Träume können wahr werden

Vor meiner Teilnahme am Jugendkurs beschäftigten mich viele Gedanken um meine berufliche Zukunft. Ich war mir noch nicht sicher, wo ich studieren sollte oder wie mein Leben nach dem Schulabschluss aussehen würde. Durch die unvergesslichen Erlebnisse in Deutschland entwickelte ich aber einen Traum, den ich unbedingt verwirklichen wollte: ein Studium in Deutschland.

JUKU Benediktbeuern 2026 © Joane Arachel Saputra

Anfangs kam mir die deutsche Sprache wie aus einer ganz anderen Welt vor. Es gab so viele Wörter, deren Bedeutung ich nicht kannte, eine komplizierte Grammatik und Sätze, deren Aussage ich manchmal nicht nachvollziehen konnte. Es war anstrengend, und ich fragte mich oft, ob ich diese Sprache jemals gut beherrschen würde können.

Doch trotz all der Schwierigkeiten setzte ich mir immer mehr ein Studium in Deutschland zum Ziel. Ich wusste, dass ich irgendwo anfangen musste, wenn ich tatsächlich einmal in diesem Land studieren wollte. Also lernte ich weiterhin Deutsch und tatsächlich wuchs allmählich meine Zuneigung für die Sprache. Schließlich wurde Deutsch zu einem meiner Lieblingsfächer, und irgendwann zählte ich zu den Schülerinnen an meiner Schule, die mit der größten Begeisterung im Unterricht mitmachten.

Endlich kam der Tag

Am PASCH-Jugendkurs teilzunehmen, bedeutete für mich auch, zum ersten Mal ins Ausland zu reisen. Der Gedanke an die Reise und an die Chance, Deutschland hautnah zu erleben und endlich den Ort zu sehen, von dem ich bisher nur geträumt hatte, war sehr aufregend und ich freute mich unheimlich darauf.

Dann kam endlich der Tag, auf den ich so lange gewartet hatte. Ich kam in Deutschland an und betrat eine völlig neue Welt. Was den Jugendkurs aber so besonders machte, waren nicht nur die neuen Orte, die ich besuchte, sondern auch die Menschen, denen ich begegnete, und die Zeit, die wir miteinander verbrachten.

Ich begegnete meinen neuen Freund*innen: Zuzanna aus Tschechien, Hanna aus Schweden, Deetya aus Indien, Emily aus Irland und vielen anderen. Auch meine Freundschaften mit Vea, Vita, Abyan und Angga, die wie ich aus Indonesien kommen, wurden viel enger. Wir waren wie die Minions – genau so chaotisch wie in den Filmen. Außerdem verstand ich mich sehr gut mit unseren Betreuer*innen, etwa mit Lena, Pelle, Sina und Benji; sie waren wie ältere Geschwister, die ich sonst nicht habe. Obwohl wir aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen stammen, gelang es uns, in so kurzer Zeit eine enge Verbindung zueinander aufzubauen.

Moment für die Unendlichkeit

Zu meinen täglichen Lieblingsbeschäftigungen gehörten die Streifzüge durch Benediktbeuern. Meine Freund*innen und ich erlebten sogar unsere eigenen kleinen kulinarischen Abenteuer: Wir probierten Currywurst in verschiedenen Lokalen oder besuchten Bäckereien, um unbekannte Gebäckstücke und Kuchen zu probieren. Und natürlich durften auch unsere fast täglichen Abstecher zum Supermarkt nicht fehlen! Irgendwie verbrachten wir die letzte Stunde unserer Freizeit immer damit, in den Ladenregalen zu stöbern, um nach Leckereien für Zuhause zu suchen. Es klingt vielleicht banal, aber genau diese Suche nach Snacks und die Abenteuer im Supermarkt mit meinen Freund*innen gehören zu den Dingen, die ich am meisten vermissen werde.

