A Self-Portrait: The Process of Erasing

ZEITGEIST Hong Kong series|Ausstellung

  • Goethe-Galerie & Black Box Studio, Hongkong

  • Sprache Chinesisch und Englisch
  • Preis Freier Eintritt.

Künstler
Chilai Howard

Öffnungszeiten der Goethe-Galerie und des Black Box Studio:
10:00 – 19:00 Uhr (Mo – Fr)
9:30 – 18:30 Uhr (Sa)
Sonn- und Feiertage geschlossen

Die Ausstellung eröffnet am 7. September 2026 (Mo) um 18:30 Uhr in Anwesenheit der Kurator und der Künstler.

Er möchte auslöschen, doch er archiviert.
Er möchte loslassen, doch er bewahrt.
Er überdeckt die Geschichte des Objekts, doch er monumentalisiert seine Form.
Er hinterfragt die Erinnerung, doch konstruiert aus ihr ein Selbstporträt.

A Self-Portrait: The Process of Erasing präsentiert Chilai Howards Einzelausstellung als zugleich persönliche Reise und Untersuchung dessen, was Erinnerung, Objekte und das Selbst ausmacht. Im Zentrum steht ein Paradox: Um eine Erinnerung loszulassen, muss man ihr zunächst eine endgültige Form geben, während man gleichzeitig die Unmöglichkeit anerkennt, die Vergangenheit jemals wirklich besitzen zu können.

Der Künstler metallisiert bewusst Objekte, die mit unterschiedlichen Lebensabschnitten verbunden sind. Durch die Metallisierung erhalten flüchtige Erinnerungen eine starre, geschlossene Oberfläche. Erinnerungen, Bedauern, Bindungen und Schmerz erscheinen konserviert, dauerhaft gemacht, ja sogar monumentalisiert, während die Spuren gelebter Erfahrung unter derselben metallischen Haut verschwinden. Der Prozess bewahrt und löscht zugleich und nimmt dabei eine beinahe rituelle Funktion an. Anstatt die Objekte zu zerstören, entzieht er sie ihren alltäglichen Funktionen, versiegelt ihre einstigen Oberflächen und verwandelt sie in etwas, das eher an Reliquien erinnert. Das Objekt bleibt bestehen, doch etwas von seinem früheren Leben wird zugleich verborgen.

Die Ausstellung stellt jedoch die Frage: Sind Objekte selbst Erinnerungen, und kann Erinnerung überhaupt bewahrt oder ausgelöscht werden? So präzise der Künstler die Vergangenheit auch erzählt, konserviert oder erinnert, die Vergangenheit selbst lässt sich nicht zurückholen. Die Metallisierung vermag diese Abwesenheit nicht zu beheben; vielmehr markiert sie sie. Die Ausstellung wird so zu einem Archiv nicht dessen, was wiedergewonnen werden kann, sondern dessen, was unwiederbringlich verloren ist. Was bleibt, ist eine verhärtete Oberfläche, die sich um eine Leerstelle gebildet hat.

Paradoxerweise wird das Auslöschen durch Bewahrung vollzogen: Um das autobiografische Objekt auszulöschen, macht der Künstler es dauerhafter; um die Erinnerung freizugeben, monumentalisiert er ihre Überreste. Der Prozess handelt daher weniger von einer Bindung an die Objekte selbst als von der Abwesenheit, die jedes Objekt bereits umgibt. Die Metallisierung füllt diese Leerstelle nicht aus; sie macht sie lediglich sichtbarer.

Die Ausstellung fragt daher nicht nur: Wie vergessen wir?, sondern vielmehr: Wie verändern wir unsere Beziehung zu den Dingen, durch die wir erinnern? Das Selbst formt sich durch Erinnerungen, um sie herum und ebenso durch ihre Abwesenheiten. Die Vergangenheit lässt sich nicht zurückholen, doch ebenso wenig lässt sie sich einfach löschen. Etwas bleibt bestehen, während anderes unwiederbringlich verloren geht. In diesem Zwischenraum von Festhalten und Loslassen hinterfragt der Künstler jene scheinbar kohärente Erzählung, durch die wir uns selbst konstruieren: Das war ich; also bin ich dies.

