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19:30–21:00 Uhr

Leon Engler — Botanik des Wahnsinns

Literaturclub |LeesCafé Duits

  • Online Online | Goethe-Institut Niederlande, Amsterdam

  • Sprache Deutsch
  • Teil der Reihe: LeesCafé Duits

Leon Engler — Botanik des Wahnsinns © Niklas Berg

Das nächste LeesCafé Duits findet am Mittwoch, den 18. März 2026, um 19:30 Uhr statt. Es werden zwei Veranstaltungen parallel angeboten, sowohl im Goethe-Institut in Amsterdam (Herengracht 470) als auch online via Zoom

Auf dem Programm steht:

Leon Engler: Botanik des Wahnsinns
DuMont Verlag, Köln 2025, 208 S.
ISBN 9783755800538

Als bei der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter durch eine Verwechslung alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage wandert, bleibt dem Erzähler wortwörtlich nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte. Wie hat es so weit kommen können? Der Erzähler blickt auf die Biografie seiner Familie: ein Stammbaum des Wahnsinns. Die Großmutter bipolar, zwölf Suizidversuche, der Großvater Stammkunde in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv. Und er blickt auf seinen eigenen Weg: Eine Kindheit im Münchner Arbeiterviertel. Die frühe Angst, verrückt zu werden. Die Flucht vor der Familie ins entfernte New York. Jahre in Wien mit Freud im Kaffeehaus. Und wie er schließlich doch in der Anstalt landet — als Psychologe. Bei der Arbeit mit den Patienten lernt er, dass ein Mensch immer mehr ist als seine Krankheit, dass Zuhören wichtiger ist als Diagnostizieren. Vor allem aber muss er sich bald die Frage stellen, was das sein soll: ein normaler Mensch.
 

Leon Engler: Botanik des Wahnsinns © DuMont

Botanik des Wahnsinns ist Englers Debütroman, mit dem er sofort für den Aspekte-Literaturpreis 2025 nominiert wurde. Bislang machte er vor allem mit erfolgreichen Theaterstücken und Hörspielen auf sich aufmerksam. Engler studierte Kultur- und Theaterwissenschaften sowie Psychologie. Derzeit absolviert er eine Ausbildung zum Therapeuten. Man könnte also meinen, er wisse, worüber er schreibt. Seine Rezensenten waren sich fast einig, dass es sich um ein gelungenes Debüt handelt. So lobt Dominik Fürst in der Süddeutschen Zeitung die „humorvolle Zärtlichkeit” dieses Romans. Was meint ihr, liebe LeesCafé-Besucher?

wdr-Weststart eine Rezension von Paula-Marie Dröger, August 2025

Was ist psychisch krank?— Sternstunde Philosophie, SRF, 21. Februar 2026
 

Heute im Leescafé Duits

  • Elisabeth Meyer ist Lektorin am Centre for the Arts in Society an der Universität Leiden. Zusammen mit Britta Behrendt und Carla Dauven-van Knippenberg koordiniert und moderiert sie das Leescafé Duits, das einmal monatlich am Goethe-Institut Amsterdam und zeitgleich online — mit Menschen aus Friesland bis Berlin und München — stattfindet. Dort werden Neuerscheinungen der deutschen Gegenwartsliteratur gemeinsam gelesen und diskutiert. 

  • Britta Behrendt ist Journalistin und TV-, Radio-, Podcast- und Web-Poduzentin.
    Sie arbeitet als Übersetzerin aus dem Englischen und Niederländischen ins Deutsche und als Lektorin für akademische und andere Publikationen in deutscher Sprache.
    Sie sitzt im Vorstand des ausländischen Pressevereins in den Niederlanden.
    Zusammen mit Elisabeth Meyer ist sie Mitveranstalterin des LeesCafé Duits am Goethe-Institut Amsterdam.

  • leitete an der Universität von Amsterdam jahrelang den Studiengang Deutsch. Im April 1999 gründete sie das LeesCafé Duits, das nunmehr seit 2002 als Gast des Amsterdamer Goethe-Instituts dort zusammenkommt. Carla Dauven ist die Ansprechpartnerin für die online-Treffs per Zoom.