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18:00–20:00 Uhr
Heimat ohne Land – Kurdische Erfahrungen in der Literatur
Gespräch|Die Autor*innen Zara Uzun Kjellner und Agri Ismaïl sprechen darüber, wie sie die kurdische Perspektive in ihren aktuellen Romanen schildern.
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Goethe-Institut Schweden, Stockholm
- Sprache Schwedisch
- Preis Freier Eintritt. Anmeldung erfolgt über eventbrite.se.
Uzun Kjellner und Ismaïl setzen sich in ihrer Literatur intensiv mit kurdischen Lebensrealitäten auseinander. Ihre Figuren suchen nach einem Ort, an dem sie Sicherheit finden und erfolgreich sein können: beispielsweise in Deutschland oder Großbritannien. Obwohl die kurdische Geschichte, Kultur und Sprache immer wieder infrage gestellt und unsichtbar gemacht werden, prägen sie den Alltag und das Erleben ihrer Figuren.
Zara Uzun Kjellner gehört zu den wichtigsten Stimmen der jungen Literatur in Schweden. In ihrem neusten Roman Radio Yerevan (Nirstedt/litteratur, 2025) schreibt sie über unsichtbare Verbindungen zwischen Menschen und Orten – zwischen Diyarbakır, Urfa, Stockholm, Berlin und Bochum. Die Geschichte beschäftigt sich mit Fragen von Identität und Sprache und bildet eine Brücke zwischen Generationen und Orten – ein literarischer Versuch, das Unsichtbare sichtbar zu machen.
Agri Ismaïl ist Schriftsteller und sein Debütroman Hyper (Albert Bonniers Förlag) thematisiert die gnadenlose Finanzwelt und die Finanzkrise 2008. Im Mittelpunkt steht eine kurdische Familie, die aus politischen Gründen aus dem Iran nach London flieht. Die drei Kinder suchen ihren Lebensweg während die Familie allmählich auseinanderbricht. Erfahrungen von Heimatlosigkeit und fehlender Stabilität prägen die Familie, sind aber gleichzeitig allgemein gültig in Zeiten des Hyperkapitalismus.
Anmeldung
Die Teilnahme an dem Gespräch ist kostenlos. Die Anmeldung erfolgt über Eventbrite .
Alle Gäste sind im Anschluss an das Gespräch herzlich eingeladen, den Abend gemeinsam in unserer Bibliothek ausklingen zu lassen.
FILMTIPP!
Am 18. Februar zeigen wir den Dokumentarfilm Köy, der sich mit dem Thema kurdische Identität beschäftigt. In dem Film erzählen drei kurdische Frauen in Berlin von ihrer Sehnsucht nach Zugehörigkeit, Heimat und Selbstbestimmung. Die Filmemacherin Serpil Turhan rückt Neno, Saniye und Hêvîn in den Fokus; sie teilen ihre persönliche Erfahrungen und geben einen tiefen Einblick in ihre Gefühle.
Mitwirkende
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Zara Uzun Kjellner
Zara Uzun Kjellner wurde 1992 in Stockholm geboren, wo sie auch heute lebt. Sie arbeitet als Autorin und Kulturjournalistin für Expressen. Im Jahr 2019 erschien ihr Debütroman Manhattan, 2022 folgte ihr zweiter Roman En ny gud. Für ihren dritten Roman Radio Yerevan (2025) ergänzte sie ihren Familiennamen um Uzun, um ihre Verbindung zur kurdischen Diaspora sichtbar zu machen. Der Onkel der Autorin ist der bekannte kurdische Schriftsteller Mehmed Uzun. Neben ihrer Arbeit als Autorin schreibt Uzun Kjellner Drehbücher, führt Regie und ist an der Kunst- und Kulturakademie in Stockholm tätig.
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Agri Ismaïl
Agri Ismaïl, geboren 1981 in Stockholm, ist Autor, Kulturjournalist und Jurist. Seine Eltern kamen Ende der 1970er‑Jahre aus dem kurdischen Teil des Irak nach Schweden. Nach seiner Kindheit und Jugend in Stockholm und Paris studierte er Jura und begann seine Karriere als Wirtschaftsjurist in London. Anschließend war er in Dubai und später in der autonomen kurdischen Region im Irak tätig. Seit 2015 lebt er wieder in Stockholm. Sein belletristisches Debüt, der Roman Hyper (Albert Bonniers förlag, 2024), wurde für den Augustpreis nominiert.
Links zum Thema
Ort
Bryggargatan 12A
111 21 Stockholm
Schweden
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Schweden