Sibylle Bergemann: Photographien
Ausstellung
-
Zentrum für zeitgenössische Kunst Montenegro
- Sprache
Sibylle Bergemanns Werk ist äußerst vielfältig – neben Reportagen, Landschaften und Stadtansichten beschäftigt sie sich intensiv mit Porträtfotografie. Bekannt wurde sie jedoch vor allem als Modefotografin. Seit 1970 fotografierte sie für „Sibylle“, die 1956 gegründete „Zeitschrift für Mode und Kultur“ der DDR, der Sibylle Bergemann bis 1995, als ihr Erscheinen eingestellt wurde, treu blieb. Die Aufnahmen für „Sibylle“ haben die Fotografin einem breiten Publikum bekannt gemacht. Schon die frühen Arbeiten zeigen Bergemanns fotografische Grundhaltung, die mehr zu erfassen sucht als nur die Wirklichkeit, wie sie erscheint. Ihre als Momentaufnahmen wirkenden Arbeiten sind sorgfältig komponiert und inszeniert. Selten fotografierte sie im Studio; meist stellte sie ihr Modell auf öffentliche Plätze, Straßen oder vor Industriegebäude. Sibylle Bergemanns Fotos beziehen ihre Intensität und Bildmacht aus dem kalkulierten Kontrast von Mode, Modell und Umgebung, die verschiedenen Wirklichkeitssphären entstammen. Ihre Gestaltungsarbeit steigert diese Gegensätze, um weitere Deutungsebenen des Abgebildeten zu enthüllen und den Betrachter überraschende, nicht selten auch surreale Momente entdecken zu lassen. Dabei wirken ihre Modelle nicht als Mannequins in koketter oder artifizieller Attitüde, wie bei vielen ihrer westlichen Kollegen. Vielmehr zeigt sie – dem Frauenbild der DDR verbunden - selbstbewusste, kluge Frauen, ohne sich dem staatlichen Anspruch an die Darstellung der sozialistischen Gesellschaft in der DDR zu verpflichten. Mehr als einmal trafen sie die Anwürfe des SED-Frauenkomitees: „So sehen unsere Menschen nicht aus“, wie sie am 2.11.2007 in der Sendung „Stilbruch“ des Rundfunks Berlin-Brandenburg bekannte. Im Umkreis der Zeitschrift „Sibylle“ entstand somit kraft ihrer Beiträge eine ganz eigene Richtung der Modefotografie im Stil der Reportage- und Porträtfotografie, die bis in die Gegenwart ihre Wirkung nicht eingebüßt hat.
Nach der Wiedervereinigung änderte Sibylle Bergemann ihre Arbeitsweise nicht, auch wenn Colorfilm das frühere Schwarz-Weiß ablöste: in ihren Landschaften und Stadtbildern, in den Porträts und Modeaufnahmen sucht sie weiterhin den besonderen Augenblick oder den besonderen Ort. Sie fotografiert jetzt für „Geo“, „Die Zeit“, „Der Spiegel“, „Stern“ und „The New York Times Magazine“. Ihre Studienreisen führen sie in verschiedene Länder Afrikas, Amerikas und Asiens.
Ihre Bildreportagen gewinnt sie nicht auf Motivjagd zu vorgefassten Themen – sie fotografiert weder Katastrophen noch Sensationen, statt großer Gesten bevorzugt sie die leisen, atmosphärischen Momente. Vor allem die unscheinbaren Ereignisse am Rande des Zentralgeschehens, das eher Beiläufige setzt sie ins Bild, das oft aussagestärker und symbolhaltiger als die Hauptaktion ist. So findet sie instinktiv sicher in wacher Beobachtung den Punkt, in dem sich Mensch und Umgebung zu jener Konstellation zusammenfinden, die verborgene Sinnbezüge anschaulich macht. Wer nur das vordergründige Abbild, die Oberfläche wahrnimmt, verkennt ihr Bildziel in der ästhetischen und psychologischen Vertiefung. So ist es auch bei den Porträts; sie zeugen von seelischer Einfühlung und analytischem Persönlichkeitsstudium, von Respekt und Empathie, was vor allem die Porträtserie geistig behinderter Schauspieler eindrucksvoll beweist. Sibylle Bergemann zeigt hinter der bloßen Lebenswirklichkeit ein Bild, das den in Dingen und Menschen verborgenen Sinn trifft.
Nach der Wiedervereinigung änderte Sibylle Bergemann ihre Arbeitsweise nicht, auch wenn Colorfilm das frühere Schwarz-Weiß ablöste: in ihren Landschaften und Stadtbildern, in den Porträts und Modeaufnahmen sucht sie weiterhin den besonderen Augenblick oder den besonderen Ort. Sie fotografiert jetzt für „Geo“, „Die Zeit“, „Der Spiegel“, „Stern“ und „The New York Times Magazine“. Ihre Studienreisen führen sie in verschiedene Länder Afrikas, Amerikas und Asiens.
Ihre Bildreportagen gewinnt sie nicht auf Motivjagd zu vorgefassten Themen – sie fotografiert weder Katastrophen noch Sensationen, statt großer Gesten bevorzugt sie die leisen, atmosphärischen Momente. Vor allem die unscheinbaren Ereignisse am Rande des Zentralgeschehens, das eher Beiläufige setzt sie ins Bild, das oft aussagestärker und symbolhaltiger als die Hauptaktion ist. So findet sie instinktiv sicher in wacher Beobachtung den Punkt, in dem sich Mensch und Umgebung zu jener Konstellation zusammenfinden, die verborgene Sinnbezüge anschaulich macht. Wer nur das vordergründige Abbild, die Oberfläche wahrnimmt, verkennt ihr Bildziel in der ästhetischen und psychologischen Vertiefung. So ist es auch bei den Porträts; sie zeugen von seelischer Einfühlung und analytischem Persönlichkeitsstudium, von Respekt und Empathie, was vor allem die Porträtserie geistig behinderter Schauspieler eindrucksvoll beweist. Sibylle Bergemann zeigt hinter der bloßen Lebenswirklichkeit ein Bild, das den in Dingen und Menschen verborgenen Sinn trifft.
Ort
Zentrum für zeitgenössische Kunst Montenegro
Dvorac Petrovića , Kruševac bb, Podgorica
Montenegro
Dvorac Petrovića , Kruševac bb, Podgorica
Montenegro