Freizeit

Und was mache ich eigentlich in meiner Freizeit?

Zu Beginn war der Plan mich in einem Sportverein anzumelden, um neue Freunde zu finden. Allerdings war ich so sehr damit beschäftigt, durch die Stadt zu spazieren, die Sonne zu genießen, vor dem Regen zu flüchten, Ausflüge zu machen (und Erkältungen zu bekämpfen), dass es nie dazu gekommen ist. Nächstes Mal! Drei Monate sind einfach zu kurz, um alles zu schaffen, was man sich vornimmt…

Allein schon damit die Hausfassaden anzusehen, kann man sehr viel Zeit verbringen – die meisten Häuser in der Innenstadt sind schon sehr alt und jedes sieht (ein bisschen) anders aus:
Häuser

Häuser | © Ronja Bergmann

Ein typischer Nachmittag…

Typische Nachmittage sahen bei mir oft so aus: Ein Buch, meine Portugiesisch-Unterlagen oder mein Laptop und ein Café. Für Unterrichtsvorbereitung habe ich mir ein moderneres Café mit Internet und Steckdosen gesucht (ja, mein Unterricht wurde hauptsächlich in Cafés vorbereitet, meine Wohnung war ab November zu kalt – da vermisst man schon mal die guten deutschen Zentralheizungen…). Zum Glück sind sogar moderne Cafés für deutsche Verhältnisse günstig!

Für gemütliche Lese- oder Portugiesisch-Sessions ging es in eines der vielen typisch portugiesischen Cafés: entweder in die Sonne – oder auch unter einen großen Schirm im Regen. Oft war ich nach der Schule, gerade in der Anfangszeit, doch etwas erschöpft und musste wieder neue Energie tanken! Tostas de queijo, also Käsetoasts, und portugiesische Croissants sind mir hier sehr ans Herz gewachsen: Es gibt sie eigentlich überall (!), sie sind superlecker – und vegetarisch! Auf dem Bild seht ihr ein Bolo de Arroz, auch sehr lecker.
Café

Café | © Ronja Bergmann

Portugiesischkurs

An dieser Stelle ein kleiner Nachtrag: An meiner Schule gibt es Portugiesischkurse für Schüler*innen mit Migrationshintergrund. An einem dieser Kurse durfte ich teilnehmen –zeitlich ging das leider aber nur einmal in der Woche. Ich muss zugeben, dass ich die Schwierigkeit des Portugiesischen unterschätzt habe: Schriftlich konnte ich von Anfang an durch das Spanische viel verstehen, mündlich sah es aber ganz anders aus! Zwar habe ich mich inzwischen „eingehört“ und verstehe inzwischen auch einiges von Gesprächen (wenn deutlich/ langsam) gesprochen wird, selbst kann ich jedoch weiterhin nur einfache Sätze bilden und habe noch viele Probleme mit der Aussprache!

Zurück zu meinem typischen Nachmittag:

Natürlich bin ich auch immer sehr viel spazieren gegangen. Das geht in Guimarães super: In der Stadt gibt es tolle alte Gebäude, verwinkelte Gassen und süße (Keramik-)Läden. Außerdem gibt es wunderschöne Natur: Einer meiner Lieblingswege (etwas außerhalb der Stadt, sehr nah bei meiner Wohnung) führte durch ein öffentliches Gemüsefeld mit sehr viel Kohl, und weiter über Felder, vorbei an Kühen und Pferden. Richtig ländlich.

Direkt an die Stadt grenzt der Berg Penha an. Dort kann man auch super spazieren/ wandern gehen. Und auch in der Stadt gibt es, direkt bei der alten Burg, schöne grüne Oasen. Nicht ohne Grund ist Guimarães „Grüne Hauptstadt Europas 2026“.
Weg zum Castelo

Weg zum Castelo | © Ronja Bergmann

Ansonsten habe ich noch sehr gerne wunderschöne Gebäude (viele Kirchen!), Museen und Ausstellungen besucht. Zum Beispiel die Graphik-Biennale in Guimarães, dort konnte man unter Anderem richtig gute politische Karikaturen ansehen. Guimarães ist zwar klein, hat aber ein sehr großes kulturelles Angebot.

Até logo, Ronja

Autorin

Ronja Bergmann ist Lehramtsstudentin für das Gymnasium für die Fächer Englisch und Spanisch und absolvierte von September bis Dezember 2025 ein Praktikum in Guimarães.