Die Berliner Schaubühne
Schau! Bühne!

Hamlet-Inszenierung an der Berliner Schaubühne: Das langjährige Ensemblemitglied Lars Eidinger hat sich auch als Filmschauspieler einen Namen gemacht.
Hamlet-Inszenierung an der Berliner Schaubühne: Das langjährige Ensemblemitglied Lars Eidinger hat sich auch als Filmschauspieler einen Namen gemacht. | Foto (Zuschnitt): Arno Declair / Schaubühne am Lehniner Platz

Sie gilt als das größte Sprechtheater im Berliner Westen: Die „Schaubühne am Lehniner Platz“ ist mit ihren drei Spielstätten ein Ort für Inszenierungen zu politischen und gesellschaftspolitischen Themen von namhaften Regisseuren. 

Theatergeschichte seit den 1960er-Jahren

Gegründet 1962, damals noch unter dem Namen „Schaubühne am Halleschen Ufer“, legte die Berliner Schaubühne von Beginn an einen Fokus auf politische und soziale Themen. Theatergeschichte schrieb das Haus spätestens ab 1970, als der Regisseur Peter Stein mitsamt einer Gruppe junger Theatermacher und -darstellerinnen einzog: Er entwickelte, unter anderem mit Schauspielern wie Bruno Ganz und Otto Sander, einen eigenen Regiestil und neue Formen gemeinsamer Theaterarbeit. 
 
1981 zog das Theater in ein von Erich Mendelsohn erbautes denkmalgeschütztes Gebäude am oberen Kurfürstendamm. Ursprünglich ein großer Kinobau, lässt sich der Hauptraum flexibel in kleinere Theatersäle umwandeln, sodass dem Theater bei Bedarf drei getrennte Bühnenräume zur Verfügung stehen. Hier arbeiten Regisseure und Regisseurinnen wie Milo Rau, Falk Richter, Mina Salehpour, Lilja Rupprecht, Herbert Fritsch und Patrick Wengenroth. Auch Regisseurinnen und Regisseure aus dem Ausland werden für einzelne Inszenierungen engagiert, darunter Rodrigo García, Angélica Liddell und Katie Mitchell. Die künstlerische Leitung hat seit 1999 Thomas Ostermeier inne, der auch selbst Stücke inszeniert. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen zeugen jedes Jahr von der Bedeutung des Theaters.

Seit 1981 ist die Schaubühne in einem denkmalgeschützten ehemaligen Kinogebäude in Berlin-Wilmersdorf zuhause.
Seit 1981 ist die Schaubühne in einem denkmalgeschützten ehemaligen Kinogebäude in Berlin-Wilmersdorf zuhause. | Foto: Gianmarco Bresadola / Schaubühne am Lehniner Platz

Klassisches, Zeitgenössisches, Streitbares

Mindestens zehn Aufführungen feiern an der Schaubühne pro Spielzeit Premiere, zudem werden wechselweise Produktionen aus einem Repertoire von mehr als dreißig sowohl zeitgenössischen als auch klassischen Stücken aufgeführt. Experimentelles Theater findet dabei ebenso Raum wie Musik- und Tanztheater-Inszenierungen. Seit 2000 veranstaltet die Schaubühne ferner die Reihe Streitraum: Wissenschaftler, Politikerinnen, Künstler oder Autorinnen diskutieren in Podiumsgesprächen einzelne Aspekte eines aktuellen Themas. Moderiert und kuratiert wird die Reihe seit 2004 von der Publizistin Carolin Emcke.

Festes Ensemble mit Star-Appeal

Seit 1999 ist ein fester Kern an Ensembleschauspielern und -schauspielerinnen an der Schaubühne beschäftigt. Der Kreis wird beständig durch Neu-Engagements erweitert. Zu den Darstellerinnen und Darstellern zählen – auch mittlerweile durch Fernsehproduktionen bekannt gewordene – Mimen wie Lars Eidinger, Jörg Hartmann, Ursina Lardi, Nina Kunzendorf, Hans-Jochen Wagner und Mark Waschke. 

Internationales Renommee: Gastspiele und Festspiele

Mit ihren Stücken tourt die Schaubühne um die Welt: Jährlich rund hundert Vorstellungen hält das Theater außerhalb Deutschlands ab und bespielt dabei auch große internationale Theaterfestivals wie die Salzburger Festspiele, das Festival d’Avignon oder das Festival Internacional de Buenos Aires. Kaum ein anderes deutsches Theater ist international so präsent. Seit 2000 lädt die Schaubühne außerdem jährlich zum Festival Internationale Neue Dramatik (FIND), auf dem renommierte Theaterschaffende wie auch neue Talente ihre Arbeiten zeigen. Das Workshop-Programm des Festivals bietet ein Forum für Schauspiel-, Regie- und Dramaturgiestudierende aus der ganzen Welt.

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