Gesundheit und Versicherungen Foto: © colourbox.de
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Was tun bei Krankheit?

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Bei leichteren Krankheiten, zum Beispiel eine Erkältung oder Kopfschmerzen, können Sie Medikamente in einer Apotheke kaufen. Für viele Krankheiten bekommen Sie die Medikamente aber nur mit einem Rezept. Das Rezept muss ein Arzt ausstellen. Mit dem Rezept holen Sie diese Medikamente dann in einer Apotheke und müssen nur einen Teil zahlen.
 
Apotheken haben normalerweise Montag bis Freitag von 8 bis 18/18:30 Uhr geöffnet, am Samstag bis 13 Uhr. In den Städten haben einige Apotheken aber auch bis 20 Uhr auf. Und es gibt einen Notdienst für Samstag/Sonntag und für die Nacht.

Arztbesuch

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Sie fühlen sich sehr krank? Dann machen Sie am besten einen Termin beim Allgemeinarzt. Ihr Kind ist krank? Dann gehen Sie zum Kinderarzt. Zum Arzt kann man normalerweise nur von Montag bis Freitag gehen. Für Samstag/Sonntag und die Nacht gibt es aber einen ärztlichen Bereitschaftsdienst.

Bei einem Arztbesuch brauchen Sie eine Karte von Ihrer Krankenversicherung, die Gesundheitskarte. Beim ersten Besuch bei einem Arzt müssen Sie einen Fragebogen mit Ihren persönlichen Daten ausfüllen und Angaben zu Ihren Krankheiten machen. Nach der Anmeldung warten Sie im Wartezimmer. Sie werden dann aufgerufen. Das dauert oft nur ein paar Minuten, manchmal aber auch länger als eine Stunde.

Im Behandlungszimmer führt der Arzt mit Ihnen ein Vorgespräch. Hier sollten Sie Ihre Symptome ganz genau beschreiben. Was tut Ihnen weh? Seit wann? Hatten Sie diese Schmerzen auch früher schon einmal? Nach dem Vorgespräch untersucht der Arzt Sie. Danach stellt er eine Diagnose. Er sagt Ihnen, welche Krankheit Sie haben. 

Einen Arztbesuch müssen Sie nicht bezahlen, wenn Sie in einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind. Für private Zusatzleistungen müssen Sie selbst aufkommen. Ihr Arzt weist Sie darauf hin.

Krankmeldung und Spezialisten   

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Nach der Untersuchung schreibt Ihnen der Arzt vielleicht eine Krankmeldung. Oft stellt er Ihnen auch ein Rezept für Medikamente aus. Eventuell bekommen Sie noch einen Termin für die nächste Untersuchung. Oder der Allgemeinarzt schickt Sie zu einem Spezialisten, zum Beispiel zu einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt, einem Orthopäden oder zu einer Gynäkologin. Dafür bekommen Sie eine Überweisung, damit Ihr Hausarzt informiert ist. Der Spezialist untersucht sie noch einmal.

Vorsorgeuntersuchungen

Um Krankheiten vorzubeugen, also gar nicht erst krank zu werden, oder früh zu erkennen, gibt es Vorsorgeuntersuchungen. Auf manche Untersuchungen hat man gesetzlichen Anspruch, andere muss man selbst bezahlen.

Für Kinder gibt es sogenannte U-Untersuchungen, um ihre Entwicklung zu begleiten. Außerdem gibt es Impfungen gegen Infektionskrankheiten wie Masern, Keuchhusten und Mumps.
Ab 35 Jahren gibt es Check-Ups zur Früherkennung von Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs. Für Frauen gibt es zudem Tastuntersuchungen für die Brust.
Je nach Geschlecht, Alter, Krankheiten in der Familie oder im Falle einer Schwangerschaft gibt es bestimmte Untersuchungen. Besonders für Reisen, aber auch das Leben in Deutschland, können bestimmte Impfungen empfehlenswert sein. Sprechen Sie hierüber mit Ihrem Arzt.

Die wichtigsten Nummern für Notfälle

Alle Notrufnummern sind kostenlos und können auch ohne Geld/Guthaben von jedem Telefon angerufen werden.
 
Polizei: 110
Die Polizei ist bei nicht medizinischen Notsituationen, Straftaten und schwere Verkehrsunfällen zuständig.
 
Nennen Sie Ihren Namen und wo es passiert ist:
Was ist passiert?
Wie viele Personen sind betroffen?
Welche Verletzungen liegen vor?
Warten Sie auf Rückfragen!

