Top Ten Deutsche Filmfestivals Auch abseits des Mainstreams

Hofer Filmtage: Heinz Badewitz und Wim Wenders testen das neue Deckenkino "Weisse Wand"
Hofer Filmtage: Heinz Badewitz und Wim Wenders testen das neue Deckenkino "Weisse Wand" | Foto (Ausschnitt): © Evelyn Kutschera


Fast jedem Genre und jeder Region der Welt widmet sich in Deutschland ein eigenes Filmfest. Die Szene ist weltweit einzigartig – und so vielfältig, dass man fast den Überblick verlieren könnte. Der Filmkritiker Michael Kohler stellt seine zehn Favoriten vor. 

Eigentlich dürfte es den deutschen Filmfestivals nicht besonders gut gehen. Die Heimkinos werden immer größer, bewegte Bilder sind via Smartphone stets griffbereit und die Filmgeschichte ist oft nur noch einen Mausklick entfernt. Aber das Gegenteil ist der Fall: Filmfestivals boomen, jede halbwegs größere Stadt hat eines, und wer möchte, kann praktisch das gesamte Jahr auf irgendeinem deutschen Filmfest verbringen.
Aber wie lässt sich das erklären? Zunächst einmal: Es werden immer mehr kurze Filme gedreht und über immer mehr Kanäle verbreitet, ohne dass sich die Menschen daran sattsehen würden – hier liefern Festivals Orientierung. Und sie bieten dem Publikum nicht nur große Leinwände und Erstaufführungen, sondern auch ein Gemeinschaftsgefühl, das sich mit dem normalen Kinobesuch nicht vergleichen lässt. Zerstreut sich das Publikum sonst nach Filmende, locken Festivals mit einer Vielzahl von Anlaufstellen; sie ähneln globalen Dörfern mit Gästen aus aller Welt. Man kann auf ihnen Stars sehen, Filmemacher treffen – oder beides –, und in Deutschland ist für beinahe jeden Geschmack etwas dabei. Es gibt kaum eine Nische, Gegend oder Gattung, der sich nicht mindestens ein Festival widmen würde. Nicht nur die Dichte der deutschen Filmfestival-Landschaft ist einmalig – auch deren Vielfalt. Ermöglicht wird dies auch durch die Förderung von Bund, Ländern und Kommunen, die in Filmfestivals attraktive Standort- und Tourismusfaktoren sehen. Auch die Digitalisierung spielt eine wichtige Rolle: weil Filme durch sie viel leichter verfügbar und die Kosten für Transport und Wartung geringer sind.

Aus der Vielzahl an Festivals die zehn wichtigsten auszuwählen, ist im Grunde natürlich unmöglich. Eben weil sie – aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtung – nur schwer miteinander vergleichbar sind. Aber einige stechen doch heraus, wie etwa die Berlinale, die Kurzfilmtage Oberhausen oder das Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm. Dieses Trio steht gleichermaßen für die lange Tradition der Filmfestivals in Deutschland wie für deren Internationalität, es steht für den Föderalismus, der die Kultur im gesamten Land statt nur in wenigen Zentren fördert, und nicht zuletzt stehen diese drei Festivals mit ihrer Geschichte auch für die überwundene deutsche Teilung.

Die weiteren Mitglieder der „Top Ten“ haben jeweils etwas, das sie aus der Vielzahl heraushebt: Die Filmtage Hof sind für die deutsche Filmgemeinde wie ein Familientreffen, Down Under Berlin ist ein typisches Hauptstadt-Start-up, das Fantasy Filmfest ein erfolgreiches Fanprojekt und das Filmfest München lockt mit urbanem Flair. Eines haben übrigens alle deutschen Festivals gemein: Sie sind offen für das Publikum. Snobismus à la Cannes ist ihnen fremd.

