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Japan Villa Kamogawa

Yuxuan Cui
Bildende Kunst

© Yuxuan Cui © © Yuxuan Cui © Yuxuan Cui © Yuxuan Cui

Kooperationsstipendium
Gefördert durch den Mondriaan Fund (Niederlande)


Yuxuan Cui (geb. 1999 in Changchun, China) ist eine bildende Künstlerin und visuelle Erzählerin, die derzeit in Rotterdam (NL) lebt und arbeitet. Sie absolvierte ein Bachelorstudium an der School of Foreign Studies sowie an der School of Arts der Nanjing University in China und schloss anschließend ein Masterstudium der Bildenden Kunst an der Hogeschool voor de Kunsten Utrecht (HKU) in den Niederlanden ab. In ihrer künstlerischen Praxis, die vorwiegend mit Fotografie und bewegten Bildern arbeitet, bewegt sie sich an der Schnittstelle von Fiktion, Dokumentarischem und künstlerischer Forschung.

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Auseinandersetzung mit der Frage, wie geopolitische Konstellationen, historische Erinnerungen und koloniale Hinterlassenschaften in periphere und transitorische Landschaften eingeschrieben sind. Auf der Grundlage ortsbezogener Recherchen und körperlich-verkörperter Zugänge versteht sie Archive nicht als statische Speicher, sondern als dynamische Orte fortlaufender Aktivierung und Neubewertung. Durch Interventionen in physische Räume ebenso wie in archivische Materialien macht sie sichtbar, was häufig übersehen oder verdrängt wird, und hinterfragt dominante, festgeschriebene Narrative. Ihre Arbeiten lassen Bedeutungen bewusst offen und mehrdeutig und verorten sie in fragmentierten zeitlichen und geografischen Zusammenhängen.

Yuxuan Cui nahm an zahlreichen Künstlerresidenzen teil, darunter im Brutus Lab (NL, 2024), bei Het Wilde Weten (NL, 2024) sowie an der Internationalen Sommerakademie für bildende Kunst Salzburg (Ö, 2022). Ihre Arbeiten wurden u. a. im Waterliniemuseum Fort bij Vechten (NL, 2024), in der Kunsthal Gent (BEL, 2024), auf der Limburg Biennale im Marres House for Contemporary Culture (NL, 2024), bei BAK (2023), auf der Nanjing Art Fair International (China, 2023), dem Pingyao International Photography Festival (China, 2023) sowie beim Miami New Media Festival in Amsterdam (NL, 2022) gezeigt. Im Jahr 2025 erhielt sie Förderungen u.a. vom Mondriaan Fund (NL), dem CBK Rotterdam (NL) sowie von der One Way Street Foundation (China, Sailor Project).

Während ihres Stipendienaufenthalts in Kyoto widmet sich Yuxuan Cui der Erforschung buddhistischer Architektur in Japan als transnationale und koloniale Infrastruktur Ostasiens. Ausgehend vom Higashi-Honganji-Tempel in Kyōto untersucht sie die Nachwirkungen kolonialzeitlicher religiöser Orte in Nordostchina und Shanghai. In Arbeiten mit bewegten Bildern, Fotografie, Archivmaterial und raumbezogenen Installationen erforscht sie, wie sich sakrale Räume im Spannungsfeld von Religion, kolonialer Macht und Moderne in ihrer Funktion und Bedeutung wandeln.
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