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20:00 Uhr

Konrad Merz: Een mens valt uit Duitsland

Lesung | Gespräch

  • Goethe-Institut Amsterdam, Amsterdam

  • Sprache Niederländisch
  • Preis Eintritt frei

Konrad Merz - Een mens valt uit Duitsland © Uitgeverij Cossee

In einem Gespräch und einer Lesung mit Titia Lehmann, der Tochter von Konrad Merz, und Henk van Renssen, der ein Nachwort zu dem Buch geschrieben hat, geht es um Konrad Merz' Exil-Roman Een mens valt uit Duitsland. Der niederländische Schriftsteller Menno ter Braak bezeichnete das Buch als "einen der glücklichsten Momente im literarischen Leben der deutschen Emigration".

Die Veranstaltung wird moderiert von Chris Keulemans.

Anmeldung

Een mens valt uit Duitsland

Eine Dorfkneipe in Pommern, Ostdeutschland, Weihnachtsabend 1933. Ein junger jüdischer Student schreibt an seine Freundin. "Ilse, gestern morgen sind wir aus Berlin geschmiert worden. Ungewaschen, ungekämmt, sozusagen ausgespuckt." Ein weiterer Brief einen halben Monat später: "Liebe Mutter, schreibt er, ich bin in Holland, ich bin sicher. Ich bin in einem fremden Land."

In Amsterdam sucht er Unterschlupf, zunächst heimlich in einer Pension unter dem Bett eines Bekannten, später auf einem Bauernhof in der nordholländischen Landschaft. Dort arbeitet er so hart, dass sich sein Rücken krümmt, aber auch die Hühner und die Kuh schauen ihn nicht an. Immer bleibt da die Sehnsucht nach Deutschland.

Aus tragikomischen Tagebuchaufzeichnungen und bodenständigen Briefen entsteht das klare Bild eines Mannes, der - als die Menschlichkeit aus seinem Land verschwindet - aus Deutschland herausfällt. Konrad Merz' Debüt aus dem Jahr 1936 beschreibt eine schwarze Zeit, ohne an einer Stelle schwermütig zu sein.


Sprecher

Titia Lehmann ist die Tochter von Kurt Lehmann und eine der Personen, die der Geschichte des Buches wohl am nächsten stehen: "Als Tochter sieht man seinen Vater in erster Linie als Vater, nicht als Schriftsteller. Man erlebt ihn von innen, in der Familie, in der Arbeit, im Leben. Man wächst mit den Phasen seines Schreibens. Es ist schön zu sehen, dass sein erstes Buch weiterhin so viel Aufmerksamkeit erregt."

Henk van Renssen (1971) studierte Kulturwissenschaften an der Universität Maastricht. Anschließend arbeitete er jahrelang als Redakteur bei de Volkskrant und dann bei Vrij Nederland. Van Renssen ist auch der Autor einer viel beachteten Biografie in Form von Reiseberichten über den niederländischen Journalisten George Nypels, mit dem Titel De revolutieverzamelaar (Podium Publishers). Heute ist Van Renssen Redakteur bei Uitgeverij Balans. Er schrieb das Nachwort zu Een mens valt uit Duitsland.

Chris Keulemans (1960) ist Schriftsteller, Essayist, Reisender und gefragter Diskussionsleiter. Er hat Belletristik und Sachbücher veröffentlicht, war Direktor von De Balie und Gründer der Literaturbuchhandlung Perdu und des Kulturzentrums De Tolhuistuin, beide in Amsterdam. Er spielte zusammen mit Enkidu Khaled in ihrer gemeinsam realisierten dokumentarischen Theaterproduktion Bagdad.

 

Die Veranstaltung ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Cossee Verlag und dem Goethe-Institut Amsterdam.