Berlinale: Grösstes Publikumsfestival der Welt

Der Berlinale Palast: Premierenkino des Wettbewerbs und festlicher Rahmen der Galaveranstaltungen Der Berlinale Palast: Premierenkino des Wettbewerbs und festlicher Rahmen der Galaveranstaltungen | Foto (Ausschnitt): © Berlinale 2006, Andreas Teich Das wichtigste deutsche Filmfestival geht auf eine Idee des amerikanischen Filmoffiziers Oscar Martay zurück. Er wollte 1951 im zerstörten und geteilten Berlin ein „Schaufenster der freien Welt“ einrichten und die Deutschen mit Filmstars und Hollywood-Kino von der Überlegenheit des Westens überzeugen. Als Kind des Kalten Kriegs blieben die Internationalen Filmfestspiele lange ein politisches Festival in der „Frontstadt“ West-Berlin: 1970 trat die Jury im Streit über Michael Verhoevens Vietnamkriegsfilm o.k. zurück, 1979 boykottierten die sozialistischen Länder das Festival aus Protest gegen Michael Ciminos The Deer Hunter. Heute findet die Berlinale in der Mitte des wiedervereinigten Berlins statt und sticht in der Konkurrenz mit den Filmfestivals von Cannes und Venedig durch Publikumsnähe und Nachwuchsförderung heraus. 2016 wurden über 335.000 Eintrittskarten verkauft. Damit ist die Berlinale Europas größtes Filmfest und zugleich das größte Publikumsfestival der Welt. Seit 2003 treffen sich auf dem Berlinale „Talent Campus“ junge Filmemacher mit etablierten Akteuren der Filmindustrie, um den nächsten Karriereschritt zu planen. 
 

Internationale Filmfestspiele Berlin (Berlinale): Gründung: 1951. Ort: Berlin. Termin: Februar. Programm: Internationale Premieren, Autorenkino, Filmgeschichte. Hauptpreise: Goldener Bär, Silberner Bär.

Kurzfilmtage Oberhausen: Film als subversive Kunst

62. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, vor dem Festivalkino Lichtburg Filmpalast  62. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, vor dem Festivalkino Lichtburg Filmpalast | Foto (Ausschnitt): © Kurzfilmtage / Daniel Gasenzer In Kurzfilmen probieren Filmemacher häufig Dinge aus, die man sich im langen Film nicht traut. Allein deswegen ist der Kurzfilm subversiv – und wendiger als der normale Film. So hat man das in Oberhausen schon immer gesehen und deshalb auch mitten im Kalten Krieg Filme aus dem Ostblock gezeigt, die sonst nirgendwo im Westen liefen. Deswegen haben die jungen deutschen Filmemacher 1962 in der Ruhrgebietsstadt ihre Wut über das Kino der Wirtschaftswunderjahre im sogenannten Oberhausener Manifest herausgeschrien. 1968 löste der Regisseur Hellmut Costard einen Skandal aus, indem er in seinem Film einen sprechenden Penis auftreten ließ, der die deutsche Filmförderpolitik kritisierte. Als ältestes Kurzfilmfestival der Welt (1954 gegründet) hat Oberhausen eine Menge erlebt und sich dabei doch jung gehalten. Etwa indem es früh das Musikvideo als Kunstform ernst nahm oder darüber nachdachte, was mit dem Kurzfilm passiert, wenn er als Video im Museum läuft. Ein Museum für Filme wird Oberhausen aber wohl nie. Dafür ist das Festival zu wendig und zu schnell.
 

Internationale Kurzfilmtage Oberhausen: Gründung: 1954. Ort: Oberhausen. Termin: Ende April/Anfang Mai. Programm: Kurzfilme aller Art. Hauptpreise: Großer Preis der Stadt Oberhausen, MuVi-Preis für deutsche Musikvideos.

