Aura. Untersuchungen zur einer Ästhetik des Performativen. Frankfurt am Main 2002
Links zum Thema

Fikrun wa fann: Medien

Fikrun wa fann, die Kultur-Zeitschrift des Goethe-Instituts. Texte der Ausgabe zum Thema Geschlechterrollen.

Humboldt: Protest 2.0 „Time for Revollusion“

Kulturzeitschrift für den Dialog mit Lateinamerika und der Iberischen Halbinsel – auch als E-Paper.

100 Stimmen

Hundert Video-Interviews über den Wandel in der arabischen Welt

Going Public – Über die Schwierigkeit einer öffentlichen Aussage

Kunst im öffentlichen Raum in Litauen, Belarus, Kaliningrad und Deutschland

Dossier: Zivilgesellschaft

Aktion des Projekts “Zwanzig-Forint-Operette”/ A „Húszforintos opera“ projekt akciója. Copyright: Fekete Hajnal
Was ist charakteristisch für die traditionsreiche deutsche und die erstarkende ungarische Zivilgesellschaft? Ein Überblick.