Feuerwehr/Notruf/Rettungsdienst: 112
Die 112 ist die Nummer für lebensbedrohliche Situationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder schwere Unfälle. Im Zweifel über die Schwere der Verletzung sollte man nicht zögern, den Rettungsdienst zu alarmieren. Das kann im Ernstfall Leben retten.
 
Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117
In einem Notfall können Sie sich am Wochenende an den Notdienst wenden.
Dafür kann man entweder direkt zur nächsten Notfallpraxis gehen. Meist sind diese Notfallpraxen an ein Krankenhaus angeschlossen und in den Abendstunden bis 22 Uhr sowie am Feiertag geöffnet.
Alternativ kann man aber auch die Telefonnummer 116117 anrufen. Dieser Anruf ist kostenlos und bundesweit erreichbar. Hier wird man an einen Arzt in der Nähe verwiesen. Sollte ein Hausbesuch erforderlich sein, wird auch der von der Zentrale organisiert.

Zahnärztlicher Notdienst: 01805/986700
Hier erhält man die Telefonnummern der Praxen und kann dann direkt dort anrufen.

Kinder
Für Kinder gelten grundsätzlich dieselben Kriterien und Nummern wie für Erwachsene.
Im Umgang mit Kindern ist es aber zusätzlich wichtig, die wichtigsten Verhaltensregeln zu kennen, um schnell und richtig reagieren zu können. Zunächst einmal sollte man das Kind nach einem Sturz trösten und beruhigen Sie das Kind. Es gilt, Ruhe zu bewahren, um das Kind schnell zu versorgen, es nicht zusätzlich zu beunruhigen und einen eventuell notwendigen Notruf richtig abzusetzen. Ein vollständiger Verbandskasten sollte im Haus vorhanden sein, um Platzwunden mit einem Druckverband oder offene Brüche mit einer keimfreien Wundauflage abdecken zu können.

Kinder- und Jugendtelefon: 0800/1110333
Für Probleme von Kindern und Jugendlichen, Web-Sorgen und sexuellem Missbrauch.
 
Elterntelefon: 0800/1110550
Für Erziehungsfragen, Web-Sorgen, sexuelle Misshandlung der Kinder und alle weiteren Probleme von Eltern rund um ihre Kinder.

Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen": 08000/116016
Bundesweites Beratungsangebot für von Gewalt betroffene Frauen, deren soziales Umfeld sowie Fachkräfte. Kostenlos, anonym, rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr erreichbar.
 
Hilfetelefon Schwangere in Not (anonym und sicher): 0800/4040020

Telefonseelsorge: 0800/1110111
Bei Problemen und Krisen, z.B. Probleme mit dem Partner, Mobbing in der Schule und am Arbeitsplatz, Arbeitsplatzverlust, Sucht, Krankheit, Einsamkeit, Sinnkrisen und spirituellen Fragen können Sie hier anrufen.

Sperr-Notruf: 116116
Zum Sperren von EC- und Kreditkarten sowie Personalausweisen, z.B. wenn diese geklaut oder verloren wurden.

Verschiedene Versicherungen

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Jeder Mensch lebt mit Risiken: Ein Risiko ist zum Beispiel Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit. In so einer Situation hat man plötzlich mehr Kosten. Damit man diese Kosten nicht allein tragen muss, kann man sich versichern: Man zahlt jeden Monat oder jedes Jahr Geld an eine Versicherung. Bei Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit bekommt man von der VersicherungGeld. Manche Versicherungen sind in Deutschland Pflicht: Jeder muss diese Versicherungen haben. Andere Versicherungen sind freiwillig: Man kann die Versicherungen haben, wenn man möchte.

Pflichtversicherungen

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Die wichtigsten Pflichtversicherungen sind die Krankenversicherung, die Rentenversicherung und die Arbeitslosenversicherung. Die Krankenversicherungbezahlt, wenn Sie zum Arzt gehen oder wenn Sie Medikamente brauchen. Von der Arbeitslosenversicherung bekommen Sie ein Jahr lang Geld, wenn Sie Ihre Arbeitsstelle verlieren und noch keine neue Arbeit haben. Auch die Rentenversicherungist für Arbeitnehmer Pflicht: Wenn Sie alt sind, können Sie nicht mehr arbeiten. Die Rentenversicherung zahlt Ihnen dann Geld zum Leben. Sie haben einen Arbeitgeber? Dann müssen Sie das Geld für die Krankenversicherung und die Sozialversicherung nicht alleine bezahlen. Ihr Arbeitgeber zahlt fast die Hälfte davon. Wenn Sie ein Auto oder Motorrad haben, brauchen Sie auch eine KFZ-Versicherung. Sie haben einen Unfall und ein anderes Auto wird beschädigt? Die KFZ-Versicherung bezahlt die Reparatur oder einen Teil davon.

