Block 10

Mach den ersten Schritt!

In diesem Block laden wir dich dazu ein, den ersten Schritt zu machen: Setze Ideen in kleine, konkrete Aktivitäten in deiner Bibliothek um und teile deine Erfahrungen mit uns.

Abstract illustration of a hand interacting with a speech bubble while a small central node labeled ‘AI’ radiates connections above it, shown in soft red and pink tones on a light background, suggesting AI‑enabled communication or assistance. © Sandra Kastl

Wir haben bereits aufgezeigt, wie die dynamische Entwicklung von KI die Art und Weise verändert, wie wir Informationen und visuelle Inhalte erstellen, wahrnehmen und interpretieren. Dabei wurde deutlich, welche zentrale Rolle Bibliotheken, Schulen und kulturelle Einrichtungen dabei spielen können, diese Veränderungen verständlich zu machen. Das LIBRA.I.-Projekt zeigt, dass KI-Kompetenz nicht ausschließlich ein Thema für technische Expert*innen ist. Wir als Bibliothekar*innen und Pädagog*innen können im oft komplexen und manchmal verwirrenden Prozess des Verstehens der digitalen Welt eine wichtige und verlässliche Rolle einnehmen.

Die Integration von Themen wie  Medien, Lesen, Schreiben und Storytelling im Kontext von KI in die tägliche Arbeit deiner Bibliothek kann ein erster, entscheidender Schritt sein. Wie bereits beschrieben, erfordert dies kein tiefgehendes technisches Fachwissen, sondern vor allem die Bereitschaft, gemeinsam mit Teilnehmenden zu lernen und den Umgang mit neuen Technologien in vertraute Bildungsformate einzubinden. Weitere Hinweise dazu findest du in BLOCK #4 und BLOCK #5.

Jede Veranstaltung, jeder Workshop und jedes Gespräch kann ein Ausgangspunkt für ein besseres Verständnis einer Welt sein, in der KI bereits fester Bestandteil des Alltags ist. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, dieses Wissen weiterzugeben und dabei die realen Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppen in den Mittelpunkt zu stellen.

Als LIBRA.I.-Team hoffen wir, dich mit dieser Methodik dazu zu ermutigen:
  1. KI-bezogene Themen in deine tägliche Praxis zu integrieren, insbesondere im Bereich Medienpädagogik und Kreativarbeit.
  2. Kritisches Denken sowie Resilienz gegenüber Desinformation bei deinen Nutzer*innen zu stärken.
  3. Einen verantwortungsvollen und reflektierten Umgang mit digitalen Werkzeugen zu fördern.
Als Bibliothekar*in, Lehrkraft oder Kulturvermittler*in hast du die Möglichkeit, Menschen in einer sich schnell verändernden Welt zu begleiten. Die Erfahrungen aus dem LIBRA.I.-Projekt zeigen, dass KI-Kompetenzen kein exklusives Fachgebiet sind, sondern für alle zugänglich sein können. Jede Aktivität – sei sie noch so klein – trägt dazu bei, eine Gesellschaft zu stärken, die sich bewusst, reflektiert und verantwortungsvoll mit Technologie auseinandersetzt. Du musst kein*e Expert*in sein, sondern offen für neues Wissen bleiben und bereit sein, dieses weiterzugeben.


WARUM AKTIV WERDEN?

  • KI ist allgegenwärtig – von Buchempfehlungen bis zur Erstellung von Inhalten. Je früher wir ihre Funktionsweise verstehen, desto besser können wir mit den damit verbundenen Herausforderungen, Risiken und Chancen navigieren.
  • Kritisches Denken ist unverzichtbar – in Zeiten von Deepfakes und algorithmisch geprägten Informationswelten wird die Fähigkeit zur Überprüfung von Informationen wichtiger denn je.
  • Bibliotheken und kulturelle Einrichtungen bieten sichere Räume – hier können Fragen gestellt, Dinge ausprobiert und Lernprozesse ohne Druck gestaltet werden. Sie sind ideale Orte, um KI verständlich und ihre Potenziale für Kreativität, Bildung und Dialog sichtbar zu machen.

