Alexandra Klobouk

Alexandra Klobouk Geboren 1983 in Regensburg, studierte Alexandra Klobouk Visuelle Kommunikation in Berlin-Weißensee. Die Stiftung Buchkunst zeichnete ihre Werke 2012, 2013 und 2016 mit dem Titel „Die Schönsten Deutschen Bücher“ aus. Zu ihren Werken gehören unter andrem Polymeer, eine apokalyptische Utopie, Lissabon - im Land am Rand, die Illustration von Der Islam für Kinder und Erwachsene, Das Buch vom Tee und Das Buch vom Brot.

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Der Unterschied zwischen Reisefotos und Reisezeichnungen ist für mich... 
"... dass sich in Zeichnungen Dinge darstellen lassen, die so nicht sichtbar sind. Ich kann dabei mit Text und Kommentaren arbeiten, Dinge auf den Punkt bringen, das weglassen, was ablenken würde, und hinzufügen, was fehlt. Außerdem ist das Schöne an Zeichnung, dass kein Anspruch auf Objektivität und Realität besteht. Sie ist sozusagen schon durch einen Filter gegangen, während bei Fotos oftmals das Gefühl entsteht: das ist tatsächlich so."

Wenn ich zeichne, dann... 
"... versuche ich vor allem immer Geschichten zu erzählen, und das mit Humor. Zeichne ich vor Ort, dann wähle ich einen Ausschnitt, den ich festhalten möchte und versuche, die Situation mit Kommentaren, Reduktion oder Überspitzung noch mehr auf den Punkt zu bringen. Schön ist auch, dass Zeichnen über einen längeren Zeitraum stattfindet. Wenn ich eine Viertelstunde oder zwei Stunden irgendwo sitze, passiert in der Zeit ja auch etwas, das dann in irgendeiner Weise in dieser Zeichnung festgehalten ist. Wenn ich hingegen zu Hause zeichne und eine Situation aus der Erinnerung wiederzugeben versuche, dann überlege ich mir, mit welchen Mitteln ich dem Betrachter oder der Betrachterin meine Eindrücke am besten vermitteln kann. Das ist dann weiter weg von der Realität und eher die Dekonstruktion einer Idee."

Inspiriert haben mich – nicht nur – auf meinen Reisen...
"... vor allem die Zeichnungen von Sempé und Saul Steinberg. Ich glaube, ich bin in meiner Art zu zeichnen relativ klassisch. Was ich an den beiden auch wahnsinnig mag, sind der feine Humor und die Menschenliebe, das Interesse an anderen Menschen und daran, wie seltsam Menschen sind. Es freut mich, wenn ich vermitteln kann, wie eindrucksvoll ich Menschen und Kultur finde, wie seltsam oder auch wie wunderbar."

Ich möchte gern...
"... zum Beispiel noch auf die Kapverden reisen und dort die Musik festhalten. Ich denke schon länger darüber nach, wie ich meine Arbeit mit meiner Liebe zur Musik verbinden kann. Ich habe die kapverdische Musik kennengelernt, als ich in Lissabon gelebt habe, vor allem die neuere berührt mich total. Ich würde gerne in irgendeiner Weise eine Art der Kollaboration mit Musikern finden: Wie ich als Zeichnerin und Geschichtenerzählerin nicht nur auf Musik reagieren kann, etwa ein Cover gestalten, sondern wirklich gemeinsam etwas erschaffen."

Auf meinem nächsten Trip gehört in meine Reiselektüre... 
"... vermutlich ein Krimi oder Roman aus dem und über das Land, in das ich reise. Man erfährt so viel von jemandem, der über sein Land erzählt."

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... bei Graphic Travelogues

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