Freiwillige Versicherungen

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Die wichtigsten freiwilligen Versicherungen sind die Haftpflicht-Versicherung, die Hausrat-Versicherung und die Lebensversicherung. Sie haben etwas von einer anderen Person kaputt gemacht? Dann zahlt die Haftpflicht-Versicherung. Die Hausrat-Versicherung bezahlt, wenn Sachen in der Wohnung kaputt gehen, zum Beispiel bei einem Wasserschaden. Und die Lebensversicherung zahlt, wenn man stirbt. Das Geld bekommen dann zum Beispiel die Kinder. 

Es gibt noch viele andere Versicherungen. Die private Unfallversicherung zahlt zum Beispiel bei einem Unfall in der Freizeit. Die Rechtsschutzversicherung für juristische Hilfe, zum Beispiel für einen Anwalt. Es gibt auch Versicherungen für Kredite, Reisen oder Tiere. Aber prüfen Sie genau, welche Versicherungen Sie brauchen. Denn jede Versicherung kostet Geld.

Für Asylsuchende

Im Krankheitsfall

Bei einem Notfall dürfen Flüchtlinge, die auf Antwort im Asylverfahren warten, zum Arzt gehen. Das steht im Gesetz. Bevor man zum Arzt gehen kann, muss man einen speziellen Krankenschein beim Sozialamt beantragen. Diesen Schein nimmt man zum Arztbesuch mit, damit das Sozialamt die Kosten für den Arzt übernimmt. Manchmal verschreibt der Arzt auch Medikamente. Mit dem Rezept vom Arzt geht man in eine Apotheke und bekommt dort die Medikamente. Das Sozialamt bezahlt dafür. Für schwangere Frauen oder Mütter mit kleinen Babys gibt es besondere Unterstützung vom Staat.

Wenn Sie länger als 15 Monate in Deutschland leben, brauchen Sie keinen Krankenschein mehr, bevor Sie zum Arzt gehen. Das Sozialamt zahlt wie bei einer Krankenversicherung. Aber es zahlt nur für einfache Untersuchungen. Das Sozialamt zahlt nicht für Dinge wie Brillen oder Fahrtkosten zum Arzt. Bei Kindern gibt es aber auch andere Regelungen.

In Deutschland hat jeder, der eine Krankenversicherung hat, eine Gesundheitskarte. In den Bundesländern Hamburg und Bremen bekommt auch jeder Flüchtling die Gesundheitskarte. Mit dieser Karte braucht man keinen Krankenschein mehr und kann einfach zum Arzt gehen. Das heißt aber nicht, dass man eine Krankenversicherung hat. Das Sozialamt zahlt nur für einfache Untersuchungen.

Psychische Probleme

Auch bei psychischen Problemen darf man am Anfang nur im Notfall zum Arzt gehen. Aber in vielen Städten gibt es Beratungsstellen, die weiterhelfen. Ein Arzt kann Ihnen auch sagen, an wen Sie sich wenden können.   

Häufige Fragen

Wo finde ich einen Allgemeinarzt in meiner Nähe?

Kann ich direkt zu einem Spezialisten gehen?

Wie finde ich einen Notdienst in meiner Nähe?

Wie bekomme ich eine Gesundheitskarte?

Was muss ich machen, wenn ich krank bin und nicht zur Arbeit gehen kann?

Wie finde ich einen Arzt, der meine Muttersprache spricht?

Was ist der Unterschied zwischen einer Arztpraxis und einem Krankenhaus?

Wie viel Geld muss ich für die Krankenversicherung und für die Rentenversicherung bezahlen?

Meine Firma muss etwas für meine Krankenversicherung und für meine Rentenversicherung bezahlen. Wie bekomme ich das Geld?

Ich verdiene viel Geld und die gesetzliche Krankenversicherung ist mir zu teuer. Gibt es eine Alternative?

Wo finde ich eine Rentenversicherung?

Wenn ich alt bin, bekomme ich Geld von der Rentenversicherung. Habe ich dann so viel Geld wie jetzt?

Die KFZ-Versicherung bezahlt, wenn ich ein anderes Auto kaputt mache. Aber was mache ich, wenn mein Auto bei einem Unfall kaputt geht?

Ich suche eine Versicherung für meinen Hund. Welche Versicherung ist gut?

Ich habe viele Fragen zum Thema Versicherungen. Wer hilft mir?

Haben Sie weitere Fragen? Dann kontaktieren Sie die Beraterinnen und Berater der Jugendmigrationsdienste.

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