Rimini Protokoll: Uncanny Valley
Theater|Espoo City Theatre
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Espoo Cultural Centre
- Sprache Englisch (Finnisch für Kopfhörer wählbar)
- Preis 29 / 26 / 15 €
Aufführungen:
18. August 18 Uhr / 20:30 Uhr19. August 18 Uhr / 20:30 Uhr
20. August 15 Uhr
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Rimini Protokoll untersucht das Gefühl der entfremdeten Vertrautheit, das humanoide Roboter in uns wecken. Wir stellen uns Roboter meist als Arbeitsmaschinen vor, als effiziente und präzise Ausführer von Aufgaben. In der deutschen Industrie sehen sie kaum wie Menschen aus, um emotionale Komplikationen zu vermeiden. Anders als in Asien, wo humanoide Roboter bereits seit einiger Zeit entwickelt werden, zum Beispiel für Pflegearbeiten oder als Sexpartner*innen. Die äußere Ähnlichkeit zum Menschen erleichtert die Akzeptanz von Maschinen. Ist die Maschine jedoch dem Menschen zu ähnlich, beginnt das Misstrauen: Was ist Mensch, was ist Maschine?
Japanische Robotikforscher*innen nennen diese merkwürdige Ähnlichkeit das "Uncanny Valley" (dt. "Unheimliche Tal"). Für sein neues Stück arbeitet Stefan Kaegi zum ersten Mal mit einem Schriftsteller und Dramaturgen zusammen: Thomas Melle ließ ein animatronisches Double von sich anfertigen. Dieser Humanoide nimmt den Platz des Autors ein und wirft Fragen auf: Was bedeutet es für das Original, wenn die Kopie seinen Platz einnimmt? Lernt das Original sich selbst durch sein elektronisches Double besser kennen? Konkurrieren die Kopie und das Original miteinander oder helfen sie sich gegenseitig?
Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel haben im Jahr 2000 das Theater-Label Rimini Protokoll gegründet und arbeiten seither in verschiedenen Konstellationen unter diesem Namen. Stück für Stück erweitern sie die Mittel des Theaters, um neue Perspektiven auf die Wirklichkeit zu schaffen. Rimini Protokoll entwickeln ihre Bühnenstücke, Interventionen, szenischen Installationen und Hörspiele oft mit Expert*innen, die ihr Wissen und Können jenseits des Theaters erprobt haben. Außerdem übersetzen sie gerne Räume oder soziale Ordnungen in theatrale Formate. Viele ihrer Arbeiten zeichnen sich durch Interaktivität und einen spielerischen Umgang mit Technik aus.