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Goethe-Institut im Exil

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19:00 Uhr

Mapping Sounds in Exile

Konzerte, Listening Sessions & Performances|Opening Night

Photograph from a train window with the logo of Mapping Sounds in Exile © Dima Strapchev

Line Up // Opening Night

Soundtracks of Resistance and Memory - 19:00

Listening Session moderiert von Carmen Herold (Projektleiterin Goethe-Institut im Exil) mit Sarvenaz Mostofey, Sarah Farina, Ludmila Pogodina

Die eingeladenen Musiker*innen stellen Songs von persönlicher oder politischer Bedeutung vor und denken darüber nach, wie diese Stücke als lebendige Soundtracks der Vergangenheit und als grundlegende Anker für die Zukunft funktionieren. Wie schaffen Musik und Klang, der Akt des Zuhörens, Trost, Zugehörigkeit, politische Themen oder Widerstand? Von radikalem Zuhören bis hin zu Praktiken des „Deep Listening“ werden die teilnehmenden Künstler*innen eine große Vielfalt an klanglichen Interessen, Einflüssen und Ansätzen präsentieren.

Performances

Zeyo Mann (Rap Performance) - 20.30 Uhr
Falyakon (DJ Set) - 21.30 Uhr
 

Künstler*innen

 

 Sarvenaz Mostofey Sarvenaz Mostofey © Giuseppe Romano

Sarvenaz Mostofey ist eine iranische Klangkünstlerin und Komponistin mit einem Fokus auf elektronischer Musik. Durch ihren Hintergrund in den Bereichen Fotografie und Film arbeitete sie als Sounddesignerin im Theater und führt zudem ein heimliches Leben als Dichterin. In ihren Projekten bezieht sie den Raum als aktives Element in ihren künstlerischen Schaffensprozess ein und erforscht die Zusammenhänge zwischen klanglichen Wahrnehmungsweisen und Raumkonzepten. 2020 war sie Stipendiatin an der Akademie Schloss Solitude. Derzeit lebt sie in Berlin.
 

Sarah Farina Sarah Farina © LGHT DRPS_IG

Sarah Farina ist eine internationale DJ, Musikproduzentin, Kuratorin und Aktivistin. Gemeinsam mit Freund*innen organisiert sie regelmäßig die interdisziplinäre Veranstaltungsreihe Emergent Bass im Berliner Club Mensch Meier, die sich mit dem historischen Bewusstsein für kulturelle Kontexte von Musik beschäftigt und afrodiasporische Einflüsse in der Underground-Clubkultur feiert und in den Mittelpunkt stellt. Sie bezeichnet ihren Sound als Rainbow Bass - und beschreibt damit unterschiedlichste Sounds, die, unabhängig vom Genre, in Vibe und Energie zusammenkommen.
Was du hörst, ist alles, was du wissen musst. Was in Sarah Farinas Sets und Musikproduktionen erlebbar wird, sind nahtlos verschmolzene basslastige und futuristische Beats mit furchtlosen Streifzügen durch unzählige Klangfarben, über das Hardcore-Kontinuum und darüber hinaus. Dunkelheit wird zu Licht, Leichtigkeit und Positivität überlagern schwere Bässe, Regeln werden gebrochen. Gemeinsam mit der Wissenschaftlerin Dr. Kerstin Meißner macht sie in dem Projekt Transmission die politische Relevanz und Geschichte der internationalen Sound-, Club- und Ravekultur hör- und sichtbar.
 

Ludmila Pogodina © private

Ludmila Pogodina ist eine Schriftstellerin und multidisziplinäre Künstlerin aus Minsk, Belarus. In den 11 Jahren ihrer Arbeit an dem Kunstprojekt #KeepMinskWeird, das darauf abzielt, die lokale Queer- und Kunst-Community trotz Repressionen und eines konservativen Umfelds weiterzuentwickeln, sind Musik und Kunst für Pogodina zu Werkzeugen geworden, um mit dem Publikum in Dialog zu treten – selbst an Orten, an denen es keine Redefreiheit gibt. Nach ihrem Umzug nach Berlin im Jahr 2022 setzte Pogodina ihre Arbeit an multimedialen Projekten fort, die sich mit den Themen Erinnerung, weibliche Sozialisation, Identität und Migration befassen. In ihrem Projekt *Dis/Location Re/Visited* werden 30 Geschichten über das Gefühl von Sicherheit, den Verlust und die Suche nach Heimat durch Sprache, Fotografie und Musik erzählt. In ihren Solo-DJ-Sets mischt Pogodina sowohl Genres als auch Sprachen (Englisch, Belarusisch, Mazedonisch, Litauisch, Spanisch, Deutsch usw.) und schafft so eine eklektische Setlist, die ein weites Spektrum von selbstbewussten Punk-Manifesten über dunkle elektronische Tracks bis hin zu sinnlichen Geschichten über den Körper umfasst.
 

Zeyo Mann Zeyo Mann © Julian Damm

Zeyo Mann ist ein Songwriter, Rapper und Filmemacher aus Wad Madani, Sudan. Mit seiner Arbeit dokumentiert er die Verletzungen, die er fühlt und sieht. Im Alter von fünf Jahren zog er mit seiner Familie in die Vereinigten Arabischen Emirate, wo er seine Jugend verbrachte. Mit 14 Jahren begann er, Gedichte zu schreiben, fand jedoch zunächst schwer seinen eigenen Stil. Trotz seiner Leidenschaft für die Kunst des Sprechens blieb der sprachliche Ausdruck für ihn als Stotterer immer eine Herausforderung. Eines Tages entdeckte er einen Beat auf YouTube und begann, darauf zu rappen – mit Erfolg. Seitdem rappt Zeyo Mann auf vielen Bühnen im Sudan und seit 2021 auch in Deutschland. „Musik und Filme sind meine einzige Komfortzone“, sagt er, „in der ich mich ausdrücken und meine Gedanken teilen kann.“ Die Kunst hat ihm geholfen, seine herausfordernde Kindheit zu überwinden.
 

Falyakon Falyakon © courtesy of the artist

Falyakon ist eine Multi-Instrumentalistin und DJ, die zwischen Ramallah und Berlin lebt. Sie moderiert eine monatliche Radiosendung auf Root Radio und ist außerdem Co-Kuratorin und Resident DJ von Al Musalsal, einer Reihe von Live-Performances und DJ-Sets in Palästina und darüber hinaus. Falyakon mischt Klänge, um vielschichtige, genreübergreifende, einzigartige und unberechenbare Sets zu kreieren. Sie kontrolliert die Zeit und verzerrt Strukturen, indem sie Rhythmen und Töne in einer Reise entfernter Erinnerungen, Unterbrechungen und Projektionen auf die Zukunft verformt.