Fotofestivals Bilderwelten und Ausstellungs- landschaften

Ort der Inspiration und des Austauschs: das Fotobookfestival Kassel;
Ort der Inspiration und des Austauschs: das Fotobookfestival Kassel; | © Fotobookfestival

Früher waren Fotofestivals nur etwas für Branchen-Insider, heute sind sie auch bei einem breiteren Publikum beliebt. In Deutschland gibt es immer mehr solcher Veranstaltungen. Viele davon setzen eigene Akzente.

Zeitgenössische Fotokunst und Vintage Prints, erstklassige Ausstellungen und kommunikative Plattform – das sind Attribute eines gelungenen Fotofestivals, das sowohl kontakthungrige Branchenprofis als auch schaulustige Amateure in seinen Bann zieht. Immer größer wird die Zahl der Fotofestivals weltweit. Auch in Deutschland hat sich die Szene über die Jahre hinweg verändert. Waren Fotofestivals früher eher eine Sonderveranstaltung von Museen zum Thema Fotografie, die innerhalb der Bildenden Kunst eine Unterkategorie bildete, wird die Lichtkunst heute als eigenständige Disziplin betrachtet. Während früher die Museumswände oft eine Barriere zwischen Fachpublikum und Besuchern bildeten, und das Thema Fotografie als Betrachtungsmedium ins Zentrum stellten, befindet sich mittlerweile die Kommunikation zum Bildmedium prominent im Vordergrund der Veranstaltungen. Die Ausstellungen bewegen sich zunehmend aus den vier Wänden eines Museums hinaus, finden an öffentlichen Plätzen statt oder sind Kooperationen von verschiedenen Einrichtungen.

Ziele eines zeitgemäßen Fotofestivals sind die Inspiration und der Austausch von und mit Fotografen in Diskussionsveranstaltungen und Workshops. Aber auch die Vernetzung von Buchverlegern, Galeristen und Kuratoren untereinander wird gefördert. Wissen wird weitergegeben, der Horizont erweitert. Diese Veranstaltungen in Deutschland lohnen sich für Fotobegeisterte:
 

500 Ausstellungen von ebenso vielen Partnerinstitutionen, 30.000 gezeigte Fotos und 2.000 beteiligte Fotografinnen und Fotografen – laut Eigenaussage ist der Europäische Monat der Fotografie Berlin Deutschlands größtes Fotofestival. Es findet seit 2004 statt und präsentiert Ausstellungen und Veranstaltungen zu historischer und zeitgenössischer Fotografie, die mit den Partnerstädten Bratislava, Budapest, Ljubljana, Luxemburg, Paris und Wien umgesetzt werden. Thema im Jahr 2014 war „Umbrüche und Utopien. Das andere Europa“. Erstmals wurde 2014 der neugegründete Arendt Award verliehen, der mit 5.000 Euro dotiert ist.
www.mdf-berlin.de
Seit 2008 bilden Fotobücher als Ausdrucksmedium der Fotografie das Zentrum der Veranstaltung, das sich um die Kunst der Erstellung, des Drucks und der Veröffentlichung von Fotobüchern dreht. Im Mittelpunkt des Festivals stehen mehrere Preise: Fotografen können ihr – noch unveröffentlichtes – Buchprojekt beim „Dummy Award“ einreichen. Als Hauptpreis winkt die Veröffentlichung bei einem renommierten Verlag. Im Rahmen des „Internationalen Photobook Awards“ bewertet eine Jury die besten Neuerscheinungen des vergangenen Jahres. Beim „Reviewer Award“ gewinnt die beste Arbeit, die eine Jury bei ihren Portfolio- und Fotobuchsichtungen entdeckt.
www.fotobookfestival.org
Das Event findet in den drei Städten Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg statt. 40 internationale und nationale Fotografen und Künstler wirken mit. Kuratiert wird das alle zwei Jahre stattfindende Festival von Urs Stahel als künstlerischem Leiter sowie international profilierten Gastkuratoren. Kooperationspartner des Festivals ist die Fotogagentur Magnum Photos. Das Fotofestival stellt aktuelle zeitgenössische Tendenzen der Fotografie und richtungsweisende Positionen der Fotogeschichte zur Diskussion. Der Titel im Jahr 2015: 7P – 7 Orte 7 Prekäre Felder, eine Momentaufnahme der prekären Verhältnisse in der Welt, die die Reflexion über Bilder und über die Welt anschieben soll.
www.fotofestival.info
An zwölf Standorten präsentieren die Veranstalter – zwölf renommierte Sammlungen und Institutionen – herausragende Positionen zeitgenössischer Fotografie, darunter eigens für das Festival in Auftrag gegebene Neuproduktionen. Unter dem Motto Imagine Reality standen bei der zweiten Ausgabe der Fototriennale 2015 Bildfindungen zu subjektiven und inszenierten Wirklichkeiten im Fokus.
www.ray2015.de
Initiiert von dem Fotografen und Sammler Prof. F. C. Gundlach findet die Triennale der Photographie Hamburg seit 1999 alle drei Jahre statt. Unter einem gemeinsamen Motto wird hier die gesamte Bandbreite fotografischer Techniken und Stile präsentiert. Begleitet wird das Fotofestival von einer internationalen Konferenz, Künstlergesprächen, fachspezifischen Diskussionen und Vorträgen sowie Portfoliosichtungen und Projektionen. Im Jahr 2015 setzte sich das Festival unter dem Motto The Day Will Come mit der Zukunft der Fotografie auseinander.
www.phototriennale.de
Das Umweltfotofestival Horizonte zingst fand 2015 bereits zum achten Mal statt. Natur, Umwelt und Fotografie werden hier thematisch miteinander verbunden. Mit Hilfe der Fotografie soll auf Natur- und Umweltschutz aufmerksam gemacht werden. Mehr als 20 Fotoschauen, Multivisions-Shows, Fotoworkshops und ein Fotomarkt bilden das Programm des Festivals, das unter der Schirmherrschaft des Fotografen Michael Poliza steht.
www.erlebniswelt-fotografie-zingst.de