Bitte beachten Sie, dass die Buchpräsentation und die Podiumsdiskussion am 10.2.2022 (Do) um 19:00 Uhr aufgrund der Ausweitung der sozialen Distanzierungsmaßnahmen durch die Regierung von Hongkong nur noch online stattfinden werden. Ein ZOOM-Link wird den angemeldeten Teilnehmern zwei Tage vor der Veranstaltung zugesandt. JETZT ANMELDEN: https://forms.gle/gvV6bGFGiH5DV9SC9
Im Zusammenhang mit der Paneldiskussion stellt Autor Walter Koditek das neu erschienene Buch HONG KONG MODERN Architecture of the 1950s-1970s vor. Das Buch verbindet drei Elemente: Es ist (1) ein „Coffeetable“- Buch mit ganzseitigen Fotografien von Gebäudefassaden; (2) ein Architekturführer bzw. eine Dokumentation in Texten und s/w-Bildern, die die Gestaltung und den Hintergrund dieser Gebäude erklären und veranschaulichen; und (3) eine Reihe akademischer Essays über die Architektur- und Stadtgeschichte von Hongkong aus der Feder von Cecilia Chu, Eunice Seng, Ying Zhou und Charles Lai. Die Buchpublikation wurde unterstützt von Docomomo Hong Kong, Design Trust Seed Grant und dem Goethe-Institut Hongkong.
Walter Koditek
Walter Koditek ist ein deutscher Stadtplaner, Autor und Fotograf mit Sitz in Hongkong. Nach seinem Studium an der Technischen Universität Berlin arbeitete Walter in seinem ersten Berufsleben fast zwei Jahrzehnte in verschiedenen Berliner Planungsbüros sowie an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus. 2006 übersiedelte er nach Südostasien, wo er als Stadtplanungsexperte in Kambodscha und Vietnam tätig war. In 2014 verlagerte er seine Basis nach Hongkong und dokumentiert seither die dortige Architektur und Stadtgestalt wann immer es ihm seine Beratertätigkeit erlaubt. Walter war schon immer an der Erhaltung des baulichen Kulturerbes interessiert. Er veröffentlichte das Fotobuch Battambang Heritage (2018, Apsara Books, Hongkong) und war Co-Autor des Architectural Guide Phnom Penh (2020, DOM Publishers, Berlin), bevor er sich auf die architektonische Nachkriegsmoderne in Hongkong konzentrierte.
Das Buch kann in der Ausstellung zu einem Sonderpreis erworben werden.
Das Hongkong der Nachkriegszeit wurde lange Zeit durch heroische Geschichten der Modernisierung und des Fortschritts im Zusammenhang mit der unaufhaltsamen Entwicklung des Bauwesens dargestellt. In den letzten Jahren haben sich diese Erzählungen jedoch zu ändern begonnen, da das Interesse am Schutz des architektonischen Erbes der Stadt und an der Stärkung ihrer urbanen Identität gewachsen ist. Die Podiumsdiskussion befasst sich mit den sich wandelnden Interpretationen der Nachkriegsarchitektur Hongkongs und der Frage, wie die Dokumentation dieser Gebäude dazu beitragen kann, unser Verhältnis zur gebauten Umwelt und unser Geschichtsbewusstsein neu zu gestalten.
Podiumsteilnehmer
Cecilia L. Chu ist außerordentliche Professorin in der Abteilung für Landschaftsarchitektur an der Universität von Hongkong. Als ausgebildete Stadthistorikerin mit einem Hintergrund in Design und Konservierung konzentriert sich ihre Arbeit auf die sozialen und kulturellen Prozesse, die die Formen und Bedeutungen gebauter Umgebungen und deren Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften formen. Sie ist Mitbegründerin von Docomomo Hong Kong und Redaktionsmitglied des Journal of Urban History und des Journal of the Royal Asiatic Society Hong Kong. Sie ist die Autorin von Building Colonial Hong Kong: Speculative Development and Segregation in the City (Routledge, 2022) und Mitherausgeberin von The Speculative City: Emergent Forms and Norms of the Built Environment (University of Toronto Press, 2022).
Eunice Seng ist außerordentliche Professorin und Vorsitzende des PhD-Programms im Fachbereich Architektur an der Universität Hongkong und Mitbegründerin von SKEW Collaborative. Sie ist Gründungsmitglied von Docomomo Hong Kong und Co-Direktorin von Building Agency: Archifest 2017, organisiert vom Singapore Institute of Architects. Als Architekturhistorikerin und Architektin erforscht sie in ihrer Arbeit interdisziplinäre Überschneidungen, transnationale Verbindungen und Handlungsfähigkeit in den Bereichen Architektur, Wohnen, Häuslichkeit, Geschlecht, Arbeit und öffentlicher Raum. Sie ist die Autorin von Resistant City: Histories, Maps, and the Architecture of Development (WSP, 2020).
Ying Zhou ist Architektin und Assistenzprofessorin an der Fakultät für Architektur der HKU. Sie erforscht die Mechanismen von Raumproduktionen, die für asiatische Städte spezifisch sind, in der Art und Weise, wie sie globale Ströme beeinflussen und wirtschaftliche Übergänge in lokalen institutionellen Rahmen manifestieren. Sie hat in den Zeitschriften Critical Planning und Urban China veröffentlicht und unter anderem auf der Rotterdam Biennale, im Haus der Kunst und im Schweizerischen Architekturmuseum ausgestellt. Ihr Glaube an die Architektur als kulturelles Produkt, dessen Form und Materialität die Ideen und Bestrebungen komplexer Kontexte physisch manifestiert und anregt, stammt aus ihrer Zusammenarbeit mit dem Future Cities Laboratory des Singapore-ETH Centre unter dem Lehrstuhl von Kees Christiaanse und dem ETH Studio Basel unter dem Lehrstuhl von Herzog & de Meuron. Ying wurde in Shanghai geboren und hat einen B.S.E. von Princeton, einen M.Arch. von der Graduate School of Design in Harvard und einen PhD von der ETHZ.
Dr. Anita Chung ist Leiterin der Abteilung Kulturerbe am Tai Kwun: Zentrum für Kulturerbe und Kunst. Vor ihrer jetzigen Tätigkeit war sie Chief Operating Officer bei der Robert H N Ho Family Foundation in Hongkong; Leiterin der Abteilung für asiatische Kunst und Kuratorin für chinesische Kunst am Cleveland Museum of Art in den Vereinigten Staaten. Außerdem war sie Kuratorin für chinesische Kunst am National Museum of Scotland und Dozentin an der Universität von Edinburgh. Chung ist Kunsthistorikerin mit Forschungsinteressen in den Bereichen chinesische Malerei, Architektur, Kulturerbe und Kulturwissenschaften und ist Autorin von Drawing Boundaries: Architectural Images in Qing China und verschiedener internationaler Ausstellungskataloge.
Sarah Greene schloss 1998 ihr Studium der asiatischen Künste und Kulturen an der Universität Gent mit einem Master ab. Sie gründete 2007 die Blue Lotus Gallery, um aufstrebende Talente in Hongkong zu fördern. Derzeit konzentriert sich die Galerie auf Fotografie, die die Kultur und Identität Hongkongs durch verschiedene Ausstellungen und Buchprojekte zum Ausdruck bringt. Greene hat maßgeblich dazu beigetragen, die Karrieren von Hongkongs aufstrebenden Fototalenten zu fördern. Sie fühlt sich geehrt, als globale Vertreterin für den Fan Ho Trust tätig zu sein.