Filmpaket Klima.Kultur.Wandel

Kurzvorstellung der Filme

Franny Armstrong: The Age of Stupid; Alpen ohne Schnee © Spanner Films
Franny Armstrong: The Age of Stupid; Alpen ohne Schnee © Spanner Films
Die 13 europäischen Lang- und Kurzfilmproduktionen der Reihe Klima.Kultur.Wandel stellen die soziale Dimension des Klimawandels in den Mittelpunkt: der Mensch als Verursacher, als Leidtragender, aber auch als Schlüssel zur Lösung. Dabei wird auf vielfältige Weise ein Bogen von den Ursachen zu den Lösungsmöglichkeiten des Klimawandels, vom Individuum zur Gesellschaft, vom Lokalen zum Globalen gespannt.

Filme wie Die Rechnung, Recipes for Disaster und andere zeigen nicht nur, dass die weltweiten Probleme ein „Weiter so“ nicht zulassen, sondern auch, dass der Klimawandel ungeahnte Chancen und Räume zur Entwicklung bieten kann. Diese können aber nur Wirklichkeit werden, wenn viele individuelle Handlungen durch ihre Überzeugungskraft auch kulturelle Relevanz bekommen und ein gesellschaftliches Bewusstsein des nachhaltigen Handelns schaffen. Die Filmreihe soll aufregen, zum Nachdenken über das Klima anregen, Mut machen und inspirieren – weltweit.

1. The Age of Stupid
Franny Armstrong, GB, 2009, 92 min

The Age of Stupid, UK 2009, Franny Armstrong © Spanner Films, 92 Min.Der britische Film The Age of Stupid von Franny Armstrong wirft einen schonungslosen Blick auf die Entwicklung der Menschheit vor dem Hintergrund der globalen Katastrophe. Dramaturgisch geschickt verbindet er eine fiktionale Erzählebene mit dokumentarischen Elementen, indem er aus der Perspektive des Jahres 2050 heraus mit Hilfe von „Rückblenden“ den Weg der ökologischen Katastrophe nachzeichnet. Über allem steht die Frage: Warum haben wir den Untergang nicht verhindert, solange wir die Möglichkeit dazu hatten? Dabei gelingt es dem Film nicht nur, die objektiven Zusammenhänge des Klimawandels zu benennen, sondern auch die inneren Widersprüche und kulturellen Barrieren offenzulegen, die das Handeln so schwer machen.

2. Algol – Tragödie der Macht
Hans Werckmeister, Deutschland, 1920

Algol – Tragödie der Macht, Deutschland 1920, Hans Werckmeister © Deutsche Lichtbild-Gesellschaft e. V. (DLG), BerlinDer deutsche Stummfilm hinterfragt die Fortschrittsgläubigkeit der Moderne als eine der Grundursachen des Klimawandels. Erzählt wird die Geschichte eines einfachen Grubenarbeiters, der von einem Bewohner des Planeten Algol vom Geheimnis einer ewigen Energiequelle erfährt. Diese Technik wird jedoch nicht zum Nutzen aller, sondern zur Machtausübung Einzelner missbraucht. Am Ende sind die wenigen Profiteure der Algol-Technik trotz ihrer ungeahnten Reichtümer nicht einmal in der Lage, individuelles Glück zu erlangen – die eigentliche Tragödie des Films.

3. Über Wasser
Udo Maurer, Österreich/Luxemburg, 2007, 82 min

Über Wasser, Österreich / Luxemburg 2007, Udo Maurer © Lotus-Film (A) und Samsa Film (Lux), 82 Min.Die neue österreichische Filmdokumentation Über Wasser des Regisseurs Udo Maurer erzählt in drei Kapiteln aus drei unterschiedlichen Teilen unserer Erde von der existentiellen Bedeutung des Elements Wasser für die Menschheit. Ein scheinbar banales und selbstverständliches Faktum wird so zu einer spannenden und unmittelbaren Erzählung vom alltäglichen Kampf ums Überleben. Trotz des Wassers. Ohne das Wasser. Mit dem Wasser. Von den Fluten und Überschwemmungen im Mündungsgebiet des Brahmaputra in Bangladesch, über die ehemals florierende Fischerei- und Hafenstadt Aralsk am Aralsee, die heute verloren in der trockenen kasachischen Steppe liegt, bis zum täglichen Kampf aller gegen alle um ein paar Kanister sauberen Wassers in Kibera, dem größten Slum im afrikanischen Nairobi.

