Reise in die Tausendjährige Stadt
Zwischen lebendigem Unterricht, spannenden Ausflügen und einer vielfältigen Gemeinschaft sammelten wir Erfahrungen, die uns weit über den Kurs hinaus prägen. Eine Zeit, die Mut schenkte, Freundschaften formte – und die wir für immer im Herzen tragen werden.
Das Ziel immer im Blick
Der lange Auswahlprozess hat sich gelohnt. All die Anstrengungen, all die Tage und Nächte, die wir mit Lernen verbracht haben, führten schließlich zu der Chance, ein PASCH-Jugendkurs-Stipendium zu erhalten — ein dreiwöchiger Deutschkurs in Goslar. Neben Teilnehmer*innen von vielen verschiedenen indonesischen Inseln trafen wir dort auch Schüler*innen aus zwölf weiteren Ländern. Vor der Abfahrt wurden wir gut vorbereitet, sodass die Reise und alle Aktivitäten in Deutschland reibungslos verliefen.Die drei Wochen in Deutschland verbrachten wir damit, die deutsche Sprache, Kultur und Geschichte zu erlernen und zu erleben. Die abwechslungsreichen und spielerischen Unterrichtsmethoden sorgten dafür, dass wir jeden Tag voller Motivation waren. In unserer Freizeit konnten wir zahlreiche Aktivitäten genießen: Karaoke, Tanzen, Sport, Brettspiele, gemeinsames Kochen und vieles mehr. Außerdem knüpften wir viele neue Freundschaften mit Jugendlichen aus Ländern wie zum Beispiel Indien, dem Kosovo oder Bangladesch.
Mehr als Unterricht und Bücher
An den Wochenenden wurde der Unterricht durch Ausflüge ersetzt, bei denen wir neue Städte oder Sehenswürdigkeiten in und um Goslar besuchten. Wir fuhren entweder mit dem Bus oder waren zu Fuß unterwegs. Zu den Orten, die wir besichtigten, gehörten das Herkules-Denkmal in Kassel, die Universität Göttingen und das Phaeno-Museum in Wolfsburg. Während des Jugendkurses erhielten wir sogar ein Taschengeld, das wir für persönliche Bedürfnisse oder für Souvenirs nutzen konnten. Ein besonderes Highlight war der Moment, als wir die Erlaubnis erhielten, Goslar eigenständig zu erkunden. Die schöne Altstadt zu genießen, gemeinsam Eis zu essen und neue Gerichte auszuprobieren – das alles sind Erinnerungen, die wir nie vergessen werden.Sich an einen fremden Ort anzupassen, war zu Beginn gar nicht so einfach. Zum Beispiel waren die ungewohnten Gerichte und Geschmacksrichtungen, die ganz anders als die in Indonesien sind, ein kulinarisches Erlebnis. Zudem waren die Toiletten in Goslar ohne Bidet und wir mussten mit dem täglich wechselhaften Wetter klarkommen. Auch unsere Sprachkenntnisse wurden ständig gefordert, besonders im Austausch mit anderen internationalen Teilnehmenden. Doch all das minderte die Freude an unserem Aufenthalt nicht im Geringsten.
Das eindrucksvollste Erlebnis während des Aufenthalts war für uns der Länderabend. Dort präsentierten die Teilnehmer*innen die Kultur ihrer Heimatländer, durch Gesang, Tanz oder traditionelle Speisen und Süßigkeiten. Für Indonesien stellten wir ein durch regionale Musik begleitetes Tanzmedley zusammen, bestehend aus dem Dayak-Kriegstanz, Sinanggar Tulo, Dendang Dikideng und Pacu Jalur. Wir alle trugen dabei die traditionelle Kleidung unserer Herkunftsregion und präsentierten stolz unsere kulturelle Vielfalt.
Deutsch öffnet Türen und verbindet
In der letzten Woche, kurz vor der Heimreise, spielten wir gemeinsam mit den Betreuer*innen, schrieben uns gegenseitig Briefe und verbrachten unseren letzten gemeinsamen Abend mit allen Teilnehmer*innen im großen Hauptraum. Der Abend war voller Tränen, Abschiedsworte und Dankbarkeit für die Möglichkeit, am PASCH-Jugendkurs teilzunehmen.Diese Erfahrung hat uns die Augen geöffnet: Weit weg von zuhause zu sein und auf sich allein gestellt zu reisen, verlangt viel Anpassungsfähigkeit. Doch während des gesamten Aufenthalts in Goslar verspüren wir keine Angst. Wir waren überzeugt, solange wir die lokale Sprache verstehen und aufeinander Acht geben, können wir jede Herausforderung und jede Meinungsverschiedenheit gut meistern. Wir haben gelernt, unsere Mitreisenden bewusster wahrzunehmen und wertzuschätzen – denn im Ausland hatten wir nur einander. Auch wenn wir uns von dieser wunderbaren Zeit mit Tränen der Rührung verabschieden mussten, werden die schönen Erinnerungen für immer in unseren Herzen bleiben.
Danke für die geile Zeit und hoffentlich bis bald, Goslar!