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Begleitprogramme
Partizipative Performances: Give and Take
12.09. & 3.10.2026 (Sat), 3:00 PM - 6:00 PM
Black Box Studio
Freier Eintritt。

Bringen Sie einen metallischen Gegenstand mit, der für Sie eine besondere Bedeutung hat, und vertrauen Sie ihn einem Transformationsprozess an. Während der Performance wird Ihr Objekt metallisiert, wodurch seine vertraute Form eine neue Oberfläche und Präsenz erhält. Am Ende sind Sie eingeladen, den verwandelten Gegenstand wieder mit nach Hause zu nehmen.

* Bitte beachten Sie: Unterschiedliche Metalle können unterschiedlich auf den Prozess reagieren. Für optimale Ergebnisse empfehlen wir Gegenstände aus Eisen oder Aluminium.

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Über die Künstler

Chilai Howard (b.1986) ist ein interdisziplinär arbeitender Künstler und Designer aus Hongkong. Er absolvierte das Critical Intermedia Laboratory an der School of Creative Media der City University of Hong Kong (CityU HK) sowie an der Hong Kong University of Science and Technology (HKUST). In seiner künstlerischen Praxis erforscht er die Möglichkeiten unterschiedlicher Medien zur Schaffung atmosphärischer Erfahrungsräume, die sich mit dem menschlichen Unterbewusstsein, Verhaltensweisen und körperlicher Interaktion auseinandersetzen.
Seine experimentellen Bewegtbildarbeiten und Mixed-Media-Installationen wurden unter anderem in der Tate Modern (London), dem ZKM | Media Museum Karlsruhe, dem Museum of Contemporary Art Taipei, dem Arad Art Museum sowie dem National Centre for Contemporary Art St. Petersburg präsentiert.
Für seine künstlerische und gestalterische Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter Best of the Best beim Red Dot Design Award (2025), Agency of the Year bei den The HKMA/ViuTV & Now TV Awards for Marketing Excellence (2024) sowie den Award for Young Artist (Media Arts) der 17th Hong Kong Arts Development Awards (2023). Darüber hinaus wurde er als HKMOL’s Most Outstanding Leader of the Year (2022) ausgezeichnet.
Weitere Anerkennungen erhielt er unter anderem von den London International Awards, D&AD, GOOD DESIGN, dem AAM Award der American Alliance of Museums, den Effie Awards, MARCOM, dem Golden Pin Design Award, den DFA Awards sowie den MUSE Design Awards.

Über die Kurator

Isaac Leung ist als Künstler, Kurator sowie Wissenschaftler im Bereich Kunst und Kultur tätig.
Im Jahr 2003 erwarb Leung einen Bachelor of Fine Arts am School of the Art Institute of Chicago. In den vergangenen Jahrzehnten initiierte und realisierte er zahlreiche Projekte in unterschiedlichen Formaten, darunter Ausstellungen, Workshops, Vorträge, Publikationen, Online-Projekte und Symposien. Zu seinen Projekten zählen unter anderem „40 Years of Video Art“ (Hongkong, China, und Deutschland), „Time Test – International Video Art Research Exhibition“ (Peking, China), das ISEA Festival (Hongkong, China), „Both Sides Now“ (Hongkong, China, Vereinigtes Königreich und weitere Länder), Loop Barcelona (Barcelona, Spanien), „China Remixed“ (Indiana, USA), Clockenflap (Hongkong, China), die Art Basel Crowdfunding Initiative (Hongkong, China) sowie „Beyond the Singularity“ (Hongkong, China).
Derzeit ist Leung Associate Professor an der Faculty of Arts der Chinese University of Hong Kong.
Neben seiner Tätigkeit in Kunst und Kultur gilt sein besonderes Interesse der Grafik- und Raumgestaltung. Er ist Gründer und Creative Director des mehrfach ausgezeichneten Kreativstudios NNNNNNN., Creative Director bei FUSE | Omnicom Media Group, künstlerischer Berater von Videotage Hong Kong sowie Gastdozent an verschiedenen Universitäten und Fachveranstaltungen.