4. Vor der Flut: Tuvalu
Paul Lindsay, GB/Frankreich, 2004, 62 min

Before The Flood, UK/France 2004, Paul Lindsay © Stampede Films, 62 Min.Die britisch-französische Koproduktion Before the Flood: Tuvalu erzählt vom pazifischen Eiland Tuvalu, das aufgrund des Klimawandels in wenigen Jahrzehnten im Meer versinken wird. Einst drittärmstes Land der Welt, hat Tuvalu in den 90er Jahren seine Internetdomain „.tv“ verkauft und damit seinen etwa 10.000 Einwohnern eine enorme Wohlstandssteigerung beschert. Mit dem Geld zieht in Tuvalu nun der American Way of Life mitsamt seiner Ressourcenverschwendung ein. In einem ironisierend-melancholischen Ton beschreibt der Film die Wirkmächtigkeit des modernen westlichen Lebensmodells. Und zeigt gleichzeitig, wie schwierig es ist, auf kurzfristigen Konsum zugunsten langfristiger Lebensqualität zu verzichten. Selbst wenn die negativen Auswirkungen buchstäblich vor der eigenen Tür liegen.

5. Recipes for disaster
John Webster, Finnland, 2008, 85 min

Recipes for Disaster, Finnland 2008, John Webster © Magic Hour Films ApS, 85 Min.Besorgt über die Sucht der Zivilisation nach Öl und die katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels, überzeugt ein Filmmacher seine Familie für ein Jahr auf „Öl-Diät” zu gehen. Mit dem Ziel, ihren Beitrag zu den CO2-Emissionen zu reduzieren, entdeckt er vieles – ebenso die eher gezwungenermaßen mitmachenden Kinder und seine Frau – und wird zu einem Mann mit einer Mission. Recipes for Disaster ist sehr witzig und unterhaltsam. Trotzdem immer wieder tiefsinnig, weil er auch die menschliche Dimension nicht auslässt – insbesondere Konflikte mit der Geduld der Familie bishin zu eigenem Fanatismus, der aber durch die Liebe seiner Frau aufgefangen wird. Ein wirklich frischer Wind, was Klimadokus betrifft!

6. Menschen – Träume – Taten
Andreas Stiglmayr, Deutschland, 2007, 90 min

Menschen Träume Taten, Deutschland 2007, Andreas Stiglmayr © Stiglmayr Film, 90 Min.Auf der Suche nach einem zukunftsorientierten Gesellschaftsentwurf stieß Filmemacher Andi Stiglmayr in der Altmark – 150 km westlich von Berlin – auf die 1997 gegründete Modellsiedlung „Sieben Linden“. 120 Menschen haben sich zu unterschiedlichen Nachbarschaften zusammengefunden und versuchen dort die verschiedenen Bereiche des Lebens – wie Arbeit, Freizeit, Bildung und Kultur – miteinander zu verbinden. Aber gerade was z. B. Kommunikation, Kindererziehung, Macht und insbesondere das Verhältnis zwischen Mann und Frau anbelangt, wird deutlich, dass sich in diesem Mikrokosmos die Probleme der Gesellschaft auf anschauliche Weise widerspiegeln. Ein Film, der aufwühlt und dazu anregt, etwas zu verändern, etwas in die Hand zu nehmen.

