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18:15–19:00 Uhr, AEST
Peformance: language〈〉code
Live-Performance | Eine Live-Coding-Performance über Sprache, Raum und digitale Kartografien
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RMIT University, Melbourne
- Preis kostenlos, Anmeldung erforderlich
- Teil der Reihe: THE LIVING CODE
Im Live Coding ist eine (Programmier-)Sprache nicht nur ein Werkzeug, sondern auch ein wichtiges Ausdrucksmittel. Künstler*innen, die mit Code arbeiten, bewegen sich ständig zwischen Informatik, kulturellen Traditionen und menschlichen Sprachen. Das zeigt sich in der großen Vielfalt von Programmiersprachen ebenso wie in den vielen künstlerischen Formen, die beim Live Coding zusammenkommen: Musik, visuelle Kunst, Sprache, Tanz und Poesie.
Diese Performance beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen der abstrakten Logik von Informatik und Mathematik auf der einen Seite und dem menschlichen Bedürfnis nach Kultur, Geschichten und Ausdruck auf der anderen.
Es wird beleuchtet, welche neuen kulturellen Möglichkeiten Computer geschaffen haben. Gleichzeitig setzt sich die Performance kritisch mit traditionellen, westlich geprägten Formen der Kartografie auseinander und untersucht andere Arten, Orte und Räume darzustellen. So entsteht die Frage, wie sich ortslose Räume wie das Internet auf eine nicht-koloniale Weise kartieren und verstehen lassen.
Die Künstlerinnen erforschen, wie die stark vernetzten, verzweigten Strukturen von Live-Coding-Werken genutzt werden können, um neue klangliche und visuelle Landschaften zu erschließen. Dabei hinterfragen sie auch ihre eigenen Werkzeuge, denn die von ihnen verwendeten Programmiersprachen sind meist von westlichen Denk- und Wissenssystemen geprägt.
Durch den Einsatz eines räumlichen Audiosystems bezieht die Performance zudem den Aufführungsort und seine besondere Akustik direkt in das künstlerische Geschehen ein.
Die Performance wird von Alexandra Cárdenas und Flor de Fuego präsentiert, zwei renommierten Live-Coding-Künstlerinnen aus Deutschland, die mit Musik, visueller Kunst und experimentellen Kommunikationsformen arbeiten. Kuratorisch unterstützt wird das Projekt von Hayden Ryan, einem Aboriginal Sound Scholar und Künstler mit Wurzeln im Volk der Yuin.
Künstler*innen
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Alexandra Cárdenas ist eine in Bogotá, Kolumbien, geborene Künstlerin, die heute in Berlin lebt. In ihrer Arbeit verbindet sie Komposition, Programmierung und Improvisation und entwickelt experimentelle elektronische Musik mit den Mitteln des Live Codings. Im Zentrum ihrer künstlerischen Praxis steht die Frage, welche musikalischen Möglichkeiten durch Algorithmen und Code entstehen können.
Mit ihren Performances und Projekten erforscht sie die Verbindung von Technologie und Musik und setzt sich für einen offenen Zugang zu technischer und künstlerischer Bildung ein. Dabei versteht sie Code als Werkzeug kreativen Ausdrucks und als universelle Sprache für künstlerische Experimente.
Als prägende Persönlichkeit der internationalen Live-Coding- und Algorave-Szene war Alexandra Mitbegründerin mehrerer TOPLAP-Initiativen, darunter Toplap Mexico und Toplap Berlin. Sie unterrichtet und performt weltweit mit den Open-Source-Live-Coding-Sprachen SuperCollider und TidalCycles. Ihr Hintergrund umfasst Studien in Komposition, Mathematik und klassischer Gitarre sowie einen Masterabschluss in Sound Studies and Sonic Arts der Universität der Künste Berlin.
Darüber hinaus engagiert sie sich für mehr Diversität in den digitalen Künsten. Als Mitbegründerin des internationalen Netzwerks Livecodera unterstützt sie insbesondere Frauen und weiblich gelesene Personen dabei, kreative und technische Kompetenzen im Bereich Live Coding zu entwickeln und sichtbar zu machen. -
Flor de Fuego lebt und arbeitet in Deutschland und ist eine digitale Künstlerin, die vor allem mit Programmierung und Live Coding performative künstlerische Arbeiten entwickelt.
In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit Themen wie Körper, Raum, Code sowie dem Spannungsverhältnis zwischen Chaos und Kosmos. Sie war sowohl als Solokünstlerin als auch in Zusammenarbeit mit anderen Künstler*innen bei zahlreichen internationalen Festivals in Europa und Nord- und Südamerika vertreten.
Flor de Fuego engagiert sich aktiv in der internationalen Live-Coding-Community. Darüber hinaus ist sie Mitglied der Community rund um Hydra, eine browserbasierte Software für visuelles Live Coding, die von Olivia Jack entwickelt wurde. -
Hayden Ryan ist ein Klangkünstler und Wissenschaftler der Yuin-Walbanja von der Südostküste von New South Wales und lebt derzeit in Naarm (Melbourne, Australien). In seiner künstlerischen Arbeit untersucht er indigene Identitäten, Geschichten und Beziehungen zu Orten durch den Einsatz von räumlichem Audio, Feldaufnahmen, Signalverarbeitung und Akustik.
Hayden absolvierte von 2022 bis 2024 den Masterstudiengang Music Technology an der New York University. 2025 war er Stipendiat des Helsinki International Artist Programme (HIAP). Derzeit ist er Vice-Chancellor’s Indigenous Pre-Doctoral Research Fellow an der RMIT University, wo er promoviert und als Associate Lecturer tätig ist.
Darüber hinaus arbeitet er als Creative Producer für First Nations Programming bei Liquid Architecture.
Seine Doktorarbeit untersucht, wie klangliche Praktiken und akustische Räume unser Verständnis von Umwelt, Geschichte, Recht und der eigenen Positionierung innerhalb indigener Kulturen prägen. Dabei verbindet er Signalverarbeitung, (psycho-)akustische Forschung und räumliches Audio mit indigenen Forschungsmethoden, um die vielschichtigen Beziehungen zwischen den First Peoples und Klang erfahrbar zu machen.
Ort
Building 12, BlackBox Multimedia Space (12.02.103)
124 La Trobe St
CBD
Melbourne 3000
Australien