Workshop Media Incubator
Vukovar, 11.-13.10.2022
Unter der Betreuung der Journalistin Barbara Matejčić haben sich die Journalist*innen vor Ort in der Stadtbibliothek in Vukovar in einer „improvisierten“ Redaktion versammelt und durch die anschließende praktische Arbeit vor Ort eigene Medienformate (schriftliche Beiträge für digitale oder Printmedien/Foto-Reportagen/Videobeiträge/Radiobeiträge/TV-Beiträge u.Ä.) entwickelt.
Den Teilnehmer*innen hat sich auch der örtliche Mentor Nikola Milojević an, Che-
redakteur des Portals Srbi.hr, der auch für die Zeitung Izvor und die TV-Sendung Hronika Slavonije Baranje i zapadnog Srijema (Chronik Slawoniens, Baranjas und Westsyremiens) angeschlossen.
Fünf JournalistInnen haben sich mit fünf thematischen Bereichen beschäftigt:
Lana Bunjevac (freie Journalistin): Tourismus im ländlichen Raum als Revitalisierungsfaktor
Sara Lea Čenić (Portal 24sata): Das Leben schwuler Menschen in Ostslawonien
Sanja Kosović (freie Journalistin Novi Sad): Das Verhältnis zum Nationalismus aus Vukovar stammender Jugendlicher in Vukovar und Novi Sad
Mirna Šmit (Kroatisches Nationalfernsehen, HR Osijek) Politischer (An-)Alphabetismus Jugendlicher, wie sie Politik verstehen und was sie von ihr erwarten und in welchem Maße sie ihren Bedürfnissen entspricht
Dušan Velimirović (Web-Portal srbi.hr) Das Bild Vukovars in den Augen Hergezogener
Barbara Matejčić: Die vorläufige Media-Incubator-Redaktion, die in den hervorragenden Räumlichkeiten der Jugendabteilung der Stadtbücherei Vukovar namens Spajalica untergebracht wurde, war primär auf die Außeneinsätze der JournalistInnen ausgerichtet. Die JournalistInnen hatten die Aufgabe die Arbeit in Vukovar und Umgebung im Voraus vorzubereiten und zu vereinbaren - eine gute Vorbereitung garantiert auch gute geleistete Arbeit während der Außeneinsätze. So ließ man ihnen jeden Tag genug Zeit für Treffen mit Gesprächspartnern und die Arbeit an ihrem Thema. Morgens haben wir in der Spajalica umfassende Redaktionssitzungen abgehalten, bei denen wir in der Gruppe die Fortschritte des Vortages und Pläne für den jeweils bevorstehenden Tag diskutierten. Obwohl einige JournalistInnen der Arbeit in Vukovar vor ihrer Ankunft mit Vorsicht entgegensahen, weil sie nie dort und dort auch nicht journalistisch aktiv gewesen waren, und weil Vukovar in der kollektiven aber auch medialen Erinnerung einen besonderen Platz einnimmt, zeigte sich schnell, dass Vukovar eine Stadt ist, in der man wie in jeder anderen journalistische Fragen stellen kann. Eine wichtige Dynamik in der Arbeit und eine Perspektive auf Vukovar boten auch die aus Vukovar stammenden KollegInnen, die zu unserer Redaktion gehörten. Besonders aufmerksam verfolgten die JournalistInnen den zweieinhalbstündigen Vortrag des Kollegen Drago Hedl mit, zumal es sich zumeist um junge KollegInnen handelte, die mit der faszinierenden und langen journalistischen Karriere Hedls nicht vollständig vertraut waren. Mit der Rückkehr aus Vukovar folgen für die JournalistInnen jetzt die Abschlussarbeiten an ihren Themen.