Krisen über Krisen wohin man schaut. Seelenfrieden und geistige Ausgeglichenheit zu finden, ist unter diesen Umständen eine Herausforderung. Wer oder was ist schon „normal“, wenn nichts mehr normal zu sein scheint?
Trotz ihres grausamen Rufs hat die Elektrokrampftherapie (EKT) seit 2014 nicht nur in Mitteleuropa einen massiven Aufschwung erlebt. Medizinische Daten belegen, dass sie bei manchen psychisch kranken Patient*innen sehr wirksam sein kann.
Seit 2014 hilft die Psychotherapeutin Natalia Shcherbyna Menschen, die in ihrem Leben Gefangenschaft erfahren haben. Aber was macht man, wenn der Schmerz und das Grauen eines anderen Menschen mit der Zeit ein Teil von einem selbst wird? Wie kann man eigene Verwundungen heilen und die eigene Identität schützen?
Das Geräusch von Sirenen ist ukrainischer Alltag geworden. Ihr Signal triggert eine breite Skala an psychischen Reaktionen, die Betroffene noch in vermeintlicher Sicherheit heimsuchen. Welches sind die teils widersprüchlichen Emotionen, die der Alarm auslöst?
Tetyana Remenyuk ist eine der Frauen, deren Mann von den Russen getötet wurde. Nach ihren schrecklichen Erfahrungen beschloss Tetyana, Menschen in ähnlichen Situationen zu helfen. Sie organisiert therapeutische Camps für Ehefrauen, Kinder und Eltern von getöteten ukrainischen Soldaten.
Ein Blick durch die vergitterten Fenster der psychiatrischen Klinik in Prag-Bohnice, wo die Zeit ihre eigene Geschwindigkeit hat und die temporären Bewohner*innen in der Düsternis der eigenen Abgründe lernen, Farbkonturen zu erkennen.
Eine mährische Kleinstadt in den Neunzigern und eine Zwangsstörung (OCD) in Form von Schnauben und dem Klopfen auf Holz. Wie geht das zusammen? In einem Essay über seine Zwangserkrankung teilt Jakub Vítek-Girard seine Erinnerungen an eine Zeit, in der diese Art von Andersartigkeit noch bestraft wurde.
Zum zweiten Mal pilgerte die Dichterin und Pädagogin Magdalena Šipka nach Santiago de Compostela. Beim Pilgern kann man über das Leben meditieren, oder auch Fifty shades of Unbequemlichkeiten
erleben. Wie erging es ihr dieses Mal?
Seit Jahren boomt True Crime – und fast genauso lange steht das Genre in der Kritik: Es sei ausbeuterisch, reißerisch und könne bei Opfern zu einer Retraumatisierung führen. Gibt es eine Möglichkeit, über wahre Verbrechen ethisch(er) zu erzählen?
Psychische Probleme werden in Ost- und Mitteleuropa immer noch stigmatisiert, meint die angehende Journalistin Lucia Haleková. Trotz positiver Veränderungen in der Ausbildung stellt sie sichtbare Informationslücken in Bezug auf die Selbstwahrnehmung von Journalisten und Journalistinnen in diesem Bereich fest.
Die eine hat ihren Mann im Krieg verloren. Die andere wartet auf ihren Geliebten, der an der Front kämpft. Beide Frauen verbinden ihre Trauer und Hoffnung in einem gemeinsamen Stoffgewebe und rufen andere Betroffene auf, zusammen mit ihnen ein einzigartiges Symbol für menschliche Geschichten zu schaffen.
Anna
Semeniuk
Adolf Wölfli | Lille Métropole Musée d'art moderne, d'art contemporain et d'art brut | Public domain via wikimedia
Wenn wir Art Brut sehen, wollen wir die Geschichte der Person hören, die sie geschaffen hat. Je mysteriöser, je dunkler, je unheimlicher es ist, desto mehr zieht es uns an. Wir wollen nah dran sein, diese Unterströmungen des Geistes berühren, etwas „anderes“ sehen.
Die Parallelen zwischen Psychedelika und der berühmten antiken Sage von Dädalus und Ikarus liegen auf der Hand. Und zwar nicht nur deshalb, weil sich auch um LSD die verschiedensten Mythen ranken.
„Die Tschechen sind Weltmeister im Verdrängen des Todes“, sagt Oleg Vojtíšek, der Initiator des Projekts Pohřební průvodci (Beerdigungsbegleiter), das bereits seit einigen Jahren alternative Beerdigungsdienstleistungen anbietet. Wie haben sich Abschiedsrituale verändert und wie schwer ist es zu trauern?
Digitale Apps, die Psychohygiene unterstützen oder ergänzen, können dazu beitragen, gesündere Gewohnheiten zu entwickeln. Doch selbst ausgeklügelte Meditationstechniken oder Affirmationen können systemische Defizite nicht beheben.
Wie Studien seit langem zeigen, trägt der betreute Drogenkonsum in Konsumräumen dazu bei, die Risiken des problematischen Gebrauchs illegaler Substanzen zu verringern. Wir haben uns angeschaut, wie die Praxis in Brno und Paris aussieht.