Alle gegen Alles
50 Jahre Punk

Gegenüber Magazin Banner Image "Alle gegen Alles - Punk at 50" © Goethe-Institut Los Angeles

Alle gegen alles

Punk war nie einfach nur Musik. Punk war und ist vor allem eine Haltung: laut, unbequem, selbstermächtigt und mit einer gesunden Skepsis gegenüber allem, was angeblich alternativlos ist. Seit seinen Anfängen in den 1970er Jahren steht Punk für Protest, Selbstbestimmung und den Mut, gesellschaftliche Normen in Frage zu stellen. Mit seiner kompromisslosen Ästhetik, seinen kraftvollen Stimmen und seinem „Do-it-yourself“-Geist hat Punk nicht nur die Musik, sondern auch die Kunst, die Mode, die Politik und den Alltag nachhaltig geprägt. In unserem Dossier geht es um Aufbruch und Widerstand, um Subkultur und Gemeinschaft, um Haltung, Humor und die Lust am Anderssein.
Entstanden ist es in Zusammenarbeit mit Kaput – Magazin für Insolvenz und Pop, dessen geschulter Blick auf Pop, Gegenwart und Subkultur den Beiträgen eine besondere Schärfe verleiht. Gemeinsam fragen wir: Was bleibt von Punk, wenn aus Aufbruch Geschichte wird? Und warum ist seine Haltung gerade heute aktueller denn je? Dabei erzählen wir Punk nicht als abgeschlossenes Kapitel der Popgeschichte, sondern als Motor kultureller Energie, die erstaunlich gut ins Hier und Jetzt passt: widerspenstig, kreativ, manchmal nervig, manchmal inspirierend – und immer noch schwer zu bändigen. Punk is not dead. It’s 50.

„Der 50. Geburtstag ist ziemlicher Humbug“

Punk-Anthologien

Will man dem langlebigen wie globalen Phänomen Punk heute mit einem Buchprojekt noch neue Erkenntnisse abringen, muss man verdammt tief graben. Die beiden Bände„Angriff aufs Schlaraffenland“ und „Bored Teenagers“ tun genau das.

Collage Buchtitel Ventil Verlag ©Ventil Verlag © Ventil Verlag

Die Jungs von der Opel-Gang

Die Toten Hosen

Mit einer Karriere von über 40 Jahren sind Die Toten Hosen eine der dienstältesten Bands im deutschen Punk – und eine der erfolgreichsten. Wie haben sie sich trotz des kommerziellen Erfolges ihren Ruf als echte Punks bewahrt?

Die Toten Hosen mit ihrem legendären Opel Blitz © JKP © JKP

  • Punk in der DDR

    Zuviel Zukunft

    Punk machte auch vor der ehemaligen DDR nicht Halt. Doch Punk im Sozialismus ist seine ganz eigene Geschichte.

    Ein Punk mit Irokesenschnitt und ein uniformierter Volkspolizist warten nebeneinander auf die U-Bahn, dabei sehr bemüht sind, sich gegenseitig zu ignorieren. © CC Foto: Jörg Knöfel/ Lehmstedt Verlag, 2014 © CC Foto: Jörg Knöfel/ Lehmstedt Verlag, 2014

  • Ein kurze Geschichte des Punk in Deutschland

    Zeitenwende

    Punk eroberte innerhalb weniger Monate die Welt, in Deutschland entfaltete sich seine politische Dimension aber erst mit einiger Verspätung. Eine kurze Historie des Punk aus deutscher Perspektive.

    The legendary record store Rip Off © Deutsche Fotothek / Ilse Ruppert © Deutsche Fotothek / Ilse Ruppert

Börger, Ratte und der Rest

Punk in Jugendmagazinen

Die Punkgeschichtsschreibung wird in ihrer sakralen Nüchternheit dem eigentlichen Witz, dem anarchischen Spaß ihres Sujets, selten gerecht. Ein Blick auf historische Jugendzeitschriften bricht diesen heiligen Ernst.

Bildausschnitt aus einer Bravo Magazin Foto Love Story. Roxy raucht eine Drogenpflanze. © Bravo © Bravo

  • Interview mit FM Einheit

    Der Metallarbeiter in der Band

    FM Einheit ist seit über 45 Jahren ein fester Bestandteil der deutschen Musiklandschaft. Seit Anfang der 1980er war er lange Jahre als Metall-Perkussionist festes Mitglied der Einstürzenden Neubauten.

    Einstürzende Neubauten © Raven © Raven

  • Fanzines als Medien der Punkbewegung

    Fenster zu einer anderen Welt

    Fanzines dienten als Plattformen für die Vergemeinschaftung von Gleichgesinnten und prägten den Geschmack und Stil der deutschen Punkszene.

    Fanzines

Anarchie in Österreich

Neues Leben in einer toten Stadt

„Wenn die Welt einmal untergehen sollte, ziehe ich nach Wien, denn da passiert alles 50 Jahre später.“ Schenkt man dem Zitat Glauben, dann müsste Punk in Wien bald losgehen.

Illustration Collage Anarchy in Wien © Goethe-Institut Los Angeles © Goethe-Institut Los Angeles

  • Saufpunks

    Haste mal ’ne Mark?

    Ein fast rein deutsches Phänomen ist der sogenannte Saufpunk. Häufig als „Sozialschmarotzer“ abgetan, zeigt sich hinter nihilistischen Parolen ein überraschend politisches Profil. Porträt einer Subkultur.

    Saufpunks am Bahnhof © picture-alliance / ZB | Silke Reents © picture-alliance / ZB | Silke Reents

  • Porträt eines dem Punk treu gebliebenen

    Liebe in Zeitlupe: Peter Sempel

    Seitdem der Filmemacher und Fotograf Peter Sempel am 20. März 2026 kurz vor seinem 72. Geburtstag verstarb, ist es in der Hamburger Kunstszene spürbar stiller.

    Peter Sempel in New York 2000 © Peter Sempel © Peter Sempel