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18:00–20:00 Uhr

Muslimisch-jüdischer Dialog – wie möglich trotz Polarisierung?

Gespräch|Das Ehepaar Saba-Nur Cheema und Meron Mendel reden darüber, was es heißt, als jüdisch-muslimische Familie in Deutschland zu leben. Und wie ein konstruktiver, gesellschaftlicher Dialog zwischen Jüdi*innen und Muslim*innen möglich ist.

  • Goethe-Institut Schweden, Stockholm

  • Sprache Englisch
  • Preis Freier Eintritt. Anmeldung erfolgt über eventbrite.se.

Saba-Nur Cheema und Meron Mendel © Ali Ghandtschi

Saba-Nur Cheema und Meron Mendel © Ali Ghandtschi

Das Verhältnis zwischen jüdischen und muslimischen Communities ist angespannt – in Deutschland sowie in Schweden. Vor dem Hintergrund der aktuellen Konflikte im Nahen Osten kommt es auch bei uns zu Polarisierung, Misstrauen und Cancel-Kultur. Politologin Saba‑Nur Cheema und Publizist Meron Mendel analysieren diese Entwicklung aus ihrer Sicht: als Expert*innen für politische Bildung und als muslimisch-jüdisches Ehepaar, das in Frankfurt lebt.

Wie gelingt muslimisch-jüdischer Dialog, wenn die Welt aus den Fugen geraten ist? Das ist die Kernfrage des Gesprächs an diesem Abend. Ausgangspunkt ist dabei das Buch „Muslimisch-jüdisches Abendbrot – Das Miteinander in Zeiten der Polarisierung“ (Kiepenheuer & Witsch. 2024), in dem Saba-Nur Cheema und Meron Mendel Einblick in ihren Alltag als muslimisch-jüdische Familie geben und gleichzeitig scharfe gesellschaftliche Analysen liefern. Sie thematisieren Kindererziehung genauso wie Kolonialismus und Konfliktkultur.

Seit dem 7. Oktober 2023 hat sich die Lage in Deutschland zugespitzt: Antisemitismus und Islamfeindlichkeit sind ständiges Thema. Vor diesem Hintergrund möchten Cheema und Mendel dazu aufrufen, im Gespräch miteinander zu bleiben. Sie geben Denkanstöße, wie Dialog möglich ist.

Das Gespräch wird moderiert von Pontus Ahlkvist, Ressortleiter Ausland bei der schwedischen Nachrichtenagentur TT. Er hat sich journalistisch mit der deutschen Gesellschaft und ihrem Blick auf den Nahen Osten auseinandergesetzt.

Anmeldung

Die Teilnahme an dem Gespräch ist kostenlos. Die Anmeldung erfolgt über Eventbrite.

Ablauf

Ab 18:00 Uhr: Vor dem Gespräch sind alle Gäste herzlich zu einem Beisammensein in unserer Bibliothek eingeladen. Bei einem Getränk können sie sich entspannt unterhalten oder in den Regalen stöbern.

18:30 Uhr: Beginn des Gesprächs

Veranstaltungstipp: Polarisierung – ein schädlicher Mythos?

Die deutsche Journalistin und Autorin Gilda Sahebi ist am 29. April bei uns zu Gast, um über die generelle Polarisierung der gesellschaftlichen Debatte in Deutschland und Schweden zu sprechen. Sie diskutiert mit der Politologin Lisa Pelling, wie gespalten unsere Gesellschaft wirklich ist, wer die Polarisierung bewusst vorantreibt und was wir für ein besseres Miteinander tun können. 

Beide Veranstaltungen sind Teil unseres Themenschwerpunkts Polarisierung. Mehr Infos und Anmeldung 

Mitwirkende

  • Saba-Nur Cheema ist 1987 in Frankfurt am Main geboren. Sie hat pakistanische Wurzeln und wuchs in einem konservativ-muslimisch geprägten Umfeld auf. Sie studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Volkswirtschaftslehre. Heute arbeitet sie in der politischen Bildung und ist als Politologin, Erziehungswissenschaftlerin, Autorin und Antirassismus-Trainerin tätig. Zudem ist sie Lehrbeauftragte an der Frankfurt University of Applied Science im Fachbereich Soziale Arbeit. Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen auf den Themen Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und jüdisch-muslimischer Dialog. Zusammen mit ihrem Mann Meron Mendel schreibt sie seit 2021 die monatliche Kolumne „Muslimisch-Jüdisches Abendbrot“ für die Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), welche zum Teil als gleichnamiger Essayband bei Kiepenheuer & Witsch veröffentlicht wurde.
     

  • Prof. Dr. Meron Mendel (*1976) wuchs in einem israelischen Kibbuz auf und lebt seit über 10 Jahren in Frankfurt am Main. Er ist studierter Erziehungswissenschaftler und Historiker, zudem Friedensaktivist und Publizist mit den Schwerpunkten Migrationsgesellschaft, Erinnerungskultur und Identitätspolitik. Er arbeitet als Professor für Soziale Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences und ist Direktor der Bildungsstätte Anne Frank. Seine journalistischen Beiträge werden von diversen Zeitungen veröffentlicht. Zusammen mit seiner Frau Saba-Nur Cheema schreibt er seit 2021 die monatliche FAZ-Kolumne „Muslimisch-Jüdisches Abendbrot“. Sein Buch Über Israel reden. Eine deutsche Debatte (Kiepenheuer & Witsch) wurde für den Deutschen Sachbuchpreis 2023 nominiert.
     

  • Pontus Ahlkvist ist Ressortleiter Ausland bei der Nachrichtenagentur TT Nyhetsbyrån und berichtet seit vielen Jahren über Deutschland. Er hat in Berlin und Hamburg gelebt und war unter anderem im Rahmen des IJP Stipendienprogramms Gastredakteur beim Norddeutschen Rundfunk (NDR). Er hat deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Stockholm studiert und ist als Lektor für einen Verlag tätig gewesen.