12. Januar 2026
FACHKRÄFTESICHERUNG FÜR DEUTSCHLAND: BUNDESKANZLER MERZ IM AUSTAUSCH MIT DEUTSCHLERNENDEN IN INDIEN

Im Rahmen seiner zweitägigen Reise nach Indien traf Bundeskanzler Friedrich Merz heute indische Deutschlernende in Ahmedabad. Im Mittelpunkt stand der persönliche Austausch mit den angehenden Fachkräften, die eine Beschäftigung oder ein Studium in Deutschland anstreben. 

Die jungen Inderinnen und Inder, mit denen sich Bundeskanzler Merz austauschte, lernen an verschiedenen Standorten des Goethe-Instituts in Indien Deutsch. Einige haben ihre Ausbildungsverträge in Deutschland schon unterschrieben und werden noch diesen Sommer ihre Ausbildung in Deutschland beginnen.

„Expertise, gute Deutschkenntnisse und kulturelle Offenheit sind der Schlüssel zu einem erfolgreichen Start in Deutschland. Wer dies mitbringt, dem stehen alle Türen offen. Davon profitieren alle – indische Fachkräfte sowie deutsche Arbeitgeber. Denn ausgebildete Fachkräfte sichern unseren Wohlstand. Deutschland braucht qualifizierte Profis in Industrie, Handwerk, Pflege, IT und Ingenieursberufen. Indien verfügt über hervorragend ausgebildete junge Menschen. Das ist eine Chance für beide Seiten", betonte Bundeskanzler Merz. 

WACHSENDES INTERESSE AN DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE IN INDIEN

Indien ist mit rund 1,47 Milliarden Einwohner*innen das bevölkerungsreichste Land der Welt und ein zentraler Partner Deutschlands in der Fachkräftesicherung. Die „Fachkräftestrategie Indien“ der Bundesregierung betont die Bedeutung von Sprachkenntnissen für die Integration.

In Indien wächst das Interesse an der deutschen Sprache und an Deutschland als attraktivem Studien-, Ausbildungs- und Arbeitsstandort. Das Goethe-Institut ist mit zehn Standorten in Indien vertreten. Neben den stark nachgefragten Präsenzkursen bietet es auch ein umfangreiches Online-Angebot zum Erwerb der deutschen Sprache. Allein im vergangenen Jahr verzeichnete das Goethe-Institut rund 25.000 Kursteilnahmen sowie 192.000 Prüfungsteilnahmen in Indien. Auch an indischen Schulen gewinnt Deutsch als Fremdsprache an Beliebtheit. Durch Angebote der Bildungskooperation Deutsch, der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) und speziell in Indien im Netzwerk öffentlicher Schulen durch das Projekt „Deutsch an 1000 Schulen“ stärkt das Goethe-Institut den schulischen Deutschunterricht.  Dies umfasst Angebote wie Fortbildungen für Lehrkräfte, Deutschtage oder Deutscholympiaden. Aktuell lernen in Indien rund 150.000 Schüler*innen an über 600 Schulen Deutsch als dritte Fremdsprache.

ZUWANDERUNG ALS FAKTOR FÜR DEN WIRTSCHAFTSSTANDORT DEUTSCHLAND

Die Zahl der indischen Staatsangehörigen in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht: von 86.000 im Jahr 2015 auf über 280.000 im Jahr 2025. Mehr als 50 Prozent arbeiten als Spezialist*innen oder Expert*innen, vermehrt in Bereichen wie IT, Ingenieurwesen und Pflege, in denen der Fachkräftemangel besonders spürbar ist.

„Deutschland ist angesichts seiner demografischen Herausforderungen dringend auf Zuwanderung angewiesen. In Indien gibt es viele junge Menschen, die Deutsch lernen und ihre berufliche Zukunft in Deutschland planen. Mit unseren Angeboten unterstützen wir sie dabei, diesen Schritt gut vorbereitet zu gehen. Eine solide sprachliche und kultursensible Vorbereitung ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe, Integration in den Arbeitsmarkt und eine langfristige Perspektive in Deutschland. Denn: Nur wenn Fachkräfte auch bleiben, können wir dem Fachkräftemangel effektiv entgegenwirken“, sagte Johannes Ebert, Vorstandsvorsitzender und Generalsekretär des Goethe-Instituts.

GEZIELTE VORBEREITUNG FÜR DEN WEG NACH DEUTSCHLAND

Das Goethe-Institut unterstützt weltweit Menschen, die sich für eine berufliche Zukunft in Deutschland entschieden haben. An den Standorten in Indien bietet das Goethe-Institut neben Präsenz- und Onlinekursen und visarelevanten Prüfungen, auch physische und digitale Informationsangebote der Bibliotheken. Das Projekt „Mein Weg nach Deutschland“ des Goethe-Instituts, das durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der EU kofinanziert wird, bietet darüber hinaus weitere passgenaue Informations- und Beratungsangebote rund um das Leben und Arbeiten in Deutschland.

Mit dem Projekt „Ausbildungspartnerschaften mit Asien und Lateinamerika“ (APAL), das gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit umgesetzt wird, werden junge Menschen sprachlich und kultursensibel auf eine duale Ausbildung in Deutschland vorbereitet. Die Bundesagentur für Arbeit vermittelt die Projektteilnehmenden an deutsche Unternehmen in den Bereichen Handwerk sowie gewerblich-technische Berufe. Der erste Projektdurchlauf von APAL in Indien startete 2024: Die Teilnehmenden des Pilotjahrgangs 2024/2025 in Delhi haben ihre Ausbildung in Nordrhein-Westfalen erfolgreich aufgenommen. Im Jahrgang 2025/2026 bereiten sich die Teilnehmenden derzeit in Delhi und Maharashtra auf den Ausbildungsstart im Sommer 2026 vor. 

Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Mit derzeit 150 Instituten in 99 Ländern fördert es die Kenntnis der deutschen Sprache, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild. Durch Kooperationen mit Partnereinrichtungen an zahlreichen weiteren Orten verfügt das Goethe-Institut insgesamt über rund 1.000 Anlaufstellen weltweit. 
www.goethe.de 


Kontakt: 

Katrin Sohns
Sprecherin
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 548
Katrin.Sohns@goethe.de

Yasmina Suleiman
Pressereferentin
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
Tel. +49 89 15921 638
YasminaIsabelle.Suleiman@goethe.de
 

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