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Erinnerungen
Georgia Doetzer

Auf dem Bild sieht man das Porträt einer Frau. Diese steht seitlich und ihr Kopf ist der Kamera zugewandt. Sie trägt ein schwarzes Oberteil. Die Schulter die der Kamera zugewandt ist, ist mit einem bunten Tuch bedeckt. Sie trägt goldenen Kreolen und roten Lippenstift.
Foto (Ausschnitt): Amita Cathcart

Auf die nächsten 60 Jahre!

Meine persönliche Beziehung zum Goethe-Institut Zypern zählt bereits 45 Jahre. Kurze Zeit nach der Invasion lernte ich hier, an der Grünen Linie, die Nikosia teilt, in schwierigen und turbulenten Zeiten zum ersten Mal Deutsch. Diese zwischenmenschliche Beziehung setzte sich nicht nur in den folgenden Jahren fort, sondern erweiterte sich auch aufgrund der vielen wichtigen Kooperationen, die sich zwischen dem Rialto-Theater und dem Goethe-Institut seit der Gründung des Theaters im Jahr 1999 ergaben. 

Dank dieser fruchtbaren und kreativen Zusammenarbeit hat das Rialto-Theater Dutzende Künstler*innen aus Deutschland in sein Programm aufnehemen und sämtliche Aufführungen realisieren können. An dieser Stelle möchte ich den Beitrag des Goethe-Instituts zur Entwicklung des zeitgenössischen Tanzes durch dessen jahrelange Beteiligung an der Organisation des „damaligen“ Europäischen Tanzfestivals (1998-) hervorheben. Dutzende bedeutender Choreograph*innen und Tänzer*innen aus Deutschland nahmen an dem Festival teil, aus dem sich später das Festival für zeitgenössischen Tanz entwickelte. Nicht nur die Anwesenheit so vieler herausragender Gruppen, Choreograph*innen und Tänzer*innen auf der Bühne machte diese Zusammenarbeit so wertvoll, sondern auch die zahlreichen Aktivitäten, Workshops und Diskussionen mit dem Publikum und den anwesenden Künstler*innen. 

Von besonderer Bedeutung ist auch die Unterstützung und Beteiligung des Goethe-Instituts an den jährlichen institutionellen Filmveranstaltungen, den Internationalen Kurzfilmtagen (2010-) und den Internationalen Filmtagen (2001-). Zusätzlich zu den eingeladenen Filmemacher*innenn und ihren Filmen nehmen fast jedes Jahr Fachleute aus der Filmbranche an Workshops und Meisterklassen teil oder sind Mitglieder der Jury. Durch diese Kooperationen haben sich enge Beziehungen und ein Austausch mit Persönlichkeiten und dem internationalen Filmfestival aus Deutschland entwickelt.

Darüber hinaus war auch der Beitrag des Goethe-Instituts zur Organisation der Kulturhauptstadt Europas 2017 in Paphos vielschichtig. 

Unter den zahlreichen Kooperationen im Rahmen des Kulturhauptstadtprogramms nahm die Produktion und Umsetzung des Projekts „Remote Pafos“ durch die bekannte Theatergruppe „Rimini Protokoll“ einen besonderen Platz ein. Dabei hat das Team aus Deutschland nach vielen Besuchen und einem regen Austausch eine einzigartige Route im Stadtzentrum geschaffen, eine Aufführung, die von einem speziellen Klangfeld begleitet wurde und welche die Art und Weise, wie die Stadt erlebt werden kann, verändert hat.

Die beiden Organisationen haben auch bei der alternativen Produktion Lysistrata der Folkwang Universität zusammengearbeitet. Eine Produktion, die Schauspieler*innen und Performer*innen aus Zypern, Brasilien, Nigeria und Deutschland zusammenbrachte und im Haus des Jahrhunderts im Archäologischen Park von Paphos aufgeführt wurde.

Ein wichtiger Teil des Programms der Kulturhauptstadt Europas Paphos2017 war auch die bikommunale Aktion „Mythen und Geschichten von/über die Trennungslinie“, eine Organisation von Workshops und Aufführungen, die sich auf die unterschiedlichen Erzählungen und Mythen beziehen, die auf beiden Seiten der Trennungslinie vorherrschen.

Ich glaube, dass das Goethe-Institut in den 60 Jahren seines Bestehens in vielerlei Hinsicht zur Schaffung eines kreativen und fruchtbaren Dialogs zwischen den Künsten und Künstler*innen beider Länder beigetragen hat und damit einen wichtigen und unbestreitbaren Beitrag zur Entwicklung der Künste in Zypern geleistet hat.

Ich wünsche dem Goethe-Institut weitere 60 Jahre Kreativität und viele Erfolge!

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