Vortrag/Gespräch Das Nationalmuseum in neuem Licht: Friedrich August Stüler

Nationalmuseum Foto: Anna Danielsson/Nationalmuseum

18.09.2019, 18:00 Uhr

Goethe-Institut Stockholm

Bryggargatan 12A
111 21 Stockholm

Friedrich August Stüler (1800-1864) - Vom preußischen Baubeamten zum europäischen Baumeister

Das Goethe-Institut Schweden lädt am 18. September anlässlich der Wiedereröffnung des Nationalmuseums in Kooperation mit der Svensk-Tyska Föreningen zu Vortrag und Gespräch mit der Kuratorin Helena Kåberg, verantwortlich für die Renovierung des Nationalmuseums, und dem Architekten und Stülerexperten Rasmus Waern.

Das schwedische Nationalmuseum wurde 1847 von dem deutschen Architekten Friedrich August Stüler entworfen. Mit der Wahl Stülers holte Schweden nicht nur die Expertise eines mittlerweile international renommierten Architekten ins Land, sondern signalisierte auch, sich mit diesem Großprojekt dem kulturellen Erbe Europas mit dessen Wurzeln in der Antike anschließen zu wollen.

Der im Jahr 1800 in Mühlhausen geborene Friedrich August Stüler war der „Stararchitekt“ der Schinkelschule in der Jahrhundertmitte und gilt als Vater des Historismus - jener kunstgeschichtlichen Epoche, die sich kennzeichnet durch den Rückgriff auf ältere Stilrichtungen und deren Kombination.

Kunstsalon © Nationalmuseum/Bruno Ehrs Inspiriert von den Renaissancepalästen Venedigs, der Verbindung von Stadt und Wasser, schuf er  ein architektonisches Meisterwerk im symmetrischen Stil des Klassizismus − in der Ausführung dann allerdings weniger venezianisch-filigran, eher florentinisch-schwer und mächtig anmutend.

Die Eröffnung des Nationalmuseums im Jahr 1866 stellte einen Wendepunkt in der schwedischen Architekturgeschichte dar: es war das erste Gebäude Schwedens, das funktional nach theoretischen Überlegungen geplant und gebaut wurde. Dies dank der umfangreichen Kenntnisse, die sich Stüler auf seinen Reisen und durch Bautätigkeiten in Europa erworben hatte.

Auch international war Friedrich August Stüler tätig: er besuchte viele europäische Länder um die dortigen Bauten zu studieren, um Bauvorhaben vorzubereiten oder zu übernehmen (u.a. in Russland, Schweden, Ungarn), den europäischen Kanon der Architektur in einem Stilpluralismus zusammenzuführend.

Im Anschluss an die Veranstaltung lädt die Svensk-Tyska Föreningen zu Erfrischungen ein. 
 

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