DOK Leipzig: Begeistert in der Nische

Festival Centre, Dok Leipzig 2016 Festival Centre, Dok Leipzig 2016 | Foto (Ausschnitt): © Dok Leipzig 2016 / Susann Jehnichen Seit 1962 verleiht Leipzig goldene und silberne Tauben, die auf einen Entwurf Pablo Picassos für den Weltfriedenskongress von 1947 zurückgehen. Friedlich blieb es hinter den Kulissen des ältesten Dokumentarfilmfestivals der Welt allerdings nur selten: Mit der Bedeutung des Festivals wuchs auch die Neigung der DDR-Führung, politischen Einfluss auf das Programm zu nehmen. Trotzdem war Leipzig eine wichtige Bühne für den kulturellen Austausch zwischen Ost und West und ein wichtiges Schaufenster für Filme aus Asien, Afrika und Lateinamerika. Nach dem Mauerfall musste sich das Festival neu erfinden: Der Animationsfilm wurde zu einem selbständigen Teil des Festivals und dieses zu einem internationalen „Kompetenzzentrum“ ausgebaut, in dem Ko-Produktionen angebahnt und Filmprogramme für andere Festivals und Kultureinrichtungen entworfen werden. Am wichtigsten ist in Leipzig aber vielleicht der alljährliche Beweis, dass man auch mit dem „Nischenprogramm“ Dokumentarfilm das Publikum begeistern kann.
 

Dok Leipzig: Gründung: 1955. Ort: Leipzig. Termin: Ende Oktober/Anfang November. Programm: Dokumentarfilme, Animationsfilme. Hauptpreise: Goldene Taube, Silberne Taube.

Hofer Filmtage: Bühne für die Stars von morgen

Fußballteam der Hofer Filmtage Fußballteam der Hofer Filmtage | Foto (Ausschnitt): © Evelyn Kutschera Einen roten Teppich gibt es in Hof zwar auch, wichtiger ist aber der grüne Rasen: Seit der Gründung der Filmtage im Jahr 1967 tritt eine Auswahl des Festivalteams im Fußball gegen eine Elf aus Schauspielern, Produzenten und Regisseuren an. Es geht also eher locker zu in Hof. Das Festival ist so etwas wie das Familientreffen der deutschen Filmwelt – wobei internationale Gäste in der Independent-Filmreihe und der jeweils einem Regisseur gewidmeten Retrospektive ebenfalls gern gesehen und zahlreich vertreten sind. Seinen legendären Ruf begründete Hof jedoch als Bühne für den deutschen Filmnachwuchs; mehr noch als die Berlinale ist Hof ein Festival für junge Regisseure und andere Entdeckungen: „Wir brauchen keine Stars, wir machen Stars“, sagte Heinz Badewitz, der 2016 verstorbene Gründer und langjährige Leiter von Hof, gerne über sein Festival. Und jedes Jahr reisen die Menschen schon deswegen in die bayrische Provinz, um zu sehen, ob er wieder einmal Recht behalten hat.
 

Internationale Hofer Filmtage: Gründung: 1967. Ort: Hof. Termin: Oktober. Programm: Deutscher Film, Independent-Kino. Hauptpreis: Förderpreis Neues Deutsches Kino.

Filmfest München: Sommer in der Stadt

Open Air auf dem Filmfest München Open Air auf dem Filmfest München | Foto (Ausschnitt): © Filmfest München Es ist kein Zufall, dass das Filmfest München im Frühsommer stattfindet, wenn es in der Stadt am schönsten ist. Der Termin Ende Juni ist vielmehr Programm: „Where the magic of cinema meets summer in the city“, so wirbt das Festival weltweit für sich – und so lockt es regelmäßig Regiestars wie Sergio Leone, Lars von Trier, Werner Herzog oder Roman Polanski an. Neben Retrospektiven wichtiger Filmemacher und, etwas seltener, bekannter Schauspieler bietet das Festival jeweils einen aktuellen Querschnitt des internationalen Autorenkinos, viele deutsche Erstaufführungen und zudem zahlreiche deutsche Fernseh-Produktionen; letztere konkurrieren um den Bernd-Burgemeister-Fernsehpreis. Mit rund 80.000 verkauften Eintrittskarten ist das Filmfest München nach der Berlinale das erfolgreichste deutsche Publikumsfestival und auch für die deutsche Filmbranche ein beliebter Treffpunkt. Nicht zuletzt, weil man die Feste hier unter freiem Himmel feiern kann.
 

Filmfest München: Gründung: 1983. Ort: München. Termin: Ende Juni/Anfang Juli. Programm: Internationales Kino, Deutscher Film. Hauptpreise: Arri/Osram Award, Förderpreis Neues Deutsches Kino.

