Das Selbstverständnis von Bibliotheken als Lernort hat sich grundlegend gewandelt. Zunehmend sind Bibliotheken lebendige, öffentliche Orte, die mit neuen Raum-Ideen sehr unterschiedliche Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer gerecht werden wollen. Zusätzlich zum traditionellen "stillen Arbeitsplatz" einerseits und kommunikativen Zonen andererseits gehören geschützte Räume für kleine Arbeitsgruppen, Schulungsräume sowie multifunktionale Flächen für kreative Aktivitäten wie z.B. Makerspaces zum Profil von Bibliotheken – und in allerletzter Zeit eben auch die sogenannten Coworking Spaces.
Häufig gibt es diese Angebote bereits, sie sind aber nicht überall signifikant als neues Raumangebot herausgearbeitet, gestaltet und kommuniziert. Der Vortrag will den Coworking Space als spezielle Publikumsfläche typologisch in seinen konstitutiven Bestandteilen und an Beispielen vorstellen und zu den weltweit beliebten kommerziellen Co-Working Spaces abgrenzen.
Dr. Klaus Ulrich Werner ist Bibliotheksdirektor der Philologischen Bibliothek der Freien Universität Berlin. Studium der Germanistik und Geschichte an der Universität Freiburg und der Universität Wien, Promotion zum Dr.phil. Nach der Ausbildung zum Wissenschaftlichen Bibliothekar in Freiburg und Köln arbeitete er zunächst im Verlagswesen, seit 1991 in verschiedenen Bibliotheken der Freien Universität Berlin. Von 2000-2005 war er Projektmanager des Neubaus der Philologischen Bibliothek („The Berlin Brain“) des britischen Architekten Lord Norman Foster. 2007-2010 koordinierte er die Planung eines neuen Integrationsprojekts von 24 Institutsbibliotheken in einem Neubau der Freien Universität. Er ist Autor und Herausgeber von Büchern und Artikeln über Bibliotheksbau und Bibliotheksmanagement und in diesem Bereich im In- und Ausland auch als Referent und Berater tätig. Klaus Werner ist Mitglied der Kommission für Bibliotheks- und Archivbau des Deutschen Instituts für Normung (DIN). Er wurde 2013 in den Vorstand des Deutschen Bibliotheksverbandes (dbv) gewählt.