Diversität, Gender und Inklusion im Comic
Über das Projekt
Seit 2025 rückt das Projekt die gesellschaftliche Relevanz und das kreative Potenzial des Comics in den Mittelpunkt. Es ist eine gemeinsame Initiative des Goethe-Instituts in Buenos Aires und Córdoba, der Alliance Française in Buenos Aires und Córdoba, des Institut Français in Argentinien, der Nationalbibliothek sowie der Stiftung Medifé – mit Unterstützung des Deutsch-Französischen Kulturfonds.
Ziel
Das Projekt verfolgt das Ziel, stereotype Darstellungen im Comic zu hinterfragen und soziale Vielfalt sichtbar zu machen. Es fördert eine inklusivere und diversere Comiclandschaft und stärkt zugleich den internationalen Austausch zwischen Künstler*innen, Kurator*innen und Kulturschaffenden aus Deutschland, Frankreich und Argentinien.Zielgruppe
Comiczeichner*innen, Kurator*innen und Kulturschaffende ebenso wie ein breites Publikum – insbesondere Leser*innen und Ausstellungsbesucherinnen mit Interesse an Diversität, Genderfragen und dem Medium Comic.Ablauf
- Mentoring: Über ein Semester hinweg arbeiteten zwölf ausgewählte Teilnehmer*innen eng mit drei internationalen Expert*innen zusammen: Noëlle Kröger (Deutschland), Thomas Dassance (Frankreich) und José María Gutiérrez (Argentinien). Den Abschluss bildete ein intensives Präsenztreffen im November 2025 in Buenos Aires.
- Auszeichnung: Die Jury zeichnete die herausragendste Arbeit mit einem Preisgeld von 2,3 Millionen Pesos aus und vergab darüber hinaus drei besondere Erwähnungen.
- Ausstellung: Die im Projekt entstandenen Comics wurden im Centro de la Historieta y el Humor Gráfico Argentinos der Nationalbibliothek Mariano Moreno (BNMM) präsentiert.
Tutor*innen
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NKNoëlle Kröger
(Deutschland): Illustrator*in, bekannt für gesellschaftskritische Comics, ausgezeichnet mit dem GINCO Herzenspreis, aktiv im Comicfestival Hamburg.
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TDThomas Dassance
(Frankreich): Verleger, Übersetzer und Festivalleiter mit langjähriger Erfahrung in der internationalen Comicszene.
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JGJosé María Gutiérrez
(Argentinien): Comicforscher, Kurator und Leiter des Zentrums für argentinische Comics und grafischen Humor an der Nationalbibliothek Mariano Moreno.
ÜBER DIE AUSSTELLUNG
Die Ausstellung zeigt die entstandenen Arbeiten erstmals in einem kuratierten Rundgang und eröffnet zugleich einen neuen Ausstellungsbereich innerhalb der ständigen Sammlung des Zentrums für Comic und grafischen Humor Argentiniens (26. März - 28. Juni 2026).
Die präsentierten Werke zeichnen sich durch eine große ästhetische und narrative Vielfalt aus. Sie reichen von poetischen und humorvollen Ansätzen bis hin zu dokumentarischen, experimentellen und introspektiven Formen. Inhaltlich widmen sie sich Themen wie Identität, Geschlechterrollen, Erinnerung, queerer Kultur, sozialer Ungleichheit und familiären Strukturen.
Ein Teil der Arbeiten entwickelte sich aus ersten Skizzen, andere bauten auf bestehenden Projekten auf, und viele erfuhren im Laufe des Mentorings eine grundlegende Transformation. Gemeinsam ist ihnen das Anliegen, diskriminierende Strukturen sichtbar zu machen und marginalisierte Perspektiven zu erzählen.
Die Comics wurden zudem in einer Publikation zusammengeführt, die sowohl als Ausstellungskatalog dient als auch einen Ausblick auf zukünftige Veröffentlichungen bietet.
ausgewählte Künstler*innen
- Diego Berger(Altibajos)
- Katny Ferrer (Disonante)
- Yuyo Grinberg (Séptimo)
- Malena Guerrero (Sábado)
- Julieta Gutnisky (Hey ho let´s go)
- Lucía Manca (La conspiración de lxs cuerpxs de latex)
- Catriel Martínez (ohne Titel)
- Lucía Martinez Mayer (Acá estamos bien)
- Patricio Oliver (ohne Titel)
- Florencia Otero (Mujer lluvia)
- Daniel Perrotta (La casa de la diversidad)
- Virginia Torrano (Alas propias)
Auszeichnung
Die Jury zeichnete das beste Werk sowie drei Ehrenpreisträger aus. Den Hauptpreis erhielt Daniel Perrotta für La casa de la diversidad. Die Ehrenpreise gingen an Katny Ferrer, Patricio Oliver und Florencia Otero.
Die Jury würdigte Perrottas Comic als „ein Werk von überwältigender visueller und narrativer Kraft, das bei den Leser:innen starke Emotionen auslöst. Die Darstellung einer schwulen Kindheit aus der Perspektive eines Erwachsenen ermöglicht eine reflektierte und unaufdringliche Auseinandersetzung, die Raum für eigene Verarbeitung lässt.“
Die Jury setzte sich aus den drei Tutor*innen, der Koordinatorin für Kulturangelegenheiten der Alliance Française, María Concepción Sudato, sowie dem Direktor der Bibliothek des Goethe-Instituts, Rachid Baghor, zusammen.
Das mit 2,3 Millionen Pesos dotierte Werk „bietet eine kritische Reflexion über kulturelle und soziale Normen, die von Machtinstanzen in affektive – insbesondere familiäre – Beziehungen eingeschrieben werden, um jede Abweichung von der Norm zu stigmatisieren“, fügte die Jury hinzu.
Die fünf Jurymitglieder hoben die außergewöhnliche Qualität der eingereichten Arbeiten, die bemerkenswerte Entwicklung jedes Projekts und das Engagement der Teilnehmer*innen hervor. Zudem betonten sie „Die Vielfalt der behandelten Themen muss heute mehr denn je verteidigt werden, um bereits errungene Rechte zu bewahren und neue zu erlangen – in einer Zeit, in der Intoleranz und Hassreden zunehmen.“