Zur Geschichte des Goethe-Instituts

1969 Goethe-Institut Murnau
1969 Goethe-Institut Murnau | Foto: Michael Friedel
jahr  Ereignis
1951 Das Goethe-Institut wird als Nachfolgeinstitution der Deutschen Akademie (DA) gegründet. Seine erste Aufgabe besteht darin ausländische Deutschlehrer in Deutschland fortzubilden.
1953 Die ersten Sprachkurse des Goethe-Instituts beginnen in Bad Reichenhall. Die große Nachfrage führt zur Gründung weiterer Unterrichtsstätten in Murnau und Kochel. Das Auswahlprinzip: Kleine, idyllische Orte, die das Nachkriegsdeutschland von seiner besten Seite zeigen sollen. Als Unterrichtsmaterial dient das erste eigene Lehrbuch des Goethe-Instituts, der in Fachkreisen inzwischen legendäre "Schulz-Griesbach".
1953–55 Das Goethe-Institut übernimmt die ersten ehemaligen DA-Auslandsdozenturen. Deutschunterricht, Lehrerfortbildung und begleitendes Kulturprogramm sind deren inhaltliche Aufgaben.
1959/60 An das Goethe-Institut werden auf Initiative des Leiters der Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes, Dieter Sattler, nach und nach alle bisher im Ausland tätigen deutschen Kulturinstitutionen angegliedert. Dieser Beginn des Ausbaus eines flächendeckenden Institutsnetzes im Ausland symbolisiert die intensivierte auswärtige Kulturpolitik der Bundesrepublik Deutschland.
1968 Geprägt von der Studentenrevolte orientiert sich die nun einsetzende kulturelle Programmarbeit des Goethe-Instituts an gesellschaftspolitischen Themen und avantgardistischer Kunst.
1970 Im Auftrag des Auswärtigen Amtes entwickelt Ralf Dahrendorf die "Leitsätze für die auswärtige Kulturpolitik". Dialogische und partnerschaftliche Kulturarbeit werden zur dritten Säule der Außenpolitik erklärt. Dieser erweiterte Kulturbegriff wird in der Ära Willy Brandt zur inhaltlichen Grundlage der Arbeit des Goethe-Instituts.
1976 Das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut unterzeichnen einen Rahmenvertrag. In ihm wird der Status des Goethe-Instituts als unabhängige Kulturinstitution geregelt.
1980 Ein neues Standort-Konzept für Inlandsinstitute wird umgesetzt. Unterrichtsstätten in kleinen, zumeist bayerischen Orten weichen Instituten in Groß- und Universitätsstädten.
1989/90 Die Öffnung Osteuropas stellt auch für das Goethe-Institut eine Wende dar. Seine Aktivitäten konzentrieren sich in den neunziger Jahren stark auf diese Region. Zahlreiche Neugründungen sind die Folge.
2001 Fusion mit Inter Nationes.
2005 Das Goethe-Institut wird mit dem spanischen Prinz-von-Asturien-Preis 2005 ausgezeichnet.
2006 Gründung von EUNIC (European National Institutes for Culture). Unter einem Dach schließen sich nach und nach rund 30 nationale Kulturinstitute und –organisationen aus europäischen Ländern zusammen.
2008 Mit der Aktion Afrika des Auswärtigen Amtes wird ein besonderer Fokus auf die Arbeit in Afrika gelegt. Gründung der Institute Luanda (Angola) und Wiedereröffnung Daressalam (Tansania).
2011 Das Goethe-Institut begeht seinen 60. Geburtstag mit einem Festakt in München und Berlin. Unter den Gästen: Außenminister Guido Westerwelle, sein Vorgänger Hans-Dietrich Genscher, Monika Grütters und die Jens-Friebe-Band.
2015 Der von Chris Dercon moderierte mehrwöchige Online-Kurs (MOOC) "Managing the Arts" erreicht 17.000 Kulturmanagerinnen und –manager in der ganzen Welt.
2016 Mit einem dreitägigen Festival unter dem Motto "Teilen und Tauschen" startet das Goethe-Institut die neue Veranstaltungsreihe "Kultursymposium Weimar".


Präsidenten des Goethe-Instituts

Dr. Kurt Magnus (1951-1962)
Dr. Max Grasmann (1962-1963)
Peter H. Pfeiffer (1963-1971)
Hans v. Herwarth (1971-1977)
Klaus v. Bismarck (1977-1989)
Hans Heigert (1989-1993)
Prof. Dr. h.c. Hilmar Hoffmann (1993-2001)
Prof. Dr. Jutta Limbach ( 2002-2008)
Prof. Dr. Klaus-Dieter Lehmann (seit 2008)

Generalsekretäre des Goethe-Instituts

Helmuth Brückmann (1952-58)*
Richard Wolf (1958-1965)*
Dr. Werner Ross (1965-1973)*
Dr. Christoph-Ulrich Wecker (1973)
Hans Kahle (1973-1976)
Dr. Horst Harnischfeger (1976-1996)
Dr. Joachim Sartorius (1996-2000)
Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard (2001-2003)
Dr. Horst Harnischfeger (2003)
Dr. Andreas Schlüter (2004)
Dr. Wolfgang Bader (2005, kommissarisch)
Dr. Hans-Georg Knopp (2005-2012)
Johannes Ebert (seit 2012)

* bis 1973 lautete der Titel Hauptgeschäftsführer bzw. Direktor des Goethe-Instituts

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