INPUT Online- Workshop Media Incubator
16.9.2022
Goethe-Institute Südosteuropas setzen das Projekt Media-Incubator fort, das junge Journalist*innen fortbildet, die sich für soziale Themen und eine ethische Berichterstattung interessieren. Das Goethe-Institut Kroatien hat sechs Journalist*innen versammelt, die in Ostslawonien das Thema der sozialen Ungleichheit in Ostslawonien bearbeiten werden. Unter der Betreuung der Journalistin Barbara Matejčić werden sich die Journalist*innen auch vor Ort in Ostslawonien versammeln, wobei vorher eine Vorbereitung durch Expert*innen organisiert wird, um eine angemessene Arbeitsgrundlage und eine Auswahl relevanter Themen zu bieten.
Durch vorangehende Online-Workshops und die anschließende praktische Arbeit vor Ort werden die Teilnehmenden aktuellen Themen gewidmete eigene Medienformate (schriftliche Beiträge für digitale oder Printmedien/Foto-Reportagen/Videobeiträge/Radiobeiträge/TV-Beiträge u.Ä.) entwickeln, die sich aus dem Fokus auf den Raum Ostslawonien ergeben. In der Gruppe (sgn. „Redaktion“) werden Ideen und Erfahrungen ausgetauscht und Diskussionen über die Herausforderungen der Berichterstattung zu sozial empfindlichen Themen geführt, wozu auch die Erfahrungen von Gastvorträgen beitragen werden. Mehr zu ganzen Projekt findet man hier.
Zum Online-Workshop am 16. September:
Der Online-Input-Workshop bot den Teilnehmenden einen Vortrag des erfahrenen Journalisten Drago Hedl. Im Gespräch unter dem Titel „Journalistische Erfahrungen in Ostslawonien“ sprach er über seine persönlichen Erfahrungen, die den Teilnehmenden als hervorragende Grundlage für das Verständnis dieses Raums dienen werden. Nach seinen Ausführungen bekamen die Teilnehmenden berufliche Tipps, die ihnen eine neue Sichtweise auf bestimmte Sachverhalte ermöglichten. Außerdem betonte er die Bedeutung heutzutage „Politik zu machen“ und sprach über das oft falsche Bild, das sich die Gesellschaft von Politikern und ihrer gesellschaftlichen Rolle macht.Biljana Gaća, Politikwissenschaftlerin und Aktivistin, gab in ihrem Vortrag „Ein gesellschaftlich-politischer Blick auf Vukovar aus der Perspektive einer jungen Person“ als gebürtige Vukovarerin einen Überblick über die vergangenen 30 Jahre der Stadt und brachte dabei viele Zusammenhänge zur Sprache, die für das Verständnis der heutigen Situation wesentlich sind.
Nach Gesprächen mit den Gastrednern folgte eine Diskussion mit der Mentorin Barbara Matejčić, die auf den genaueren Umgang mit den einzelnen Themen gerichtet war.
Barbara Matejčić: „Von den Bewohnern Vukovars habe ich oft gehört, dass das Vukovar von dem sie in den Medien lesen und hören, nicht das Vukovar ist, in dem sie leben. Deshalb haben wir beschlossen zu hinterfragen, ob sich das Vukovar, das in den Medien präsentiert wird, vom Vukovar, wie es sich selbst sieht, unterscheidet, und wenn ja, ob unsere Gruppe außerhalb dieses üblichen Medienrahmens denken und schaffen kann? Im ersten Schritt zeigte sich, dass die am Media Incubator teilnehmenden Journalist*innen eine frische Perspektive auf die Stadt und Ostslawonien verfolgen, dass sie an neuen Themen interessiert sind, gerade an solchen, auf die man in den Medien nicht stößt. Doch es zeigte sich auch, dass es unter uns im Rahmen der „Redaktion“ immer noch Bedarf gibt, über die Vergangenheit, den Krieg und seine Folgen zu sprechen, vielleicht deshalb, weil es sich durchweg um junge Kolleg*innen handelt, die vom Krieg in Ostslawonien nur indirekte Kenntnisse bekommen haben, im Rahmen der Schule nur spärliche und außerhalb dessen nicht ganz zufriedenstellende.
Sie war an einer Vielzahl von Projekten beteiligt, die mit Jugendlichen, Frieden und Förderung der Menschenrechte zu tun haben. Sie hat zahlreiche Aktivitäten und Performances in Vukovar organisiert, die auf Bewusstseinsstärkung und Zusammenarbeitsförderung, Solidarität und gegenseitigen Respekt in der Stadt ausgerichtet waren.