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Goethe-Institut im Exil

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20:00 Uhr

Mapping Sounds in Exile

Konzerte, Listening Sessions & Performances|Festival Tag 2

Photograph from a train window with the logo of Mapping Sounds in Exile © Dima Strapchev

Line-up // Tag 2

 
Sonic Belongings

Wo gehören wir hin und wie beeinflusst unser kulturelles und geografisches Umfeld unsere Hörgewohnheiten? Wie verhalten wir uns zur Musik und welche Klangwelten und - praktiken werden zu unseren eigenen, erzeugen Gefühle von Verbundenheit und Heimat?

Zwischen Deep Listening und traditionellen Musikpraktiken, Feldaufnahmen und Spoken Word greifen die (hybriden) DJ-Sets dieses Abends die Essenz von Migrationserfahrungen an der Kreuzung von Traditionen und Herkunftskontexten auf. Die DJ-Kultur wird durch ihre archäologischen Klangentdeckungen zu einer Art Archivierungspraxis, die eine breitere Musikkultur einem größeren Publikum zugänglich macht.

Rami Abi Rafi (Hybrid DJ Set) - 20:00 Uhr
Ludmila Pogodina (DJ Set) - 21:00 Uhr

 

 


Künstler*innen

Rami Abi Rafi Rami Abi Rafi © courtesy of the artist

Rami Abi Rafis Arbeit fängt die Essenz seiner eigenen Migrationserfahrungen ein. Der gebürtige Brite libanesischer Abstammung schlägt heute Brücken zwischen zwei faszinierenden und tief absorbierenden Städten: Berlin und Beirut. Die Reise von London nach Beirut und seine derzeitige Präsenz in Berlin hauchen seiner Arbeit Leben ein und inspirieren ihn, diese Einflüsse in den verschiedenen Facetten seines Schaffens zu harmonisieren. Als DJ, Klangkünstler und Fotograf spiegelt Ramis Arbeit ein Leben am Schnittpunkt von Kulturen und Orten wider. Seine subtil konfrontierenden und überraschenden Werke sollen die Vorstellungskraft anregen, indem sie Geschichten durch Musik neu erzählen. Sie laden ein, Themen wie Erinnerung, Zeit, Migration und erzwungenes Exil zu erkunden. Seinen ersten Live-Auftritt hatte Rami Abi Rafi bei den berüchtigten EXPERIMONTAG-Nächten im Madame Claude, einer Hochburg der experimentellen Musikszene Berlins. Von dort aus trat er bei Tresor’s New Faces, Silent Green und ELSE auf und etablierte sich in der Berliner Nachtkultur. Auch als Radiomoderator hat sich Rami durch monatliche Residencies bei Radio Alhara, Noods Radio und Cashmere Radio einen Namen gemacht.
 

Ludmila Pogodina © private

Ludmila Pogodina ist eine Schriftstellerin und multidisziplinäre Künstlerin aus Minsk, Belarus. In den 11 Jahren ihrer Arbeit an dem Kunstprojekt #KeepMinskWeird, das darauf abzielt, die lokale Queer- und Kunst-Community trotz Repressionen und eines konservativen Umfelds weiterzuentwickeln, sind Musik und Kunst für Pogodina zu Werkzeugen geworden, um mit dem Publikum in Dialog zu treten – selbst an Orten, an denen es keine Redefreiheit gibt. Nach ihrem Umzug nach Berlin im Jahr 2022 setzte Pogodina ihre Arbeit an multimedialen Projekten fort, die sich mit den Themen Erinnerung, weibliche Sozialisation, Identität und Migration befassen. In ihrem Projekt *Dis/Location Re/Visited* werden 30 Geschichten über das Gefühl von Sicherheit, den Verlust und die Suche nach Heimat durch Sprache, Fotografie und Musik erzählt. In ihren Solo-DJ-Sets mischt Pogodina sowohl Genres als auch Sprachen (Englisch, Belarusisch, Mazedonisch, Litauisch, Spanisch, Deutsch usw.) und schafft so eine eklektische Setlist, die ein weites Spektrum von selbstbewussten Punk-Manifesten über dunkle elektronische Tracks bis hin zu sinnlichen Geschichten über den Körper umfasst.