Der Autor Michael Dekar, Gewinner des Internationalen Festivals junger Literatur „Wortspiele“ 2019, kam diesen April auf Einladung des Goethe-Instituts nach China. Um seinen einmonatigen Aufenthalt in Beijing zu reflektieren, hat Decar einen kurzen Text geschrieben.
DAS ALLESVon: Michel Decar
Schönheit und Schrecken gibt es in Beijing. Kinos und Theater und Teehäuser. WeChat gibt es und Alipay gibt es und ohne diese beiden ist es schwer zu bezahlen. Blaue und grüne und gelbe Fahrräder gibt es. Blue bikes and green bikes and yellow bikes. Das alles gibt es in Beijing. Und Autos gibt es, Arcfox Autos und BYD Autos und andere Autos. Hotpots gibt es und Powerbanks gibt es. Shopping Malls gibt es, Subway Stations gibt es, Superhighways gibt es. Haudegen und Hallodris gibt es. Arbeitslose und Kameras gibt es. Rushhour und Stau gibt es in Beijing. Money und Hustle und Business. Gepäckkontrollen gibt es und Spagetti Bolognese gibt es. Chongqing Noodles und Xi‘an Noodles und andere Noodels gibt es. Reis gibt es nicht so oft in Beijing, aber es gibt Reis. Sturmwarnungen gibt es und Sonnenbrand gibt es. Es gibt sprechende Autos in Beijing. Sprechende Roboter und sprechende Gegenstände. Langeweile und Ratlosigkeit gibt es in Beijing. Pistazieneis. Chaos und die neuesten Verrücktheiten gibt es. Nachtluft gibt es. Pfefferkörner, Sonnenbrillen, Igel. McDonalds und Burger King gibt es in Beijing. Michaela und Ningxin gibt es. Altes und Neues und Manches dazwischen. Herrliche Tempel gibt es, Massagen gibt es. Das Goethe-Institut gibt es und eine nordkoreanische Gallery gibt es, gleich gegenüber. Blockbuster gibt es, Backwaren gibt es, Marathonläufe gibt es. Vegetarische Restaurants, Unmut, Convenience Stores. Umsonst gibt es nichts in Beijing. Beton gibt es, Stahl gibt es, Glas gibt es in Beijing. Videoanrufe und Missverständnisse. Das alles gibt es in Beijing. Aber in Wahrheit gibt es noch viel mehr.
Impressionen aus der Residenz
Juli 2025