Wenn ich darüber nachdenke, wird mir klar, dass es eigentlich gar nicht um die Orte ging, die wir besucht haben, oder um die Gerichte, die wir gegessen haben. Es ging vor allem um die Menschen, mit denen gemeinsam ich die Zeit im Deutschunterricht und während der Freizeit verbracht habe. Ob wir durch Benediktbeuern geschlendert sind, im Supermarkt waren, verschiedene Speisen probierten oder einfach nur spazieren gingen und uns unterhielten – jeder noch so kleine Moment wurde zu etwas Besonderem, weil ich ihn mit meinen neuen Freund*innen teilen konnte. Genau diese Momente sind es, die ich ganz sicher am meisten vermissen werde.
  • Foto mit der Deutschlehrerin © Joane Arachel Saputra
  • Foto mit neuen Freund*innen © Joane Arachel Saputra

Hitzewelle in München

Unser Ausflug nach München hat auf jeden Fall Eindruck hinterlassen. Allerdings vor allem deshalb, weil ich den ganzen Tag lang das Gefühl hatte, zu schmilzen! Es war unglaublich heiß. Obwohl ich mich ordentlich mit Sonnenschutz eingecremt hatte, einen Hut trug und sogar einen Sonnenschirm dabei hatte, wurde meine Haut trotzdem dunkler. Ich sehnte mich förmlich nach einer Klimaanlage! Am Ende des Tages war ich völlig erschöpft und brauchte unbedingt eine Abkühlung. Also kaufte ich mir ein Eis. Es war wahrscheinlich das erfrischendste Eis, das ich jemals gegessen habe. Auch wenn ich die ganze Zeit geschwitzt habe, bleibt der Tag unvergesslich.

München selbst ist eine wunderschöne Stadt. Alte Gebäude, beeindruckende Architektur und belebte Straßen verleihen der Stadt eine lebendige Atmosphäre. Wir spazierten durch die Straßen, besuchten Boutiquen und schauten uns jede Menge Mode an. Es war richtig viel los und, ehrlich gesagt, auch ziemlich teuer, aber es gab immer etwas Interessantes zu sehen.

Was für eine Überraschung

Als wir am Flughafen auf unsere Boardingkarten warteten, kam jemand auf die Idee, beim geplanten Länderabend Gemu Fa Mi Re aufzuführen, ein bekannter Bewegungs-Ablauf bzw. Tanz aus Indonesien. Und ja, ich gebe voller Stolz zu, dass die Idee von mir stammte. Wir hatten nur zwei Tage Zeit zum Proben, und es war ziemlich chaotisch. Aber ehrlich gesagt hatten wir so viel Spaß, dass wir uns nicht darum scherten. Dann geschah an dem Abend etwas völlig Unerwartetes: Alle anderen Teilnehmenden machten mit und tanzten gemeinsam mit uns. Plötzlich war es nicht mehr nur eine Darbietung aus Indonesien, sondern alle tanzten zusammen, lachten und genossen es. Das bleibt unsere schönste Erinnerung an den Länderabend, ein Abendprogramm, bei dem wir etwas aus unserer Heimat präsentieren konnten.

Kein Traum, sondern ein Ziel

Es sind erst wenige Tage seit dem Ende des Jugendkurses vergangen und mir ist bereits klar, dass diese Erfahrung meine Erwartungen weit übertroffen hat. Diese drei Wochen zählen zu den besten meines Lebens. Ich vermisse all die tollen Menschen, die ich kennengelernt habe, meine neuen Freund*innen, und die vielen schönen Erinnerungen, die wir gemeinsam geschaffen haben. Auch die Ausflüge zu schönen Orten vermisse ich. All das kam mir neu und aufregend vor. Selbst so einfache Dinge wie das Probieren von Currywurst und anderen köstlichen deutschen Gerichten wurden für mich zu unvergesslichen Erlebnissen. Diese drei Wochen haben mir eine noch größere Motivation geschenkt, weiter Deutsch zu lernen.

Inzwischen fühlt sich Deutschland nicht mehr wie ein ferner Traum an, sondern wie ein Ziel, das ich Schritt für Schritt erreichen kann. Nun steht auf meinem Plan, meine Deutschkenntnisse weiter zu verbessern, damit ich eines Tages nach Deutschland zurückkehren und mehr von dem erfahren kann, was das Land zu bieten hat.