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Nachrichten in großen Mengen - Die Deutsche Presse Agentur (dpa)

Blick in die Grossraum-Redaktion in der Zentrale der Deutschen Presse-Agentur GmbH (dpa) in Hamburg Copyright: picture-alliance/ dpa/dpawebDer Firmensitz der Deutschen Presse Agentur (dpa) in Hamburg; Copyright: picture-alliance / dpaDie dpa ist der größte Nachrichtengroßhändler Deutschlands. Sie besteht seit 1949, belieferte zunächst deutsche Zeitungen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und ist heute multimedial und mit ihren Auslandsdiensten auch weltweit aktiv.

Wer an einem beliebigen Tag einmal durch die Online-Angebote diverser Regionalzeitungen surft, dem fallen sie sofort ins Auge - dpa-Meldungen, Berichte und Fotos zu allen Themen der Zeit. Seien es Sport und Unterhaltung, Politik oder Wirtschaft, Wissenschaft oder Medien, Kultur oder auch nur die bunten People-Seiten. Hinter dem Urheberkürzel dpa steckt ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Medien mit 190 Gesellschaftern aus Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen, Verlegern und Rundfunkanstalten. Sein wirtschaftlicher Zweck: die Sammlung, Verarbeitung und Verbreitung von Nachrichten-, Archiv- und Bildmaterial jeder Art. Laut Gesellschaftsvertrag werden Unparteilichkeit und Unabhängigkeit von Parteien, Weltanschauungsgruppen, Wirtschafts- und Finanzgruppen sowie von Regierungen vorausgesetzt.

Nachrichten-Dienste flächendeckend

Das Gruppenunternehmen dpa besteht aus verschiedenen Töchtern mit Hauptstandorten in Hamburg, Berlin und Frankfurt, außerdem gibt es Beteiligungen an Agenturen in Deutschland, in der Schweiz und in Belgien. Dort wird bei den jeweiligen Diensten die dpa-Ware produziert - Nachrichten in Text, Ton oder Bild.

dpa-Basis-, Landes-, Themen- und Kurznachrichtendienst bieten alle Produktgruppen der Sparte Text; die dpa-Bilderdienste sind in Bildfunk, Bilddatenbank, Bildarchive, Fotoreport, Sportreport und Archivreport gegliedert. Zur Veranschaulichung: im Jahr 2005 erschienen täglich etwa 10 Bücher mit dpa-Bildern, die Bildredaktion der Brockhaus-Enzyklopädie bedient sich zu 75 Prozent bei dpa. Gesprochene Nachrichten, O-Töne und Interviews bieten rufa-Audiodienst, rufa-Radiodienst, dpa-Hörfunknachrichten und dpa-Onlineradio; die Dienste dpa-Grafik, dpa-InfoActive und Globus-Grafik präsentieren die optische Aufbereitung komplexer Themen, und dpa-Webline sowie dpa-Mobile liefern News in Text, Bild und Ton für Online-Angebote. dpa-Business schließlich bietet Wirtschaftsunternehmen alle Arten von "wettbewerbsrelevanten Informationen".

Information global

Blick in die Grossraum-Redaktion in der Zentrale der Deutschen Presse-Agentur GmbH (dpa) in Hamburg Copyright: picture-alliance/ dpa/dpawebInformationen über das globale Geschehen erreichen die dpa-Dienste aus einem weltweiten Berichterstattungsnetz mit etwa 800 festen Mitarbeitern - 600 im journalistischen Bereich - sowie mehreren tausend freien Journalisten und Fotografen. Außerdem gibt es Kooperationen mit anderen Anbietern und vielfältige Quellen in Institutionen, Behörden und Presseabteilungen politischer oder wirtschaftlicher Apparate. Der Weg in die Welt führte bis 1970/71 gemeinsam mit der englischen Nachrichtenagentur Reuters, danach mit der amerikanischen Agentur United Press International (upi), bis man schließlich im Jahr 1988 selbständig agieren konnte. Mit ihren internationalen Diensten in englischer, spanischer und arabischer Sprache beliefert die dpa heutzutage auch Medien in über 100 Ländern. Die Produktion der internationalen Dienste findet in Washington D.C., Cork, Buenos Aires, Madrid, Nikosia und Bangkok statt.

Vom Hellschreiber zum Internet

dpa ist Technikgeschichte, ihre Etappen sind spannend: vom ersten deutschlandweiten dpa-Fernschreibnetz 1949 zum terrestrischen Langwellenfunk und dann zum Satellitennetz; vom per Bahn verschickten Ereignisfoto über den Langwellen-Bildfunk bis zur Fast-Echtzeitübermittlung via Internet, vom Hellschreiber mit seinen Papierstreifentexten über Radioröhre und Bildschirmtext bis zum dpa-MedienServer (MeS). Hier kann der Kunde Bilder, Töne und Grafiken im Intranet abrufen. Da könnte mancher Redakteur überflüssig werden, aber Rationalisierungseffekten sind auch die Beschäftigten der dpa ausgesetzt. Selbst wenn Reporter und Fotograf, Rechercheur und Redakteur traditionsgemäß als die wesentliche Ressource des Unternehmens wertgeschätzt sind ("Menschen machen Nachrichten") - 784 Beschäftigte im Jahr 2005 (94,67 Mio. Umsatzerlös) im Verhältnis zu 752 Beschäftigten im Jahr 1950 (11 Mio.) sprechen für sich.

Infotext und crossmediales Infotainment

Die Entwicklung der dpa-Ware Nachricht zeigt bei all dem erstaunliche Ergebnisse. Die dpa-Kurznachricht in der Randspalte der Zeitung ist nur das bekannteste Produkt des Dienstleisters. Im journalistischen Angebot sind ganze Themenseiten, Audiobeiträge und die übersichtlich gebaute Computergrafik. Nachrichten werden heute auch bei dpa für die Handy-Nutzung, als SMS, Podcast und in multimedialen Formen für Onlinepublikationen produziert. Als neueste Entwicklung wurde jetzt ein Kinder Dienst vorgestellt. Leser und Leseanfänger zwischen 6 und 10 Jahren sollen crossmedial informiert werden. Der Dienst bietet Nachrichten, Erklärungsstücke und Stichwörter in kindgerechter Sprache. Die Kinder erhalten via Internet auch interaktive Multimedia-Angebote und können per Handy oder SMS über neue Themen abstimmen. Das verspricht für die Zukunft eine anspruchsvolle Zielgruppe, die hoffentlich das Lesen gut recherchierter Artikel nicht verlernt, so altmodisch es auch sein mag.
Martin Zähringer.
ist freier Journalist, Berlin

Copyright: Goethe-Institut, Online-Redaktion

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Juni 2007

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