JIFF: 'Helmut Newton – The Bad and the Beautiful'

Dokumentarfilm

Helmut Newton – The Bad and the Beautiful Helmut Newton – The Bad and the Beautiful © Jewish International Film Festival2022


Frauen standen eindeutig im Mittelpunkt der Arbeit des legendären - wenn auch provokanten und nicht unumstrittenen - Fotografen Helmut Newton.

Helmut Newton wurde 1920 in Deutschland als Sohn (Helmut Neustädter) einer wohlhabenden jüdischen Familie geboren und wuchs in der Dekadenz des "anything goes"-Berlins der Weimarer Republik auf. Seine Lehrzeit als Teenager bei der Pionierin der Werbefotografie Yva - die im Holocaust umkam - fiel zusammen mit der Verfolgung seiner Familie durch das Dritte Reich und dem Aufkommen der beeindruckenden Ästhetik der berüchtigten Nazi-Propagandistin und Filmemacherin Leni Riefenstahl.

Newton entkam 1938 mit Mitgliedern seiner Familie aus Nazi-Deutschland und war aufgrund der zunehmend repressiven Nürnberger Gesetze gezwungen, nach Australien zu fliehen. Newton verbrachte die meiste Zeit des Zweiten Weltkriegs in Australien, bevor er die in Melbourne geborene Schauspielerin und Fotografin June Browne heiratete, die er bei seiner Arbeit als Werbefotograf kennenlernte, und ein Studio in der Flinders Lane eröffnete.

Das Paar ließ sich schließlich in Paris nieder, wo Helmuts allmähliche Entwicklung über die damals konservativen Grenzen der Modefotografie hinaus mit den radikalen politischen Umwälzungen im Frankreich der 1960er Jahre zusammenfiel. Newton arbeitete rund um den Globus, von Singapur über Australien und Paris bis Los Angeles, doch das visuelle Markenzeichen seines Werkes war Weimar. Als einer der großen Meister der Fotografie machte sich Helmut Newton einen Namen mit der Erforschung der weiblichen Form, und sein Kultstatus hält auch lange nach seinem tragischen Tod bei einem Autounfall in Los Angeles im Jahr 2004 an. 



In diesem äußerst unterhaltsamen dokumentarischen Porträt eines umstrittenen Genies geben die Stars von Newtons ikonischen Porträts und Mode-Editorials - von Catherine Deneuve bis Grace Jones, von Charlotte Rampling bis Isabella Rossellini - endlich ihre eigene Interpretation seines Lebens und seiner Arbeit. Aufregend, unkonventionell, subversiv - seine Darstellung von Frauen wirft immer noch die Frage auf: Waren sie Subjekte oder Objekte? Durch ehrliche Interviews, Featurettes mit Newtons eigenen Home Movies, Archivmaterial (einschließlich eines pointierten Austauschs mit Susan Sontag) und natürlich zahlreichen ikonische Newton-Fotografien versucht dieser Dokumentarfilm, Newtons Vermächtnis zu erfassen und diese viel diskutierte Frage zu beantworten, die im Mittelpunkt seines Lebenswerks steht.


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