Schnelleinstieg:

Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)

Band des Monats
Prinz Pi

Friedrich Kautz wird am 23. Oktober 1979 in Berlin geboren und absolviert nach dem Abitur sein Studium in Kommunikationsdesign an der Kunsthochschule Weißensee. Er wäre lieber Tischler geworden, seine Eltern jedoch wollen, dass er studiert. Derzeit lebt er in Kreuzberg. Musikalisch ist er sehr offen und hat einen vielseitigen Geschmack, von Hip Hop über Reggae zu Pop. In seiner Jugendzeit hört er vorwiegend Snoop Dogg, Eazy-E - Westcoast Hip-Hop. Gleichzeitig verehrt er die Beatles und später die Fugees.

Seine beziehung zum rap

Er fängt bereits in der Jugendzeit an, selbst Texte zu schreiben, seine Musik bleibt zunächst allerdings nur in seinem Freundeskreis, in welchem er CDs verteilt. Einem seiner Freunde wird die CD aus dem Spind bei der Bundeswehr entwendet, der Track Keine Liebe gerät so übers Internet an die Öffentlichkeit und leitet den Beginn seiner Berühmtheit ein. Mit seinem Hit Kompass ohne Norden landet der Künstler 2013 auf Platz 1. In den Folgejahren ist er abermals mit zwei seiner Hits an der Spitze der Charts. Heute hat er sein eigenes Plattenlabel „Keine Liebe Records“.

„Wenn man heute als junger Mensch etwas zu sagen hat und dann anfängt, Gedichte zu schreiben, dann wäre das irgendwie nicht der Zeitgeist, das würde wahrscheinlich nicht von so vielen Menschen aufgenommen werden. Rap ist da eine sehr neue Form.“ Er meint, der Mensch würde Dichtern oder Romanautoren direkt einen hohen Grad von Intelligenz zuschreiben. Von Rappern behauptet man nicht selten, sie seien „Vollidioten“, die eigentlich nicht viel Tiefgründiges zu sagen haben. Für Prinz Pi allerdings ist der Rap eine Ausdrucksform, mithilfe derer er sich alles, was ihn bewegt, von der Seele rappen kann.

Nicht immer der vorbildlichste Schüler

Darüber hinaus heißt es oft, Rapper seien ungebildet. Dies trifft auf den Großteil der Künstler in diesem Bereich allerdings nicht zu. Friedrich Kautz alias Prinz Pi hat Probleme in der Schule, derselben übrigens, die auch Walter Gropius – Architekt und Gründer des Bauhauses, Günther Jauch und einige bekannte Schriftsteller und Politiker besuchten. Als Rebell während seiner Schulzeit sprayt er auch viel. Nichtsdestotrotz sagt er, dass er noch heute sowohl von der Lehre des Humanismus als auch vom Erlernen der lateinischen sowie griechischen Sprache profitiert. Privat befasst er sich mit verschiedenster Literatur, von Karl May über anspruchsvolle soziologische sowie philosophische Literatur wie Foucault, Bourdieu, Nietzsche, Heidegger und Kant, aber auch mit aktuellen deutschen Autoren wie Juli Zeh und Clemens Meyer. Somit widerlegt er das Stereotyp des „verdummten Rappers“.

Die liebe ist kein zuckerschlecken

„Wer von der Liebe spricht, muss sie auch meinen, sonst kann er es gleich lassen.“ Er sagt von sich, er habe eine „Susi und Strolch“-Haltung zur Liebe, welche aber allzu oft von anderen nicht geteilt werde. Anderen reiche das einfache Zusammensein nicht aus, es geht um Materielles und das Überromantisieren der Liebe in der heutigen Gesellschaft.

Das Schöne an seinen Texten ist, dass er mit der Sprache spielt und diese präzise und gewählt einsetzt. Oftmals lassen seine Worte Interpretationsspielraum und vermutlich liegt der Grund seines Erfolges darin, dass sich fast ein jeder in zumindest einigen seiner Texte wiederfinden kann, da er auf Probleme und Eigenarten der jungen Generation eingeht. Seine Texte spiegeln die heutige Gesellschaft soziologisch wieder, er schreibt viel über Liebe, da er selbst bereits viele Beziehungen durchlebt hat. Über Freundschaften, die bleiben oder zerbrechen, aber auch über Scheitern und das Wiederaufstehen, über Oberflächlichkeit, Erfolgsgier und Vergänglichkeit in unserer kapitalistisch geprägten Gesellschaft.

Mit den Texten seiner Lieder gelingt es ihm, dem Hörer mit den darin beschriebenen Emotionen Gänsehaut zu verschaffen. Er spricht von Liebe, von Schmerz, der mit dieser verbunden ist. Einer seiner Songs - Laura - ist besonders bewegend - allerdings nicht der einzige seiner Texte, der sehr tiefgehend ist. Er könne allerdings nicht sagen, dass sich die im Song dargestellte Geschichte exakt so abgespielt hat, dennoch sind die vermittelten Gefühle echt. Durch das jahrelange Verfassen des Textes fällt es ihm leichter, den Schicksalsschlag zu verarbeiten. Denn im Song Laura verarbeitet er den Tod einer ehemaligen Partnerin, die sich das Leben nahm. An den Zeilen schreibt er fünf Jahre lang.

Seine Lebensweisheit und der Name Prinz Pi

Der Schlüssel zu einem guten Leben, sagt er, sei Ehrlichkeit. Nicht nur im Privatleben, sondern auch in der Kunst. Mit deutscher Politik könne er auch aus diesem Grund nichts anfangen, diese sei schon lange ein Trauerspiel: „Nur mit manchen Kandidaten hier und da und dann auch nur fragmentarisch.“ Er setzt sich mit vielem, was ihn emotional bewegt, sich selbst gegenüber ehrlich auseinander. Auch wenn es manchmal nur schwer zu ertragen sei und viele Menschen meinen, dieses Überreflektieren sei eine Schwäche, mache es einen stärker. Außerdem helfe es dem jeweiligen Umfeld, offener und besser damit umzugehen.

Und warum der Name Prinz Pi? Pi, das mathematische Mittel, einen Kreis präzise zu beschreiben. „Der Kreis ist für mich ein Symbol, in alle Richtungen zu schauen, ein Zeichen für eine zugewandte Denkweise, eine gewisse Geisteshaltung.“
 
 

DISKOGRAPHIE:

1998 Porno privat
2001 Radiumreaktion
2003 BlackbookCD #2 – Jung, schön & stylisch
2005 Teenage Mutant Horror Show
2005 Zeit ist Geld
2006 !DonnerwetteR!
2007 Das Prinz IP Prinz Pi Volume 1
2008 Neopunk
2009 Teenage Mutant Horror Show 2
2011 Rebell ohne Grund
2013 Kompass ohne Norden
2015 pp=mc²
2016 Im Westen nix Neues
2017 Nichts war umsonst

Top