Unsere Spuren an der Nordseeküste

Was mit einer Weltreise nach Sankt Peter‑Ording begann, entwickelte sich zu einem Sommer voller Begegnungen, Kultur, Abenteuer und persönlicher Höhepunkte. Im PASCH‑Jugendkurs trafen wir Schüler*innen aus den verschiedenen Himmelsrichtungen, lernten Deutsch, erkundeten Norddeutschland und wuchsen dabei zu einer engen Gemeinschaft zusammen. Eine Zeit, die Spuren hinterlässt – und die Lust macht, sofort wieder an die Nordsee zurückzukehren.
 

Jugendkurs SPO: Unsere Spuren an der Nordseeküste © Goethe-Institut Indonesien

Die Reise beginnt

Nach unserer langen Reise stellt sich ein Gefühl der Erleichterung ein: Die 16-stündige Anreise führte uns von Jakarta über Dubai und Hamburg in Richtung Nordwesten ans Meer zu unserem Ziel Sankt Peter-Ording. Endlich waren wir in der Stadt angekommen, die uns in den vergangenen Monaten nicht mehr aus dem Kopf gegangen war.

Kaum angekommen, trafen wir sofort auf die 74 anderen PASCH-Schüler*innen aus 13 Ländern. Unterschiedlichste Hintergründe, Persönlichkeiten und Kulturen kamen in der warmen Atmosphäre des Sommerjugendkurses 2025 zusammen, der an der Nordseeküste im schönen Sankt Peter-Ording stattfand.

Mit großem Enthusiasmus starteten wir in die ersten Tage. Zunächst besuchten wir den Deutschunterricht, in dem wir das Lernmaterial für Fortgeschrittene auf interaktive und aktive Weise vertieften. Neben dem Unterricht im Klassenraum hatten wir die besondere Gelegenheit, den Wochenmarkt im Zentrum von Sankt Peter-Ording zu besuchen, der jeden Mittwoch vom Morgen bis zum Mittag geöffnet ist. Dort kamen wir mit Besucher*innen und Händler*innen ins Gespräch und führten kleine Interviews, natürlich auf Deutsch. Diese Erfahrung war nicht nur eine wertvolle Sprachpraxis, sondern auch ein Fenster zur lokalen Kultur.

Aktivitäten während des Kurses

Im Laufe des Kurses wurden wir in verschiedene Gruppen eingeteilt, um an Klassenprojekten zu arbeiten. Zur Auswahl standen vier Projekte: Kochen, Upcycling von Abfall zu Bekleidung, Reportage und die Produktion eines Musikvideos. Jede Gruppe wurde von Lehrer*innen begleitet, die uns während des gesamten Prozesses unterstützten. Die Ergebnisse unseres Einsatzes wurden später beim feierlichen Abschlussabend präsentiert.

Neben dem Sprachkurs konnten wir täglich zwischen vielen spannenden Aktivitäten wählen, die für uns vorbereitet wurden – von energiegeladen bis entspannend, von sportlich bis kreativ. Für Sportliebhaber gab es Badminton, Basketball, Joggen, Radtouren, Acro Yoga, Bowling, Minigolf, Tischtennis und selbstverständlich Fußball, das stets viele begeisterte Teilnehmer*innen hatte.

Wer es ruhiger mochte, konnte kreativ werden: Grillen, Schmuckdesign, Karten spielen, Malen, Batik, Chor oder Karaoke. All diese Aktivitäten stärkten nicht nur unsere Fähigkeiten, sondern auch unsere Freundschaften. Hin und wieder durften wir Sankt Peter-Ording sogar selbstständig erkunden – solange wir mindestens zu dritt unterwegs waren.

Ausflüge in die Region

Unsere Abenteuer beschränkten sich nicht nur auf Sankt Peter-Ording. An ausgewählten Tagen machten wir Ausflüge in einige Städte Norddeutschlands. In der ersten Woche besuchten wir Hamburg, erkundeten die Stadt und bestaunten die Sammlungen im International Maritime Museum, in der Deichtorhallen und im Museum für Kunst und Gewerbe. In der zweiten Woche fuhren wir nach Büsum, machten eine Schifffahrt und beobachteten Seehunde in ihrer natürlichen Umgebung. In der letzten Woche vor der Heimreise besuchten wir Flensburg und die Europa-Universität Flensburg. Dort erhielten wir Einblicke in die angebotenen Studienprogramme und nahmen an einer kleinen Campusführung teil. Anschließend genossen wir die ruhige, charmante Atmosphäre der Stadt.
   

Kulturabende und Feiern

Eines der eindrucksvollsten Erlebnisse war der Länderabend. Hier präsentierten die Teilnehmenden die Kultur ihrer Heimatländer, mit traditioneller Kleidung, Musik, Tanz und typischen Speisen. Es war faszinierend, wie all diese Traditionen an einem Ort zusammenkamen.

Jeden Sonntagabend gab es eine Feier zum Entspannen, Tanzen und gemeinsamen Genießen. Besonders unvergesslich war die „Bad Taste“-Party, bei der alle in schräge, lustige und kreative Kostüme schlüpften. Die vielen Lacher haben diese Abende für immer in unseren Erinnerungen verankert.

Der Abschlussabend war eine berührende Abschiedsfeier. Dort konnte jede*r, der mochte, auftreten, und es gab eine Präsentation der Klassenprojekte. Wir verbrachten den Abend damit, zu jubeln, zu applaudieren und all jene zu feiern, die sich mutig auf die Bühne gewagt hatten. Anschließend hielt Jens, der Kursleiter, eine warme und bedeutungsvolle Abschiedsrede.

Der Abschied

Am letzten Abend durften wir nach der Abschlussveranstaltung noch weiterfeiern. Diese letzte Party lief ohne Motto oder Dresscode ab, was den Abend etwas wehmütiger machte. Doch es gab noch eine besondere Aktivität: In einem der Gemeinschaftsräume hingen Fotos aller Teilnehmer*innen vom ersten Kurstag. Unter jedem Foto befand sich ein Umschlag. Wir konnten einander Briefe schreiben. Viele ließen die Party sausen, um Zeit für persönliche Nachrichten zu finden. Danach verbrachten wir gemeinsam die letzte Nacht redend, lachend, tanzend, singend...

Als die Sonne aufging, schlug die Realität ein: Wir hatten Koffer voll mit schmutziger Kleidung und Süßigkeiten als Mitbringsel. Auch die Fotogalerien auf unseren Handys waren so voll wie unsere Herzen: mit Zuneigung, Erinnerungen und neuen Freundschaften.

Einer nach dem anderen verließ Sankt Peter-Ording. Wir, das Indonesien-Team, waren die Letzten, die zum Flughafen aufbrachen. Wir beobachteten, wie nach und nach alle anderen verabschiedet wurden. Natürlich freuten wir uns darauf, Familie, Freund*innen und Bekannte in Indonesien wiederzusehen. Aber tief in uns lag auch ein stiller Schmerz, dass diese besondere Zeit nun ein Ende hatte.

Es war uns eine große Ehre und Freude, Teil dieses wunderschönen PASCH-Programms zu sein. Diese drei Wochen waren für uns eine bedeutende und prägende Phase im Leben. Dazu passt bis heute das Lied Westerland von der Band „Die Ärzte“ mit der Textzeile: „Ich will wieder an die Nordsee, ich will zurück nach Westerland.“ Bis zum nächsten Mal, Sankt Peter-Ording. Tschüss!

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