WAS KANNST DU TUN

  • Bestehende Formate erweitern und neue Perspektiven einbringen. Du musst keine komplett neuen Angebote schaffen. Deine Bibliothek und deine Nutzer*innen sind bereits da. Oft reicht es, das Thema KI in bestehende Workshops oder Formate zu integrieren.
  • Gemeinsam mit Nutzer*innen lernen. Das Feld der KI entwickelt sich rasant, daher ist es nicht möglich, alles zu wissen. Gemeinsames Lernen kann entlastend wirken und zeigt, dass Unsicherheit ein normaler Teil dieses Prozesses ist.
  • Gemeinsam geht es leichter. Tausche dich mit anderen Bibliothekar*innen aus oder arbeite mit Schulen, Hochschulen oder Initiativen zusammen. Daraus können langfristige Kooperationen entstehen.
  • Schau dich in deinem Umfeld um. Wenn du dich im Bereich KI-Kompetenz unsicher fühlst, prüfe, ob es lokale Initiativen oder Projekte gibt, an die du anknüpfen kannst.
  • Nutze diese Methodik. Die enthaltenen Materialien – von Unterrichtsplänen über praktische Tipps bis hin zu Werkzeugen für Community Building – kannst du flexibel an deine Bedürfnisse anpassen.
Im Folgenden findest du eine kurze Checkliste, die dich bei den ersten Schritten unterstützen kann. Ziel ist es, KI-Themen und neue Technologien auf eine sichere, realistische und an lokale Bedürfnisse angepasste Weise in die Praxis zu integrieren.
 

1. BENENNE DEINE BEDARFE

  • Notiere drei Fragen zu Technologie oder KI, die dir von Nutzer*innen bereits gestellt wurden.
  • Überlege, welche Zielgruppen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senior*innen) diese Bedarfe am häufigsten äußern.

2. ERSTE ERFAHRUNGEN MIT EINEM TOOL

  • Wähle ein KI-Tool aus (z. B. Chatbot, Bildgenerator oder Zusammenfassungstool).
  • Teste das Tool in deinem eigenen Tempo.
  • Notiere, wofür es hilfreich sein könnte und welche Unsicherheiten dabei entstehen.

3. WÄHLE EINE FÜR DEINE INSTITUTION UMSETZBARE AKTIVITÄT

  • Thematisches Gespräch oder Mini-Workshop?
  • Ergänzung eines bestehenden Angebots?
  • Lege dabei Zeitrahmen, Zielgruppe und Zielsetzung fest.

4. SCHAFFE EINEN RAHMEN FÜR AUSTAUSCH

  • Sammle Materialien (z. B. Artikel, Videos oder Beispiele von Tools).
  • Bereite eine Einstiegsfrage vor, die das Gespräch eröffnet. Eine umfassende Präsentation ist nicht zwingend erforderlich.

5. MACH ES EINFACH!

  • Beobachte die Fragen und Reaktionen der Teilnehmenden.
  • Notiere, was gut funktioniert hat und was schwierig war.
  • Halte Ideen für weitere Themen fest.
  • Überlege, welcher nächste kleine Schritt sinnvoll ist.

6. SUCHE UNTERSTÜTZUNG

  • Sprich mit deinem Team – vielleicht besteht Interesse, gemeinsam aktiv zu werden.
  • Nimm Kontakt zu Schulen, Hochschulen oder Organisationen auf und prüfe mögliche Kooperationen.

WAS HAST DU AUFGEBAUT?

Sobald du einen Ansatz gefunden hast, der zu dir und deiner Institution passt, kannst du beginnen, Veränderungen Schritt für Schritt umzusetzen. Kleine, kontinuierliche Aktivitäten – etwa Workshops für Jugendliche, Gespräche mit Senior*innen über ethische Fragen oder Kooperationen mit lokalen Kreativen – tragen dazu bei, Wissen, Vertrauen und Gemeinschaft aufzubauen. Dabei geht es nicht darum, alle Antworten zu kennen, sondern darum, die richtigen Fragen zu stellen und einen sicheren Raum für gemeinsames Lernen zu schaffen. Nutze die Materialien dieser Methodik, tausche dich mit anderen aus und verstehe dieses Handbuch als Begleitung auf dem Weg zu einer Zukunft, in der Technologie den Menschen dient. Wir laden dich ein, die in dieser Methodik beschriebenen Ansätze weiterzuentwickeln. Auch wenn wir bereits viele Schritte dieser Reise gegangen sind, wirst du neue Wege entdecken!

 Jedes Kapitel dieser Methodik ist ein Baustein, der auf unterschiedliche Weise genutzt werden kann, um etwas Neues zu schaffen. Wir hoffen, dass du damit nicht nur Verbindungen zwischen Institutionen stärken kannst, sondern auch Wege entwickelst, um Menschen durch komplexe Informationsräume zu begleiten und sichere Lernorte zu schaffen.

Was wirst du aufbauen? Wir freuen uns darauf, von deinen Erfahrungen, deinem Ansatz und deinen Schlussfolgerungen zu hören. Nimm gerne über unsere digitalen Kanäle Kontakt mit dem LIBRA.I.-Team auf!