Upps …
Wörterbuch der Fehlinterpretationen
Ohne Zweifel hat das indische Schulsystem einige deutliche Schwachstellen. Aber um diese soll es an dieser Stelle nicht gehen. Unsere immer und überall mit Papier und Stift ausgestattete Comic-Zeichnerin Priya Kuriyan nimmt hier ironisch einige Mängel des Schullalltags in Indien aufs Korn. Mit Hilfe von fiktionalen Wörterbucheinträgen, die zum jeweiligen Thema ihrer Vignetten passen, verschafft sie ihrer Leserschaft einen Eindruck von dem Druck, unter dem Eltern von Schulkindern in Indien stehen. Hier hat die Kunst im Lehrplan nur einen geringen Stellenwert, indische Schulkinder sollen möglichst die Obrigkeit mit ihrem Können erfreuen, die Lehrenden in Indien sind frustriert und die Schulveranstaltungen, die hier auf der Tagesordnung stehen, haben oftmals einen tragikomischen Beigeschmack.
Ehrgeiz, Nomen
Ein starker (meist Eltern vorbehaltener) Wunsch, dass ihre Kinder einmal erfolgreich sein sollen.
Feier, Nomen
Ein besonderes gesellschaftliches Ereignis, zum Beispiel die Jahresschulfeier, bei dem man auf der Bühne etwas nach Herzenslust vermasseln kann, weil man unter dem lächerlich dicken Make-up sowieso nicht erkannt wird.
Nachhilfe, Nomen
Meist durch vorherrschenden Gruppendruck bedingte Extrastunden oder Nachhilfe neben der Schule mit dem Ziel, den sinkenden Notenspiegel durch Zauberhand wieder in die Höhe schießen zu lassen.
Annahme, Nomen
Etwas, das als wahr oder mit Sicherheit eintreffend angesehen wird, ohne dass es irgendwelche Beweise dafür gibt.
Verzweiflung, Nomen
Zustand der Verzweiflung, der besonders bei Prüfungen auftritt und oft zu unbedachtem oder extremem Verhalten führt.
Nachsitzen, Nomen
Als Strafe nach dem Unterricht noch in der Schule bleiben. Meist ist das sprichwörtliche Nachsitzen allerdings eher ein „Mit erhobenen Armen vor dem Klassenraum stehen“.
Ausbruch, Nomen
Ein plötzlicher Ausbruch von gefühlsähnlichen Zuständen, etwa Wut. HÄUFIGE AUSBRÜCHE IM KLASSENZIMMER