Filmfestival Cottbus: Tor zum Osten

Filmfestival Cottbus, Kammerbühne Filmfestival Cottbus, Kammerbühne | Foto (Ausschnitt): © Florian Bröcker Manchmal ist Angst doch ein guter Ratgeber: „Wir fürchteten“, so Bernd Buder, „dass der osteuropäische Film von den Leinwänden verschwinden könnte“ – und deshalb gründeten Buder und einige Freunde 1991 in ihrer Heimatstadt Cottbus ein Festival für das Kino aus den ehemaligen sozialistischen „Bruderstaaten“. Der Ort passte perfekt zum Programm: Cottbus liegt nahe der deutsch-polnischen Grenze und versteht sich mittlerweile als Tor zum Osten; viele Filme der Wettbewerbe spiegeln zudem die Konflikte in den ehemaligen Sowjetrepubliken wider. Nach bescheidenen Anfängen zeigte das Festival zuletzt mehr als 150 Filme aus 40 Ländern, 2007 wurde es vom Branchenblatt Variety zu den 50 wichtigsten Filmfestivals weltweit gezählt. Auch in Cottbus selbst, einer Mittelstadt mit 100.000 Einwohnern, ist das Festival fest verankert: Rein rechnerisch besucht jeder fünfte Einwohner die über das gesamte Stadtgebiet verteilten Filmvorführungen.
 

Filmfestival Cottbus - Festival des osteuropäischen Films: Gründung: 1991. Ort: Cottbus. Termin: November. Programm: Osteuropäischer Film. Hauptpreise: Bester Film, Beste Regie.

Lucas: Filme für Kinder

Lucas - Internationales Festival für junge Filmfans Lucas - Internationales Festival für junge Filmfans | Foto (Ausschnitt): © Sabine Imhof, Quelle: DIF (Deutsches Filminstitut) Seit 2016 ist auf dem ältesten deutschen Kinder- und Jugendfilmfestival vieles neu: Es gibt nun vier Wettbewerbe für drei Altersgruppen ab vier, acht und 13 Jahren, prämiert werden jeweils die besten Kurz- und Langfilme. Unverändert bleibt die Grundidee des Festivals, Kinder und Jugendliche in möglichst vielen Belangen zu beteiligen. So stellen sie in Frankfurt nicht nur die Hälfte der Jurys, sie sind auch bei der Filmauswahl dabei und helfen, die Filmgespräche vorzubereiten. Mit anderen Worten: Das Festival soll vor allem den Kindern Spaß machen. Aber es dient natürlich auch einem „geheimen“ pädagogischen Zweck: „Bewegte Bilder fangen uns heute an jeder Straßenecke, auf dem U-Bahnsteig und dem eigenen Smartphone ein“, sagt Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filminstituts, das hinter Lucas steht. „Wir wollen Kindern so früh wie möglich Instrumente an die Hand geben, die ihnen helfen, Film als Medium und Kunstform zu verstehen und damit umzugehen.“
 

Lucas - Internationales Festival für junge Filmfans: Gründung: 1974. Ort: Frankfurt/Main. Termin: Ende September/ Anfang Oktober. Programm: Kinder- und Jugendfilme. Hauptpreise: Langfilmpreis, Kurzfilmpreis.

Fantasy Filmfest: Spaß mit Zombies

Fantasy Filmfest, Plakat Fantasy Filmfest, Plakat | Foto (Ausschnitt): © Fantasy Filmfest In seinen Anfängen war das Fantasy Filmfest oft die einzige Möglichkeit, Horrorfilme unzensiert und zudem auf der großen Kinoleinwand sehen zu können. Heute bekommt das Publikum das gleiche Programm bequem nach Hause geliefert, und trotzdem geht die einstige Liebhaberei einiger Horrorfilmfans mittlerweile ins 30. Jahr ihres Bestehens. Vom Mainstream-Thriller über Animes bis zum Autoren-Horrorfilm hat das Fantasy Filmfest sämtliche Spielarten des fantastischen Films im Programm und tourt damit als Wanderzirkus jährlich durch sieben deutsche Großstädte. Im Vordergrund steht dabei trotz zahlreicher Deutschlandpremieren nicht mehr die Entdeckerlust, sondern der Eventcharakter: Die Fangemeinde feiert den Spaß am Kunstblut und sich selbst gleich mit. Und noch etwas hat sich geändert: Die Männer sind nicht mehr weitgehend unter sich, immer mehr Frauen entdecken die Qualitäten des Horrorfilms.
 

