Stellar frequencies

Das transkulturelle Exzellenzprojekt Stellar Frequencies setzt sich mit den Verflechtungen von Weltraumforschung, Politik und planetarischem Denken auseinander. Ausgangspunkt ist das verfallene Weltraumzentrum "Aragats", einst ein internationaler Ort der Suche nach außerirdischem Leben.
Das Projekt vereinigt Künstler*innen und Theoretiker*innen, die den Blick in den Kosmos dekolonial und experimentell neu verhandeln. Stellar Frequencies umfasst Residenzen, Ausstellungen in Armenien, Berlin und Nebra sowie Vermittlungsformate und schließt mit einer bilingualen Publikation ab.

Verlassene Parabolantenne in karger, hügeliger Landschaft bei grauem, nebligem Wetter. @ Jan-Tage Kühling

Über das Projekt

Das in den armenischen Bergen gelegene Weltraumzentrum "Aragats" war in den 1960er und 70er Jahren ein zentraler Ort sowjetischer Weltraumforschung. Neben militärischen Funktionen diente es der Erforschung des Kosmos und war ein Vorreiter der SETI-Forschung. Die dort gewonnenen Erkenntnisse standen im Kontext des „Space Race“, gesteuert aus Moskau, während die armenische Peripherie als Instrument imperialer Machtansprüche fungierte.

Heute sind die Anlagen verlassen und verfallen. Sie zeugen von Vergänglichkeit, während der Blick zu den Sternen weiterhin eine zeitlose Sehnsucht widerspiegelt. Gerade heute ist diese Perspektive hochaktuell: Die Auseinandersetzung mit dem All schärft unser Verständnis der Erde als verletzliches, begrenztes System, macht globale Abhängigkeiten sichtbar und stellt Fragen nach Verantwortung, Technologie und Zukunft neu. Zugleich gewinnen Weltraumprogramme und Visionen einer Expansion ins All erneut geopolitische und wirtschaftliche Bedeutung. Im Anthropozän wird die Reflexion der Erde als vernetzter Raum zentral – zugleich zeigt die Geschichte, dass dieser Blick nicht länger aus einer machtzentrierten Perspektive erfolgen kann, sondern dekolonisiert werden muss.

Beim Exzellenzprojekt Stellar Frequencies arbeiten internationale Sound-Künstler*innen zur Verflechtung sowjetischer Weltraumforschung und zu zeitgenössischen Theorien des Planetarischen. Während einer Residenz in Armenien entstehen neue künstlerische Positionen, begleitet von theoretischen Beiträgen.

Die Ergebnisse werden in Armenien, Berlin und Nebra ausgestellt, ergänzt durch eine Publikation sowie Vermittlungsformate in Kooperation mit Hochschulen, um Wissenstransfer und neue Publika zu fördern.

Beteiligte Künstler*innen

  • Goethe-Institut Logo
  • Logo vom Nopa Festival
  • Logo von NPAK
  • Logo vom History Museum
  • Logo von BAO
  • Logo vom LDA
  • Logo von Arche Nebra
  • Logo von ZKM
  • Logo vom HKW
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