7. Die Rechnung
Peter Wedel, Deutschland, 2009, 4:22 min

Die Rechnung, Deutschland 2009, Peter Wedel © Peter Wedel, 4:22 Min.In dem von Regisseur Peter Wedel umgesetzten Kurzfilm unterhalten sich drei Freunde in einer Kneipe über ihre Erlebnisse in den vergangenen Wochen. Dabei entsteht ein buntes Klimasündenregister, das durch das Auftreten der Kellnerin zugespitzt wird. An dem Klima-Kurzfilm haben bekannte deutsche Schauspieler mitgewirkt, u. a. Benno Fürmann.

8. They will come to town
Thilo Ewers, Deutschland, 2008, 1:20 min

They Will Come To Town, Deutschland 2008, Thilo Ewers © Filmakademie Baden-Württemberg, 1:20 Min.Thilo Ewers animierter Kurzfilm veranschaulicht auf eindrucksvolle Art die dramatischen Folgen des Klimawandels für unsere Städte. Dabei kommt der Film ganz ohne Worte aus – schon deshalb, weil es keine Darsteller gibt, die sie sprechen könnten.

9. Das Rad
Chris Stenner; Heidi Wittlinger; Arvid Uibel, Deutschland, 2001, 8:30 min

Das Rad, Deutschland 2001, Chris Stenner, Heidi Wittlinger, Arvid Uibel  © Filmakademie Baden-Württemberg, 8:30 Min.Der mehrfach ausgezeichnete und für den Oscar nominierte animierte Kurzfilm von Chris Stenner, Arvid Uibel und Heidi Wittlinger verfolgt aus der Sicht zweier Steine auf amüsante Art die Entwicklung der Menschheit und ihrer Technologien von der Steinzeit bis in die Zukunft.

10. Der Kreis
Klaus Georgi, DDR, 1988, 3:25 min

Der Kreis, DDR 1986, Klaus Georgi © DEFA-Studio für Trickfilme,  3:25 Min.Animationsfilm in Kollagetechnik über Sinn und Unsinn von Produktion und Konsum. Die eifrig produzierende Fabrik am Ort hat die Umwelt so weit verschmutzt, dass Menschen und Tiere Schutzmasken tragen müssen. Mit der letzten Filmszene schließt sich der Kreis: Die Fabrik produziert Schutzmasken.

11. Konsequenz
Klaus Georgi, DDR, 1986, 2 min

Die Konsequenz, DDR 1986, Klaus Georgi © DEFA-Studio für Trickfilme, 2 Min. Der kurze Animationsfilm der DEFA zeigt die Scheinheiligkeit der Menschen im Umgang mit Naturschutzthemen auf und weist gleichzeitig auf die Folgen dieses Verhaltens für die Umwelt hin.


12. Was machst du gegen den Klimawandel?
Katrin Rothe, Deutschland, 2008, 2:45 min

Was tust Du eigentlich?, Deutschland 2008, Katrin Rothe © ZDF, 2:45 Min.In zweieinhalb Minuten die Welt retten, in zweieinhalb Minuten mit einer einzigen Frage ein ganzes Universum von Hoffnungen und Träumen, von Wünschen und Ängsten, von Meinungen und Plänen heraufbeschwören. Dabei zum Nachdenken ermutigen, zum Schmunzeln ermuntern und, im besten Fall, zum Handeln bewegen, denn die Welt rettet nicht ein Mensch alleine – das ist das ebenso einfache wie ehrgeizige Prinzip von „Was machst du eigentlich?“.

13. Wenn der Eisberg kalbt
Sylvie Hohlbaum; Gregor Schubert, Deutschland, 2002, 6 min

Wenn der Eisberg kalbt, Deutschland 2002, Sylvie Hohlbaum, Gregor Schubert © HfG Offenbach, 6 Min.Rüsselsheims Obertüftler Manfred Binder beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit der Zukunft unserer Zivilisation und dem Risiko einer möglichen ökologischen Katastrophe. Daraus entwickelt er Ideen, die so stringent wie einfallsreich sind: Durch eine von ihm gefertigte „Überlebenskapsel” ist ein Überleben möglich …

 

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