JIFF: 'Ein nasser Hund'

Film

Ein Nasser Hund Ein Nasser Hund © Jewish International Film Festival 2022


Solheil ist 16, als er mit seiner jüdisch-iranischen Familie in den Wedding zieht, einen der multikulturellen, überwiegend muslimischen Stadtteile Berlins.

Schnell freundet er sich mit den Jugendlichen aus Husseyns Gang an. Als er im Supermarkt seine Davidstern-Halskette trägt, wird er von zwei arabischen Jugendlichen beschimpft und weggejagt. Solheil ist misstrauisch, will aber trotzdem dazugehören und verbirgt sein Judentum. 

Nachts schließt er sich Husseyns Bande bei Graffiti-Abenteuern und Kleinkriminalität an; er ändert schnell seine Sprechweise, nimmt den Straßenslang an, zieht mit der Bande durch das Viertel und wird zum Sprayer. Seine Tags sind cool, und "King Star" ist sein Pseudonym. Sein Status in der Gang wächst, und alle nennen ihn ihren Bruder. Tagsüber flirtet er mit dem coolen Mädchen Selma. Als die Bande jedoch beschließt, den Laden seiner Eltern auszurauben, muss er sich eingestehen, wer er ist und woher er kommt. 

Der Film von Regisseur Damir Lukacevic, basiert auf der provozierenden Autobiographie des deutsch-israelischen Autors, Arye Sharuz Shalicar mit dem Titel "Ein nasser Hund ist besser als ein trockener Jude".
Der in Kroatien geborene deutsche Filmemacher Lukacevic überträgt Shalicars in den 1990er Jahren angesiedelte Memoiren in die Gegenwart und verdeutlicht, dass Bigotterie und der Drang zur Anpassung auf erschreckende Weise allgegenwärtig sind.



Der Film "Ein nasser Hund" stellt dem Publikum wichtige Fragen zu kultureller Vielfalt und religiöser Identität vor und beschäftigt sich eingehend mit den Herausforderungen der Freundschaft und der Suche nach dem eigenen Platz in einer sich ständig verändernden und verwirrenden Welt.


50 Years Goethe-Institut Australia