Connect-Reconnect
20.03,-22.03.2026 (17:00-22:00), Goethe-Institut Georgien
Während der Künstler*innenresidenz im Oktober 2025 verbrachten die Teilnehmenden eine Woche in Kutaisi, Tbilisi und Tskaltubo und führten dort Recherchen durch. Diese gemeinsame Erfahrung bleibt ein kollektiver Bezugspunkt und klingt als leiser Unterton in den daraus entstandenen Performances und Klanginstallationen nach. Mit einem besonderen Fokus auf Klang und Hören verbinden die Arbeiten auch skulpturale Elemente, Videoprojektionen und Text, um miteinander verflochtene und sich überlagernde Fragestellungen zu untersuchen.
Viele der Arbeiten setzen sich mit Erinnerung und Verlust, Bewahrung, Verfall und Erneuerung auseinander. Sie fragen danach, wie Wasser, Pflanzen, Gebäude und Straßen kulturelle Geschichte und persönliche Erfahrungen in sich tragen. Dabei zeigt sich ein gemeinsames Interesse daran, wie bestimmte Klänge und Emotionen festgehalten oder eingeschlossen bleiben können – für einen flüchtigen Moment oder über Jahrzehnte hinweg. Gleichzeitig besteht eine stille Faszination dafür, was in Objekten und Orten, die verstummt sind, noch hörbar sein kann und welche Bedeutung ihre erneute Belebung haben könnte.
Diese Auseinandersetzung mit Klang und Stille zeigt sich auch in verschiedenen Untersuchungen von Übergangsräumen – sei es im öffentlichen Raum oder im Körper selbst. Darüber hinaus werden Sprache, Text, Träume und Imagination daraufhin befragt, wie sie unterschiedliche kulturelle Räume, mögliche und unmögliche Beziehungen, Machtdynamiken, Harmonien und Brüche erschließen. All diese Themen stehen in Beziehung zu natürlichen, gestalteten und virtuellen Umgebungen – insbesondere dazu, wie sie über die Sinne vermittelt und innerlich verarbeitet werden.
Indem sie verschiedene Räume im Gebäude des Goethe-Instituts aktivieren – vom Innenhof bis zur Dachterrasse – entfalten sich die Arbeiten in Resonanz miteinander. Sie zeigen, wie Klang subtile Spannungen, vergessene Brüche und flüchtige Intimitäten sichtbar machen kann. In diesem Austausch wird Hören zu einer Praxis, die das Zerstreute sammelt und Verbindungen über Schwellen von Zeit und Ort hinweg wiederherstellt.