Living Archive: Collecting Voices

Partizipatives Kunstwerk|Bevrijdingsdag

Schriftzeichen auf Stoff @ceyhunfirat

Schriftzeichen auf Stoff @ceyhunfirat

Als Teil von Living Archive: Freedom initiiert von der Kuratorin Ipek M. Sur, entsteht aus Anlass des 5. Mai (Befreiungstag) eine partizipative öffentliche Installation vor dem Goethe-Institut Amsterdam.

Collecting Voices fungiert als offene Einladung und temporärer Sammelpunkt für Stimmen aus der Stadt. Durch eine Reihe von Fragen – Was bedeutet Freiheit für dich? Fühlst du dich frei? Warum ja oder warum nicht? Wie trägst du zur Freiheit anderer bei? – wird das alltägliche Publikum als Träger von Wissen, Erfahrung und Erinnerung angesprochen.

Die Installation positioniert die Straße als Ort des Austauschs und der Reflexion, an dem sich persönliche Geschichten zu einem vielschichtigen, kollektiven Archiv auftürmen. Nicht als statisches Ganzes, sondern als lebendiger Organismus, der durch jeden neuen Beitrag wächst, sich verschiebt und neu schreibt.
Die gesammelten Stimmen bilden den Ausgangspunkt für eingeladene Künstler*innen, die diesen Input während des Freedom Dinner am Abend des 5. Mai in performative und narrative Interventionen umwandeln. So bewegt sich das Werk vom öffentlichen Raum zum gemeinsamen Tisch, von individueller Reflexion zur kollektiven Vorstellungskraft.

Mit Collecting Voices untersucht Ipek M. Sur, wie Archive nicht nur bewahrt, sondern auch durch Partizipation, durch Präsenz und durch das Zusammenführen unterschiedlicher Perspektiven in einem temporären Rahmen aktiviert und neu verhandelt werden können.

Künstlerische Unterstützung: Ceyhun Firat

Living Archive ist eine fortlaufende kuratorische Methode, die mündlich überlieferte Geschichte durch künstlerische und partizipative Praktiken aktiviert und das kollektive Gedächtnis als Raum für Vielstimmigkeit, Reflexion und Heilung betrachtet. Das Programm ist eine Kooperation zwischen 7 Hills Foundation, dem Goethe-Institut, der Reinwardt Academy und dem Netwerk Levend Archief und wird unterstützt durch das Amsterdam Comité 4 en 5 mei sowie durch den Vfonds.  

 

Künstler*innen und Partner

  • Ipek M. Sur ist eine in Amsterdam ansässige Kuratorin, Forscherin und Kulturvermittlerin, deren multidisziplinäre Praxis bildende Kunst, Performance, Film und sozial engagierte Projekte umfasst Ausgehend von Fürsorge, Gegenseitigkeit und aufmerksamem Zuhören, beschäftigt sich ihre Arbeit mit Migration, kollektivem Gedächtnis und der transformativen Kraft gemeinsamer Geschichten. Durch kuratorische Formate, die Partizipation und relationalen Austausch in den Mittelpunkt stellen, schafft sie Räume, in denen Kunst zu einem Ort der Reflexion, des Dialogs und der kollektiven Urheberschaft wird. Als Gründerin und künstlerische Leiterin der 7 Hills Foundation entwickelt sie interdisziplinäre Plattformen, die künstlerische Praxis mit gesellschaftlichem Engagement, Heilung und sozialer Vorstellungskraft verbinden.
     

  • Ceyhun Firat ist ein interdisziplinärer Künstler, der medienübergreifend arbeitet, um individuelle Themen zu untersuchen, die auf übergeordnete soziale, politische und historische Realitäten verweisen. Er erwarb 2021 einen Bachelorabschluss in Bildender Kunst an der Brown University und 2023 einen Masterabschluss in Bildender Kunst an der University of Chicago. Er wurde mit dem Royce Fellowship und dem
    Arts, Science, and Cultural Initiative Grant ausgezeichnet und in die Liste Artists to Watch der Comfort Station in Chicago aufgenommen. Er trat auf und nahm an Ausstellungen in den Vereinigten Staaten, der Türkei und den Niederlanden teil. Neben seiner künstlerischen Praxis hat er internationale Kunstprojekte unterstützt und begleitet, darunter die Biennale für Grafik in Ljubljana, die Istanbul Biennale sowie kulturelle Einrichtungen in der Türkei und den Niederlanden.
     

  • Die 7 Hills Foundation ist eine in Amsterdam ansässige Kulturstiftung, die interdisziplinäre Kunstprojekte und internationale Kooperationen zu Themen wie Identität, Migration und kollektives Gedächtnis entwickelt. Ausgehend von einem nomadischen und interkulturellen Ansatz arbeitet die Stiftung interdisziplinär von bildender Kunst und Film bis hin zu Performance und Design und schafft Kontexte, in denen Künstler*innen und Publikum sich begegnen, hinterfragen und gemeinsam neue Vorstellungen von Gesellschaft gestalten können. Die Projekte sind von der Dringlichkeit der Gegenwart und der Komplexität gemeinsamer Zukunftsperspektiven geprägt, wobei der Dialog, die Verbindung und die Fürsorge stets im Vordergrund stehen.

  • Das Netzwerk Lebendiges Kulturerbe (NLE) richtet sich an alle, die dieses Kulturerbe gestalten, pflegen und bewahren, aber auch an Organisationen und Fachleute, die dabei Unterstützung leisten. Gemeinsam bilden wir ein dynamisches Netzwerk, in dem Begegnung, Zusammenarbeit und Wissensaustausch im Mittelpunkt stehen.

  • Die Reinwardt Academie ist Teil der Amsterdamse Hogeschool voor de Kunsten (AHK) und gilt international als eine der führenden Ausbildungsstätten im Bereich Museum, Kulturerbe und Erinnerungskultur.