Fantasy Filmfest: Gründung: 1987. Orte: Diverse. Termin: August bis September. Programm: Fantasy, Horror, Thriller. Hauptpreis: Fresh Blood Award für das Beste Erstlingswerk.

Internationales Frauenfilmfestival: Aus zweien wurde eins

Internationales Frauenfilmfestival Dortmund Internationales Frauenfilmfestival Dortmund | Foto (Ausschnitt): © Silke Weinsheimer Hinter diesem Festival stecken eigentlich zwei: Im Jahr 2006 schlossen sich auf Geheiß der nordrhein-westfälischen Landesregierung die jeweils in den 1980er-Jahren gegründete Feminale (Köln) und die femme totale (Dortmund) zusammen. Seitdem wechseln sie sich jährlich ab. In beiden Städten werden ausschließlich Filme von Frauen gezeigt, aber die Akzente sind anders gesetzt: Während es in Dortmund neben dem internationalen Wettbewerb stets einen thematischen Schwerpunkt gibt (2017: „Kontrolle“), stellt Köln jeweils die weibliche Filmproduktion eines Landes vor (2016: Mexiko) und widmet sich dem lesbischen Film. Neben Regisseurinnen versucht das vereinigte Festival auch, das Werk von Frauen in technischen Filmberufen, also von Kamerafrauen, Editorinnen oder Produzentinnen, zu würdigen. Seit 2012 wird in Köln ein nationaler Wettbewerb für Bildgestalterinnen ausgelobt.
 

Internationales Frauenfilmfestival Dortmund: Gründung: 2006. Orte: Dortmund/Köln. Termin: April. Programm: Filme von Frauen, Lesbischer Film. Hauptpreise: Regiepreis, Preis für Spielfilmdebüts.

Down Under Berlin: Brücke nach Australien

Down Under Berlin Down Under Berlin | Foto (Ausschnitt): © JordiSanjuanRubio_1587, Courtesy of Down Under Berlin Der Geheimtipp unter den deutschen Filmfestivals ist so geheim, dass er fünf Jahre nach seiner Premiere immer noch keinen Wikipedia-Eintrag hat. Gegründet wurde Down Under von der Wahlberlinerin Frances Hill, die dem Kino ihrer australischen Heimat im Berliner Moviemento-Kino eine Plattform bieten wollte. Seitdem stellt Hill jährlich besondere australische (und neuseeländische) Filme vor und natürlich auch Filme von Australiern, die, wie sie selbst, im Ausland leben. Down Under Berlin ist damit sowohl ein Heimweh-Festival als auch eine Entdeckungsreise auf einen fernen Kontinent. Denn wer glaubt, dass er das Kino „da unten“ kennt, weil er die Filme der vielen von Hollywood angeworbenen australischen Regisseure gesehen hat, wird hier eines Besseren belehrt. Mittlerweile ist Down Under Berlin das größte europäische Festival seiner Art. Es zeigt Blockbuster ebenso wie Autorenfilme, Kurz- und Dokumentarfilme und die Arbeiten indigener Filmemacher.
 

Down Under Berlin: Gründung: 2011. Ort: Berlin. Termin: September. Programm: Australisches Kino, Neuseeländisches Kino. Hauptpreis: Publikumspreis.  

 

Claus Löser spricht im Kulturzentrum Bayerisches Haus in Odessa über Videokunst in der DDR (2015) © Katerina Bakurova / Bayerisches Haus Odessa Die Freude, Filme zu teilen: FIlmkuratoren
Filmkuratoren wählen die Filme aus, die im Rahmen von Festivals oder Filmreihen in Kinos, Kinematheken und anderen Kulturinstitutionen gezeigt werden – ein Traumjob, aber kein Ausbildungsberuf.