Deutsche Filmwochen Barcelona

Deutsche Filmwochen Barcelona ©Die Goldfische

Vom 22.Oktober bis 14. November 2020

Vom 22. Oktober bis 14. November präsentieren das Goethe-Institut Barcelona und die Filmoteca de Catalunya, mit Unterstützung von German Films, die 9. Deutschen Filmwochen Barcelona. Wie bei den erfolgreichen Ausgaben der letzten Jahre bieten wir eine Auswahl der interessantesten und innovativsten Filme des aktuellen Kinopanoramas. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Autoren- und Independent-Filmen. Alle zehn Werke werden im Original mit spanischen Untertiteln projiziert.
In vielen Filmen geht es um Diversität in den unterschiedlichsten Formen. So ist der Eröffnungsfilm "Die Goldfische" von Alireza Golafshan eine rasante Komödie über die Reise einer Behinderten-Wohngemeinschaft in die Schweiz. Dort erwartet sie anstatt der geplanten Kamel-Reittherapie die unerwartete Herausforderung, Schwarzgeld über die Grenze nach Deutschland zu schmuggeln.

Bei etlichen der diesjährigen Filme spielt das Thema kulturelle Vielfalt eine Rolle, was auch an der großen Anzahl von Regisseur*innen mit Migrationshintergrund liegt. Deutschland als Einwanderungsland ist ein zentrales Thema, wobei die Geschichten und Milieus sehr unterschiedlich sind. In "Es gilt das gesprochene Wort" geht eine Deutsche eine Scheinehe mit einem jungen Türken ein, den sie während einer Reise flüchtig kennengelernt hat. Das Verhältnis zwischen der zielstrebigen Flugzeugpilotin und dem intelligenten Überlebenskünstler gestaltet sich komplexer als erwartet. In "Oray" muss ein junges moslemisches Ehepaar auf Anordnung eines Imans mehrere Monate getrennt leben. Der Mann hatte in einem Wutanfall die traditionelle islamische Formel für die Auflösung der Ehe ausgesprochen. Dagegen sind die Protagonist*innen des schwulen Coming Out-Films "Futur Drei" junge Leute, die der liberalen iranischen Mittelschicht entstammen und im deutschen Exil ihre Sexualität frei ausleben. In diesem Film ist das große Problem die drohende Abschiebung einer der Hauptpersonen. In dem Dokumentarfilm "Draw a line" probt eine internationale Tanz-Company in Deutschland ein Stück, das in der nigerianischen Hauptstadt Lagos entwickelt wurde. In "In the name of Sheherazade" thematisiert eine aus dem Iran stammende junge Regisseurin auf humorvolle Art die Erwartungen, die sie meint, erfüllen zu müssen, um ihren ersten Film in Deutschland finanziert zu bekommen.


Aber auch die Zeitgeschichte spiegelt sich in sehr persönlichen Geschichten. "Adam und Evelyn", nach dem gleichnamigen Roman von Ingo Schulze, führt uns zurück in den Sommer 1989. Wie viele andere Menschen aus der DDR, fahren auch die Protagonist*innen nach Ungarn in den Urlaub. Als dort die Grenze nach Westeuropa geöffnet wird, müssen sie sich entscheiden: Bleiben oder gehen?
Die skurrile Krimi-Farce "Coup" basiert auf einem tatsächlichen Kriminalfall, der 1988 in Westdeutschland Aufsehen erregte. Ein junger Bankangestellter klaut durch eine Manipulation in der Informatik seines Unternehmens Millionen und setzt sich nach Australien ab.

Andere Filme finden ihre Themen und Protagonist*innen im turbulenten Alltag einer heutigen Großstadt: "Leif in Concert Vol. 2" lässt uns die Atmoshäre einer Jazzkneipe im Szene-Stadtteil Berlin-Kreuzberg eintauchen. Der philosophisch angehauchte Film "Mein Ende. Dein Anfang" beginnt auf einem U-Bahn-Gleis und entwickelt sich von dort aus in mysteriösen Zeitschleifen weiter. Es geht um alles entscheidende Momente im Leben und um den schmalen Grat zwischen Verzweiflung und Glück.