Anna Seghers
(geb. 19.11.1900 in Mainz, gest. 01.06.1983 in Ostberlin) Schriftstellerin
Anna Seghers bürgerlicher Name lautete Annette Reiling. Sie studierte Geschichte, Kunstgeschichte und Sinologie in Köln und Heidelberg. Ihre erste Erzählung Die Toten auf der Insel Djal erschien 1924 in der Frankfurter Zeitung unter dem Pseudonym Antje Seghers. Für ihr Erstlingswerk Aufstand der Fischer von St. Barbara (1928) tauschte sie den Vornamen ihres Pseudonyms aus. Das Buch erhielt den Kleist-Preis. Während des Nationalsozialismus wurden ihre Werke verboten. Anna Seghers, die jüdischer Herkunft war, gelang über die Schweiz die Flucht nach Frankreich, wo sie für deutsche Zeitschriften arbeitete. 1941 wanderte die Familie nach Mexiko-Stadt aus, von wo sie sechs Jahre später nach Berlin zurückkehrte. Die deutsche Ausgabe ihres Erfolgsromans Das siebte Kreuz erschien 1942 in einem mexikanischen Exil-Verlag. Ab 1950 lebte sie in Ostberlin. Anna Seghers war von 1952 bis 1978 Präsidentin des Schriftstellerverbandes der DDR. 1947 war ihr der Georg-Büchner-Preis zuerkannt worden.