Deutschland
Symposium „Wie stabil ist unsere Demokratie?“

Deutsches Nationaltheater Weimar | Foto: Thomas Müller
Deutsches Nationaltheater Weimar | Foto: Thomas Müller

Der Wortlaut der Weimarer Verfassung legte einen Grundstein für viele andere europäische und außereuropäische Verfassungstexte. Aber wie vertraut sind wir mit diesen Verfassungsinhalten und was bedeuten sie uns? Unter der Fragestellung „Wie stabil ist unsere liberale Grundordnung? Internationale Perspektiven zur Zukunft demokratischer Verfassungen“ findet am 2. Februar 2019 im Rahmen der „Woche der Demokratie“ ein Symposium des Goethe-Instituts, der Dramaturgischen Gesellschaft und des Deutschen Nationaltheaters Weimar statt. Der eröffnenden Rede von Norbert Lammert, Bundestagspräsident a. D., folgt eine international besetzte Gesprächsrunde mit Perspektiven aus Brasilien, der Türkei und aus Spanien, moderiert durch Martin Sabrow, Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam.
 
Weimar
2. Februar 2019

Fragen nach der Zukunft der Demokratie sind unter dem Eindruck gravierender gesellschaftlicher Umbrüche und der Neuausrichtung internationaler und nationaler Bündnisse allgegenwärtig. Die Erinnerung an die erste verfassungsgebende Nationalversammlung in Weimar vor 100 Jahren bietet Gelegenheit, die großen Errungenschaften für die Demokratie zu würdigen, wie etwa die Zusicherung der Grundrechte und der Gleichberechtigung. Aber auch die Schatten der späteren Auslegung durch den umstrittenen Begründer der Verfassungslehre Carl Schmitt werden angesprochen.

Demokratie unter Druck

In der Weimarer Verfassung vorgesehen war unter anderem ein „Republikschutz“ als Reaktion auf Terror und Mordanschläge, der ein Spannungsverhältnis zwischen Staatsinteressen und Persönlichkeitsrechten zeitigte. Wie kann der durch Terror und andere Bedrohungen unter Druck geratene freiheitliche Rechtsstaat seine Existenz verteidigen, ohne seine ethischen Grundlagen zu verraten? Wie lässt sich der Aushebelung von Grundrechten entgegenwirken? Diese Fragen gewinnen vor dem Hintergrund aktueller populistischer Tendenzen wieder an Brisanz und Dringlichkeit – nicht nur in Europa, sondern weltweit.
 
So ist die Kooperationsveranstaltung des Goethe-Instituts mit der Fragestellung „Wie stabil ist unsere liberale Grundordnung? Internationale Perspektiven zur Zukunft demokratischer Verfassungen“ Teil der „Woche der Demokratie₺ vom 1. bis 10. Februar 2019 im Deutschen Nationaltheater. Es war Frank-Walter Steinmeier, der vor zehn Jahren beim Festakt zur Erinnerung an die Weimarer Nationalversammlung anregte, das Deutsche Nationaltheater Weimar zu einem Geschichts- und Lernort für Demokratie aufzuwerten.  

Internationale Perspektiven zur Zukunft der Demokratie

Nach der Eröffnung durch Norbert Lammert, Bundestagspräsident a. D., moderiert Martin Sabrow, Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam, eine international besetzte Gesprächsrunde: Pablo Holmes, Professor für Verfassungstheorie an der Universität Brasilia, bringt Perspektiven zur Rechtsstaatlichkeit in Lateinamerika ein. In Ländern wie Venezuela oder Brasilien lassen sich zunehmend einschneidende Erfahrungen des Ausnahmezustandes sowie gesellschaftspolitische Polarisierungen und Verschärfungen des Populismus beobachten.
 
Fernando Vallespín Ona, Professor für Politikwissenschaft an der Universidad Autónoma Madrid, nimmt zu konstitutionellen Fragen in Spanien sowie zur EU-Debatte Stellung und beleuchtet historische Bezüge zur Segunda República Española. Aus türkischer Sicht kommentiert Ece Göztepe Çelebi, Professorin für Verfassungsrecht an der juristischen Fakultät der Bilkent Universität Ankara, Formen der Erosion von Demokratie. Eines ihrer Forschungsfelder ist das Ausnahmerecht – auch nach dem Verständnis von Carl Schmitt. Im Anschluss wird es eine Diskussion mit dem Publikum geben.
 
Das Symposium „Wie stabil ist unsere liberale Grundordnung? Internationale Perspektiven zur Zukunft demokratischer Verfassungen“ ist eine Veranstaltung des Goethe-Instituts in Kooperation mit dem Deutschen Nationaltheater Weimar und der Dramaturgischen Gesellschaft im Rahmen der „Woche der Demokratie“.

Kontakt

Simone Lenz
Referentin Bereich Bildung und Diskurse
Goethe-Institut e.V.
Tel.: +49 89 15921 309
simone.lenz@goethe.de
 
Hannah Cuvalo
Pressereferentin
Goethe-Institut Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906-471
hannah.cuvalo@goethe.de
 

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