Meine Erfahrung als Stipendiat*in des Goethe-Instituts in Deutschland
Am 25. Juli 2025 bekam ich einen Anruf, dass ich ein Stipendium für einen Deutschkurs in Deutschland gewonnen hatte. Ich war sehr überrascht und konnte es zuerst nicht glauben. Einige Tage später erfuhr ich, dass ich nach Freiburg in Baden-Württemberg reisen würde.
Vor der Reise hatte ich viele Gefühle gleichzeitig: große Freude, aber auch ein bisschen Angst. Für mich war Deutsch viele Jahre ein Fach im Klassenzimmer gewesen. Ich hatte es vor allem in Übungen, Büchern und kurzen Gesprächen benutzt. Jetzt sollte ich es im echten Leben sprechen, mit Menschen, die Deutsch jeden Tag benutzen.
Ich bin am 1. November in Deutschland angekommen. Freiburg hat mir sofort gefallen. Die Stadt ist sehr sauber, ruhig und freundlich. Ich wohnte im Gästehaus des Goethe-Instituts. Dort treffen viele Deutschlernende aus verschiedenen Ländern zusammen. Das Gästehaus hat alles, was man zum Leben braucht, und das Institut ist nur etwa zehn Minuten zu Fuß entfernt. Die Gegend ist eine Fußgängerzone, deshalb gibt es kaum Autos, und man kann gut zu Fuß gehen oder Fahrrad fahren.
Bevor der Kurs begann, machte ich einen Einstufungstest und kam in das Niveau B2.1. Wir waren nur fünf Teilnehmende im Kurs: aus Spanien, Frankreich, Italien, Kanada und Bolivien. Der Kurs war intensiv. Wir hatten viele Aufgaben, aber ich habe auch viel gelernt. Die Mediathek, der Phonetik Unterricht und das Sprachcafé haben uns dabei geholfen. Außerdem organisierte die Kulturabteilung Ausflüge nach Staufen und Basel sowie Besuche bei Konzerten und Lesungen.
Das Beste war, dass man jeden Tag viel Deutsch spricht, im Unterricht und auch im Alltag. Jeder hatte eine andere Muttersprache, und Deutsch war unsere gemeinsame Sprache. Beim Einkaufen, beim Fragen nach dem Weg, beim Kochen mit anderen oder beim Erzählen von kleinen Erfolgen merkte ich, dass ich immer sicherer wurde. Ich hatte keine Angst mehr, Fehler zu machen. Das, was ich in La Paz im Goethe-Institut gelernt hatte, half mir sehr, und ich war dafür dankbar.
Wenn ich heute an diese Zeit denke, bin ich sehr glücklich. Deutsch zu lernen öffnet nicht nur berufliche Chancen. Es zeigt uns auch neue Kulturen, neue Menschen und neue Ideen. Deshalb möchte ich alle, die diesen Text lesen, ermutigen, weiter Deutsch zu lernen. Deutsch ist nicht nur Grammatik oder Wortschatz: Diese Sprache kann Türen zu Erfahrungen öffnen, die das Leben verändern, so wie bei mir.
Bericht von unseren Stipendiaten 2018