Farai Mudzingwas Debütroman Avenues By Train spielt vorwiegend im heutigen Simbabwe, doch einige Teile der Handlung spielen in der vorkolonialen bis hin zur kolonialen Zeit. Es ist ein ambitionierter und weitreichender Roman, der die Geschichte des Landes anhand der Hauptfigur Jedza, seiner Kindheitsfreunde Takunda und Dalitso, seiner Schwester Natsai und einiger anderer Personen nachzeichnet, die im Laufe der Geschichte an der einen oder anderen Stelle miteinander in Verbindung stehen.
Der Aufbau und was er vermittelt
Die Geschichte wird nicht über Anfang, Mitte und Ende erzählt, sondern pendelt fließend zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen der natürlichen und der übernatürlichen Welt, zwischen dem Reich der Realität und dem der Träume, zwischen Räumen, die von Menschen und anderen nicht-menschlichen Figuren wie Njuzu, Vadzimu und Mashavi bewohnt werden. Diese Technik und die Struktur des Romans ermöglichen es, die Geschichte auf nichtlineare Weise zu erzählen, was die Idee, dass die Welten miteinander verflochten sind und daher ständig aufeinanderprallen, noch weiter verfestigt. Dies zeigt sich daran, dass die Figuren entweder Propheten, traditionelle Heiler oder Älteste zu aktuellen Fragen zu Rate ziehen, die oft mit vergangenen Ereignissen zusammenhängen, die, wenn sie nicht aufgeklärt werden, meist negative Auswirkungen auf den Lebensweg haben. Dieser Glaube ist nicht ungewöhnlich und bildet einen wichtigen Teil der sozialen Struktur und Dynamik innerhalb der simbabwischen und im weiteren Sinne auch der afrikanischen Gesellschaft.
Er zeigt, dass die Kluft zwischen den Lebenden und den Toten nicht so groß ist, wie in anderen Kulturen, so dass die Geschichten der einzelnen Figuren miteinander verbunden sind, sei es in der Gegenwart oder durch frühere Begegnungen zwischen ihren „Vorfahren“.
Diese Welt wird oft nicht ganz verstanden und manchmal sogar als okkult bezeichnet, geprägt von Hexerei und anderen bösartigen Kräften, die Mudzingwa zu einer reichen, fesselnden und farbenfrohen Welt in seinem Roman verwebt.
Die Rolle der Musik
Mudzingwa greift auf die reiche Musiktradition Simbabwes zurück und setzt sie gekonnt ein, von Thomas Mapfumos Chimurenga-Musik bis zum neueren Zim-Dancehall (in dem er sich auf den Musiker Killer T bezieht), der von den Kämpfen städtischer Jugendlicher erzählt, die unerfüllte Träume verfolgen, bis zu den Township-Melodien von Tanga wekwa Sando, den ernüchternden Texten von Leornard Zhakata und vielen anderen. Die traditionellen, zutiefst spirituellen und kulturellen Klänge anderer prominenter Künstler wie Mbuya Stella Chiweshe, verkörpert durch die Mbira, Marimba, Ngoma und Hosho, geben der Geschichte einen kraftvollen Soundtrack, während die Texte oft von sozialen Missständen, Verbindungen oder deren Fehlen zu den Vorfahren und denen aus dem Jenseits sowie von der zyklischen Natur des afrikanischen Lebens handeln.
Avenues By Train ist eine gelungene Ergänzung des literarischen Milieus in Simbabwe und zeigt die Talente eines Autors, der sich intensiv mit seinem Land und seiner Gesellschaft auseinandersetzt.
Über den Verfasser
Tonderai Chiyindiko
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