Film Systemsprenger

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Freitag, 8. Januar 2021, 19.00 Uhr

Centro Cultural Okendo - San Sebastián

Avenida Navarra, 7
20013 San Sebastián

Die unbändige Sehnsucht eines Kindes nach Liebe und Geborgenheit

Regie: Nora Fingscheidt / Länge: 125 Minuten / Erscheinungsjahr: 2019 / Darsteller: Helena Zengel (Benni), Gabriela Maria Schmeide (Frau Bafané), Albrecht Schuch (Michael Heller), FSK: ohne Altersbeschränkung

Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Die wilde Neunjährige ist das, was im Jargon des Jugendamts ein „Systemsprenger“ genannt wird. Dabei will Benni nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei Mama wohnen! Doch die hat Angst vor ihrer unberechenbaren Tochter. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint und keine Lösung mehr in Sicht ist, versucht der Anti-Gewalttrainer Micha, sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien.

Bernadette oder Benni, wie sie genannt werden will gilt als aggressiv und unberechenbar. Aufgrund traumatischer Erfahrungen in frühester Kindheit darf niemand ihr Gesicht berühren. Von der Sonderschule wird sie dauerhaft suspendiert und keine Pflegefamilie oder Wohngruppe, die sie aufnimmt, ist ihr auf Dauer gewachsen. Sie ist ein ‚Systemsprenger‘. So nennt man Kinder, die radikal jede Regel brechen, sich Strukturen konsequent verweigern und nach und nach durch alle Raster der deutschen Kinder- und Jugendhilfe fallen. Wo auch immer die Neunjährige aufgenommen wird, fliegt sie schon nach kurzer Zeit wieder raus. Und genau darauf hat sie es abgesehen, denn sie sehnt sich danach, wieder bei ihrer Mutter zu leben, einer Frau, die maßlos überfordert ist von der Unberechenbarkeit ihrer eigenen Tochter.

Der Weg in eine geschlossene Anstalt scheint vorgezeichnet, doch der Sozialarbeiter und Anti-Gewalttrainer Micha erkennt sich in dem ‚schwierige Mädchen‘ wieder. Er war selbst einst auf dem Weg, sein Leben komplett zu verpfuschen, hat aber irgendwann doch noch knapp die Kurve bekommen. Er schlägt vor, mit Benni drei Wochen im Wald zu verbringen, in der Ruhe der Natur, ohne Fernsehen, ohne Ablenkung, ohne Irritationen. Zunächst gibt es zwar auch im Wald Streitigkeiten, doch dann scheint Benni echte Fortschritte zu machen. Als die Auszeit im Wald endet, klammert sich Benni an Micha und möchte bei ihm bleiben. Der Erzieher aber hat eine eigene Familie. Außerdem sieht er die Gefahr in diesem speziellen Fall seine professionelle Distanz zu verlieren. Er möchte den Fall abgeben.

Als Notfall wird sie an eine Obhutnahmestelle zur vorläufigen Betreuung übergeben, doch Benni flüchtet wieder zu Micha und seiner Familie, die sich bereit erklärt, sie für eine Nacht aufzunehmen. Als Benni am frühen Morgen mit Michas Sohn im Säuglingsalter spielt, eskaliert die Situation. Sie weigert sich das Kind der Mutter zu übergeben und schließt sich im Bad ein. Daraufhin bricht Micha in Panik die Tür auf. Benni flüchtet in den nahegelegenen Wald und wird Stunden später unterkühlt aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht. Ein Versuch, das Mädchen auf einen Auslandsaufenthalt nach Afrika zu schicken, schlägt fehl. Benni flüchtet aus dem Sicherheitsbereich auf das Dach des Flughafens

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