Sensoria

Das Goethe-Institut Indonesien lädt in Zusammenarbeit mit Arum Larasati und Puspita Tjokornegoro junge Kreative dazu ein, an einem Workshop über Szenografie in audiovisuellen Performances teilzunehmen. Der Open Call richtet sich an New-Media-Künstler*innen, audiovisuelle Praktiker*innen, Musiker*innen sowie Kreative aller Art.

Sensoria © Arum Larasati & Puspita Tjokronegoro

Bilder, Geräusche, Benachrichtigungen und Datenströme sind aus dem heutigen Leben kaum noch wegzudenken und nahezu pausenlos präsent. Dadurch entsteht ein neuer Zustand, in dem Körper und Geist Informationen nicht nur empfangen, sondern auch versuchen, alles gleichzeitig zu empfinden. In dieser Situation entsteht das Gefühl der Überstimulation: Die Sinne arbeiten ununterbrochen, während Emotionen oft gar nicht vollständig verarbeitet werden können. Vieles ist sichtbar, doch nicht unbedingt bleibt Raum, alles wirklich zu fühlen.

Sensoria kehrt dieses Jahr zurück und nimmt die Landschaft permanenter Reizströme zum Ausgangspunkt: Reize, die durch zeitgenössische Technologien und die allgegenwärtigen interaktiven Medienumgebungen erzeugt und genutzt werden. Wahrnehmung steht dabei im Zentrum. Der Raum zwischen sensing und feeling wird immer schmaler. Informationen bewegen sich in rasanter Geschwindigkeit, während emotionale Reaktionen häufig hinterherhinken. Wenn beide nicht im Einklang sind, entsteht etwas, was zugleich dicht und doch schwer greifbar erscheint: Vieles wird wahrgenommen, aber nicht unbedingt verstanden. Wir können etwas fühlen, ohne es benennen zu können.

Dieser Zustand wird auch von unserem kollektiven Unbewussten beeinflusst: Erinnerungen, Vorurteile und Erfahrungen sorgen dafür, dass neue Informationen niemals vollständig neutral erscheinen. Die Grenze zwischen Fakten und Interpretation verschwimmt zunehmend. Anpassung wird damit zu einem wesentlichen Modus des Erlebens.

Mit einem interdisziplinären Ansatz lädt Sensoria dieses Jahr die Teilnehmenden dazu ein, diesen Zustand im Kontext von Szenografie und audiovisueller Performance zu erforschen. Licht, Klang, Raum und Körper werden dabei als Medien verstanden, die nicht nur Informationen vermitteln, sondern auch sensorische und emotionale Erfahrungen formen. Anstatt Überstimulation ausschließlich als Störung zu betrachten, eröffnet das Programm den Raum, diesen Zustand als einen zu verstehen, in dem sich der Körper fortwährend anpasst, seinen eigenen Rhythmus sucht und subtile Formen von Widerstandskraft entwickelt.

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